Darmgesundheit

Lebensmittel für die Psyche: Welche bei sozialen Ängsten helfen können

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Laut Wissenschaftlern hängen der Darm und die Psyche eng zusammen. Eine Studie zeigt, dass eine bestimmte Ernährung einen positiven Einfluss auf psychische Erkrankungen haben kann.

Wenn die Furcht vor anderen Menschen überhandnimmt: In Deutschland leiden sieben bis 12 von 100 Menschen mindestens einmal in ihrem Leben unter sozialen Ängsten. Soziale Phobie zählt damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, wobei sie meist im Jugendalter auftritt und Frauen etwas häufiger trifft als Männer. Betroffene fürchten, aufgrund ihres Verhaltens von anderen als peinlich, lächerlich oder merkwürdig wahrgenommen zu werden. Viele Patienten erkranken häufig zusätzlich an einer Depression. Behandelt wird das psychische Leiden meist mithilfe einer Psychotherapie und Medikamenten, wie etwa Antidepressiva. Wie Forscher herausgefunden haben, kann jedoch auch die Ernährung eine wichtige Rolle spielen. So sollen zwei Lebensmittel soziale Ängste positiv beeinflussen.

Ernährung für Psyche: Symptome bei sozialer Phobie – Lebensmittel können helfen

Wer unter sozialen Ängsten leidet, zieht sich oftmals zurück. Heilung ist jedoch möglich, mithilfe von Psychotherapie oder Medikamenten. Auch die richtige Ernährung kann dabei unterstützen.

Soziale Ängste können den Betroffenen das Leben schwer machen. Denn häufig ziehen sie sich aus dem sozialen Leben zurück. So kann das Ausleben von Freundschaften, beruflicher Karriere, dem Liebesleben oder Hobbys durch die Krankheit beeinträchtigt werden. Eine soziale Phobie zeichnet sich dadurch aus, dass Betroffene Angst vor der kritischen Bewertung durch andere Menschen haben – selbst wenn sie von anderen gar nicht bewertet werden. Es handelt sich dabei um irrationale Ängste, wobei den Betroffenen häufig bewusst ist, dass die Furcht übertrieben und unbegründet ist.

Sie fürchten sich davor, vermeintliche Fehler zu begehen, sich beschämend oder ungeschickt zu verhalten. Zudem haben sie Angst davor, negative Aufmerksamkeit oder Kränkung zu erleben. Die psychische Erkrankung kann sich allgemein durch Unsicherheit im Alltag zeigen oder in spezifischen Situationen, in denen eine Leistung abverlangt wird und Betroffene in ihren Augen versagen können. Die Krankheit äußert sich in Form verschiedener Ängste und körperlicher Symptome:

  • Angst, sich mit dem anderen Geschlecht oder potenziellen Partnern zu treffen
  • Angst, in der Öffentlichkeit zu sprechen und sich zu präsentieren
  • Angst vor anderen Menschen zu essen oder trinken
  • Angst vor Kritik

Folgende körperlichen Symptome sind unter anderem typisch für soziale Phobie:

  • zitternde Hände oder generelles Zittern
  • Erröten
  • Schweißausbrüche
  • Vermeiden von Blickkontakt
  • Herzrasen
  • Schluckbeschwerden
  • vermehrter Harndrang
  • Durchfall

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Ernährung für Psyche: Welche Lebensmittel bei sozialen Ängsten laut Studie helfen

Die gute Nachricht für Betroffene ist allerdings, dass sie von ihren sozialen Ängsten geheilt werden können. Dabei helfen beispielsweise eine Psychotherapie, Medikamente oder die Kombination aus beiden. Zudem kann auch die richtige Ernährungsweise unterstützend sein. Denn Wissenschaftler aus den USA haben in ihrer im Fachmagazin Psychiatry Research erschienenen Studie herausgefunden, dass fermentierte Lebensmittel wie Joghurt oder Sauerkraut (werblicher Link) gegen soziale Ängste helfen können. Bei der Fermentation werden Stoffe durch die Zugabe von lebenden Bakterien (Probiotika), die wegen ihres positiven Einfluss‘ auf die Darmflora besonders gesund sind, umgewandelt. Der Darm und die Psyche hängen schließlich eng zusammen. So gibt es zum Beispiel Darmhormone, die Ängste hervorrufen können. Bestimmte Lebensmittel können sich daher wiederum positiv auf die psychische Gesundheit auswirken.

