Ab in den Ruhestand

Sorgenfrei in die Rente: Kapital fürs Alter aufbauen – was dabei wichtig ist

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Für die Rente vorsorgen – dafür ist es nie zu früh. Wie die Altersvorsorge idealerweise abläuft und was dabei zu beachten ist, erklärt echo24.de in sieben Schritten.

Nach Jahrzehnten Arbeit freuen sich die meisten Menschen auf ihren Ruhestand und das, obwohl Deutschland im internationalen Rentenvergleich nicht sonderlich gut abschneidet. Deswegen ist es um so wichtiger, bereits früh für die Rente vorzusorgen. Allerdings schieben viele das auf die lange Bank und glauben, dass dafür später immer noch genügend Zeit sei.

Doch je früher Frauen und Männer mit der Altersvorsorge beginnen, desto mehr wirtschaftlichen Spielraum haben sie am Lebensabend. Dabei geht es gar nicht darum, möglichst große Summen zurückzulegen. Auch aus kleinen Beträgen wächst über Jahre und Jahrzehnte ein kleines Vermögen. echo24.de erklärt, wie man in sieben Schritte bei der Altersvorsorge vorgehen sollte.

Für die Rente vorsorgen: Schritt 1 – Not-Groschen beiseitelegen

Bevor man mit dem Vermögensaufbau für das Alter beginnt, sollte man einen Notgroschen für unvorhergesehene Fälle zurücklegen. Zum Beispiel für die Reparatur des Autos oder der Waschmaschine oder wenn das defekte Smartphone ersetzt werden muss.

„Normale Haushalte sollten für solche und andere Notfälle mindestens zwei bis drei Nettomonatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto haben“, sagt Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge. Selbstständige haben idealerweise drei bis vier Nettomonatsgehälter als Notgroschen – um auch bei Auftragsflauten über die Runden zu kommen, schreibt die ‚Deutsche Presse-Agentur‘ (dpa).

Für die Rente vorsorgen: Schritt 2 – sich gegen Risiken absichern

Es nützt wenig, für die Rente zu sparen, aber die Risiken nicht abgesichert zu haben. Auch wenn es sich niemand vorstellen mag: Es kann passieren, dass man durch Krankheit oder Unfall seinen Beruf nicht mehr voll ausüben kann. Für solche Fälle ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitsrente unverzichtbar. Eine solche Versicherung sollte aber strikt vom Kapitalaufbau für das Alter getrennt werden, rät Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Es sollten also nicht zum Beispiel eine fondsgebundene Lebensversicherung zur Kapitalbildung und Todesfallabsicherung nicht mit einer Rente bei Berufsunfähigkeit kombiniert werden. Eine solche Kombination könnte unter anderem Flexibilität kosten. Zum Beispiel, wenn man wegen Arbeitslosigkeit die Beiträge nicht mehr zahlen kann.

Für die Rente vorsorgen: Schritt 3 – Rentenlücke und monatliche Sparrate berechnen

Ist der Finanzbedarf im Alter höher als die zu erwartende Rente? Dann spricht man von einer Versorgungslücke. Sie lässt sich ermitteln, indem man vom voraussichtlichen Finanzbedarf die Einnahmen aus der gesetzlichen Rente abzieht. Ist der Bedarf höher als die Einnahmen, sollte das fehlende Geld aus Rücklagen oder einer privaten Altersvorsorge aufgebracht werden. Dies betrifft vor allen Frauen in Deutschland, denn es gibt einen massiven Unterschied bei der Rentenhöhe zwischen Männern und Frauen. Das Risiko für Altersarmut ist bei Frauen deutlich höher.

Wer wissen möchte, wie viel Geld er zusätzlich zur gesetzlichen Rente sparen muss, um den gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können, kann zum Beispiel den Rentenlückenrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge nutzen.

Für die Rente vorsorgen: Schritt 4 – Rat und Hilfe einholen

Sich auf den Ruhestand vorzubereiten, ist nicht immer einfach. Gerade bei komplexen Themen wie der Altersvorsorge ist es sinnvoll und wichtig, sich ausreichend Zeit zu nehmen. „Das bedeutet, sich beraten zu lassen und vor allem verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen, bevor man eine Entscheidung trifft“, so Scherfling. Dabei gilt: Erhaltene Informationen immer kritisch hinterfragen.

Beratung bedeutet, verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen.

Anlaufstellen für eine unabhängige Beratung sind zum Beispiel die Verbraucherzentralen. „Das kostet Ratsuchende zwar Gebühren, aber das ist gut investiertes Geld“, sagt Morgenstern. Auch erfahrene und unabhängige Finanzberaterinnen und Finanzberater können individuell beraten.

Für die Rente vorsorgen: Schritt 5 – Vermögen breit streuen

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, das Vermögen breit über verschiedene Produktklassen zu streuen. Neben dem Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto kämen beispielsweise Festgeld, Sparbriefe, Investmentfonds und/oder Sachwerte infrage, zählt Scherfling auf. Eine solche Streuung reduziert das Verlustrisiko. Bei den verschiedenen Produktklassen bietet es sich laut Morgenstern an, auch auf breit gestreute und global anlegende ETF (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds) zu setzen. Erst kürzlich hat die Bundesregierung die Pläne zur Aktienrente präsentiert. Im Interview mit echo24.de schätzt ein Experte das geplante Finanz-Projekt ein.

Für ETFs gilt: Rechtlich haben sie wie herkömmliche Investmentfonds den Status eines Sondervermögens. Das bedeutet, dass die Anteile getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt werden. Im Falle einer Insolvenz der depotführenden Bank oder der Fondsgesellschaft sind die ETF-Anteile nicht betroffen.

Für die Rente vorsorgen: Schritt 6 – Vermeiden von Produkten, die man nicht versteht

Wenn es um die Altersvorsorge geht, sollten keine Fragen offen bleiben. Deswegen sollte man sich genau erklären lassen, wie ein Finanzprodukt funktioniert. Im Zweifelsfall auch nachfragen, wenn etwas unverständlich ist. Hat man sich für ein Produkt entschieden, sollte man es zu Hause noch einmal alleine durchlesen.

Wenn sich die Funktionsweise und die Risiken zu Hause nicht erschließen, dann lieber die Finger davon lassen. In dieser Situation ist es besser, weiter nach einem weniger komplizierten Produkt zu suchen. „Wer dennoch in komplexe oder spekulative Produkte mit hohen Risiken investieren will, sollte dies allenfalls als Beimischung tun“, rät Scherfling. Und das auch nur mit Geld, auf das man notfalls verzichten kann.

Für die Rente vorsorgen: Schritt 7 – Geldanlagen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls umschichten

Dies ist vor allem dann wichtig, wenn sich private oder berufliche Umstände ändern. Das heißt aber nicht, dass man wegen vorübergehender Ereignisse wie Börsenturbulenzen die Nerven verliert und die langfristig richtige Strategie infrage stellt. „Hier sind Augenmaß und Besonnenheit gefragt“, betont Verbraucherschützer Morgenstern. Übrigens: Wer mit 30 Jahren schon für das Alter vorsorgt, kann viel für den Ruhestand ansparen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Ohde

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