VonAdrian Kilbschließen
Nico Reiterschließen
Grünen Spargel selbst anzubauen, ist eine günstige Alternative zu hohen Supermarktpreisen. Dafür ist unter anderem der richtige Nährstoffgehalt wichtig.
München – In dieser Saison konnten Verbraucher von relativ niedrigen Spargelpreisen profitieren. Doch das könnte sich bald ändern. Aufgrund des sonnigen Wetters sind die Spargellager gut gefüllt. Supermarktkunden könnten aufgrund der hohen Nachfrage allerdings erhebliche Preiserhöhungen für das ohnehin recht teure Gemüse erleben. Daher könnte es sich auszahlen, den grünen Spargel einfach im eigenen Garten anzubauen. Auch bei anderen Gemüsesorten kann es billiger sein, sie selbst anzupflanzen.
Denn nicht nur im Supermarkt, auch in Restaurants kann Spargel ein tiefes Loch in die Tasche reißen. Die Spargelpreise variieren stark, je nach Region. In einem Gasthof in Meckel sind Spargelgerichte besonders teuer. Wer daher lieber auf selbst angebauten Spargel zurückgreifen möchte, sollte einige Punkte beachten.
Hohe Spargelpreise in Deutschland – Das müssen Gartenliebhaber beim Anbau beachten
Wer Spargel anpflanzen möchte, sollte zeitnah anfangen. Die ideale Zeit dafür ist von April bis Ende Mai, so der NDR. Spargelpflanzen können entweder auf einem Spargelhof oder im Pflanzenhandel erworben werden, wo man die Pflanzen bestellen kann.
„Grünspargel ist ein kostbares Gemüse und dessen Anbau auf allen Gartenböden möglich“, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Gartenliebhaber sollten das Gemüse an einem warmen, sonnigen und windgeschützten Standort anbauen. Es ist wichtig, dass der Boden durchlässig, humusreich und ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist – eine Tiefenlockerung ist hier absolut sinnvoll.
Nährstoffgehalt und Pflanzlöcher – So gelingt der Spargelanbau im eigenen Garten
Da es sich um eine Dauerkultur handelt, ist es wichtig, den Nährstoffgehalt des Bodens zu bestimmen. Heimgärtner können hierfür aus der Schicht von 0 bis 30 und aus der Schicht von 30 bis 60 Zentimeter eine Bodenprobe entnehmen und diese zur Analyse zu einer Landwirtschaftskammer ins Labor schicken.
Aufgrund der langen Wurzeln des Gemüses sollte das Pflanzloch etwa 40 Zentimeter tief und breit sein. Auch zwischen den Pflanzen sollte der Abstand etwa 40 Zentimeter betragen. Zwischen den Reihen empfiehlt sich ein Abstand von etwa 160 Zentimeter. Sind die Pflanzlöcher einmal ausgehoben, kann mit einer Grabegabel die Erde etwa einen Spatenstich tief aufgelockert werden. So wird sichergestellt, dass die langen Wurzeln ordnungsgemäß anwachsen.
Beete für eigenen Spargel müssen ausgiebig bewässert und unkrautfrei gehalten werden
Anschließend füllen die heimischen Spargelbauern ihre Pflanzlöcher erst mit einer etwa 30 Zentimeter hohen Schicht organischem Dünger, wie der NDR berichtet. Dazu eignet sich beispielsweise gut verrotteter Stallmist.
Dann werden die Gummistiefel angezogen und alles ordentlich festgetreten. Darauf kommt noch eine etwa fünf Zentimeter hohe Schicht Erde – dann können die Spargelpflanzen mit ausgebreiteten Wurzeln endlich in den Boden gesetzt werden. Jetzt heißt es: Das Beet kräftig gießen und ungefähr im Juni, wenn die Pflanzen etwa 30 Zentimeter hoch sind, weitere Erde drauf schaufeln und eventuell Lücken nachpflanzen. Außerdem müssen während der Sommermonate die Beete locker, feucht und unkrautfrei gehalten werden.
Anbau von grünem Spargel braucht Geduld – erste Ernte erst nach drei Jahren
Im November verfärbt sich das Spargelkraut gelb. Jetzt sollte es dicht über dem Boden abgeschnitten und aus dem Garten entfernt werden, damit keine eventuell anhaftenden Krankheiten, wie zum Beispiel der Spargelrost, überwintern können.
Bis der Spargel auf den Teller kommt, dauert es allerdings noch eine gute Weile. Erntezeit ist erst nach drei Jahren, immer spätestens bis zum 24. Juni. Von da an muss die Pflanze ungestört wachsen können. In den ersten beiden Jahren können die Gassen zwischen den Reihen mit Salat, Kohlrabi, frühem Blumenkohl, Radieschen, Rettich oder Spinat bestellt werden, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. (ak)
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