VonSandra Sporerschließen
Die Spargel-Saison startet 2025 besonders früh – nämlich schon Ende März. Für den frühen Spargel muss man aber tief in die Tasche greifen.
München – Jedes Jahr wieder fiebern viele Deutsche dem April entgegen. Denn gegen Mitte dieses Monats fängt die Spargel-Saison an. Zumindest traditionell. Durch den Klimawandel und mildere Winter verschiebt sich der Termin zunehmend nach vorne. Dieses Jahr beginnt der Verkauf sogar schon vor Ende März. In einigen Regionen landet dieses Wochenende (22./23. März) der erste Spargel auf dem Mittagstisch.
Teurer März-Spargel: Saison startet schon dieses Wochenende – allerdings in begrenztem Ausmaß
In Beelitz etwa wird es laut Jürgen Jakobs, dem Vorsitzenden des Beelitzer Spargelvereins, schon am Samstag und Sonntag „ein bisschen was“ geben. Allerdings handelt es sich nur um „wenige Hundert Kilogramm“, stellt er klar. Und für diese frühe Ernte müssen Spargel-Liebhaber tief in die Tasche greifen. Der Preis pro Kilogramm liegt zwischen 15 und 18 Euro.
Wem das zu teuer ist, der kann auf den offiziellen Spargelanstich am 10. April hoffen. Dann startet der großflächige Verkauf, was sich auch auf die Preise auswirken wird. Jakobs rechnet in der Hauptsaison mit Kilopreisen zwischen 10 und 12 Euro.
Früher Start der Spargel-Saison durch Klimawandel und Folientunnel möglich
Dass der Spargel immer früher geerntet werden kann, hat zwei Gründe. Zum einen führen die durch den Klimawandel milderen Winter dazu, dass die Temperaturen zu Jahresbeginn schneller ansteigen. Dadurch ist der Anbau von Spargel bereits früher im Jahr möglich. Diese Entwicklung mag kurzfristig vorteilhaft erscheinen, könnte jedoch langfristig negative Folgen für das Ökosystem und die Landwirtschaft haben. Deutschland könnte vermehrt unter Ernteausfällen durch Dürre oder Wasserknappheit leiden.
Zum anderen kommen vermehrt Folientunnel oder beheizte Böden zum Einsatz, um das Wachstum des Spargels zu beschleunigen, wie lecker.de berichtet. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE) verzeichnete in diesem Jahr bereits in der ersten Märzwoche das Austreiben des Spargels.
Für die Spargelbauern bieten Folientunnel viele Vorteile. Sie schützen die Ernte vor Witterungseinflüssen, Unkraut und Schädlingen, was den Einsatz von Pestiziden überflüssig macht. Der Naturschutzbund (Nabu) kritisiert diese Methode jedoch, da die Felder dadurch nicht mehr als Brutplatz für Bodenbrüter dienen können. „Die eingesetzte Plastikfolie entwertet die Felder damit großflächig als Lebensraum“, so Naturschutzreferentin Julia Ehritt gegenüber dem rbb. Zudem könnte das Verwehen der Folie Mikroplastik in den Boden, das Grundwasser und nahegelegene Gewässer eintragen.
Sowohl die Landwirte als auch die Umweltschützer sehen die Verbraucher mit in der Verantwortung. „Der Verbraucher hat die Macht. Und der deutsche Spargelesser will nur mal am liebsten weißen Spargel. Ist er nur ein bisschen verfärbt, bleibt er im Supermarkt liegen“, erklärt Spargelexperte Fred Eickhorst beim rbb. Auch Ehritt fordert die Verbraucher auf, ihr Konsumverhalten zu überdenken. (sp/dpa)
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