Für ihre Untersuchung befragen die Wissenschaftler 700 Studenten zur Menge an fermentierten Lebensmitteln, welche sie innerhalb des vergangenen Monats konsumiert hatten. Zusätzlich erfassten sie ihre allgemeinen Ernährungs- und Trainingsgewohnheiten und wie viele der Studierenden mit einer sozialen Phobie kämpften und unter welchen Symptomen sie litten. So zeigte sich, dass diejenigen Teilnehmer, die mehr fermentierte Lebensmittel aßen, weniger Symptome einer sozialen Phobie hatten. Insbesondere bei den Betroffenen mit einer genetischen Veranlagung gab es den größten Effekt.

Depression: Mit zehn Lebensmitteln die Psyche stabilisieren

Äpfel
Nährstoffe beeinflussen unseren Gehirnstoffwechsel und sorgen für ein Gleichgewicht der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Sie regulieren körperliches Wohlbefinden, Glücksgefühle, Stressempfinden oder die Stimmung. Deshalb ist für Patienten mit Depression eine gesunde Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln, vielen wichtigen Nährstoffen und guten Fetten wichtig. Sie kann dem Körper dabei helfen, die Balance wiederherzustellen. Äpfel liefern beispielsweise Bausteine für die Herstellung von Noradrenalin und können so die Psyche unterstützen. © Dieter Heinemann/IMAGO
Ananas
Noradrenalin ist vor allem in Stresssituationen wichtig. Es sorgt dafür, dass man sich aufmerksam und leistungsfähig fühlt. Ananas kann bei der Herstellung von Noradrenalin helfen und somit die Psyche unterstützen. © photo-poster/IMAGo
Hafer
Wenn es um Noradrenalin geht, dann kann auch Hafer bei der Produktion des Neurotransmitters und bei der Linderung von Depressionen helfen. Das Getreide liefert die nötigen Bausteine für seinen Aufbau. Hafer und Haferflocken sind außerdem glutenarm und gleichzeitig deutlich nährstoffreicher als alle anderen Getreidearten. © Timmary/IMAGO
Bananen
Bananen liefern nicht nur Bausteine für den Aufbau von Noradrenalin, sondern fördern auch die Produktion von Dopamin. Der Neurotransmitter ist auch als „Botenstoff des Glücks“ bekannt. Ein Mangel an dem Glückshormon kann zu den Ursachen einer Depression zählen. © OZMedia/IMAGO
Paprika
Paprika ist voll von Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt, die Aufnahme von Eisen in den Blutkreislauf verbessert und antioxidativ wirkt. Es senkt somit nicht nur das Risiko für Krebs, sondern kann auch die Produktion von Dopamin anregen und bei Depressionen helfen. © algae/IMAGO
Karotten im Supermarkt
Genauso wie Bananen und Paprika können auch Karotten die Produktion von Dopamin fördern. Sie unterstützen jedoch nicht nur bei Depressionen, sondern stärken auch das Immunsystem und können eine Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut verhindern. © Ute Grabowsky/photothek.de/IMAGO
Avocado
Avocados schmecken nicht nur gut, sondern sind ebenfalls förderlich für die Produktion von Dopamin.  © imago stock&people/IMAGO
Mandeln
Auch Serotonin zählt zu den Botenstoffen, die unter anderem unsere Stimmung oder unser Stressempfinden regulieren. Mandeln können dafür sorgen, dass Ihr Serotoninspiegel ansteigt. © Science Photo Library/IMAGO
Eine Frau isst ein Stueck Schokolade.
Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 80 Prozent ist gut für Ihren Serotoninspiegel. Zudem hat sie einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System und eignet sich für Abnehmwillige. © Thomas Trutschel/photothek via www.imago-images.de
Feigen
Zu guter letzt zählen auch Feigen zu den Stimmungsaufhellern unter den Lebensmitteln. Auch sie können den Serotoninspiegel anheben. © Sevablsv/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Cavan Images/IMAGO

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