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Der Kinderfreibetrag könnte erhöht werden, das schlägt zumindest die FDP vor. Doch SPD und Grüne sträuben sich. Wird es also bald mehr Geld für Eltern geben?
München – Der Streit um die Erhöhungen von Kinderfreibetrag und Kindergeld geht weiter. Bereits zum 1. Januar wurde der Freibetrag von 6024 Euro auf 6384 Euro und damit um 380 Euro angehoben. Wie das FDP-geführte Finanzministerium ankündigte, soll dieser Betrag rückwirkend noch einmal erhöht werden und dann 6612 Euro betragen, um den Betrag an das erhöhte Kindergeld anzupassen.
Doch vor allem SPD, aber auch die Grünen stellen sich gegen diese Pläne. Welchen Eltern könnte in Zukunft also mehr Geld für ihre Schützlinge zustehen?
Erneute Erhöhung des Kinderfreibetrags? Wer würde dann mehr Geld bekommen?
Von einer Erhöhung des Kinderfreibetrags würden hauptsächlich Familien mit sehr hohen Einkommen profitieren. Das Finanzamt prüft jedes Jahr, ob der Kinderfreibetrag oder das Kindergeld für eine Familie günstiger ist – nur eines von beiden kann bezogen werden. Dass der Kinderfreibetrag lohnenswerter ist, ist meistens nur bei Eltern mit höheren Einkommen der Fall, muss aber je nach Situation geprüft werden. Alle anderen, also meistens Familien mit geringen oder mittleren Gehältern, beziehen Kindergeld, welches bei aktuell 250 Euro pro Monat und pro Kind liegt.
Die Erhöhung des Freibetrags käme also hauptsächlich Best-Verdienenden zugute. Diese würden dann mehr Geld als bisher beziehen. Doch genau das ist der Kritikpunkt, den die SPD, die Grünen, sowie Sozialverbände anbringen. So erklärt auch SPD-Parteichef Lars Klingbeil: „Nur Familien mit sehr hohen Einkommen zu entlasten, halte ich für ungerecht. Gerade die arbeitende Mitte, also diejenigen, die jeden Tag aufstehen, ihr Einkommen hart erarbeiten und sich nebenbei um ihre Kinder, die Nachbarn und den Verein kümmern, sollten entlastet werden.“
Dabei wird von Kritikern der Kinderfreibetrags-Erhöhung eine zusätzliche Erhöhung des Kindergelds gefordert. „Deswegen ist für mich völlig klar, dass auch Familien mit kleinen und mittleren Einkommen in diesem Jahr mehr bekommen müssen“, erklärt auch Klingbeil.
SPD kritisiert geplante Erhöhung des Kinderfreibetrags scharf und fordert auch Erhöhung des Kindergelds
So ähnlich sieht es auch der finanzpolitische Sprecher der SPD, Michael Schrodi. Er erklärte gegenüber der „BamS“: „Das wird die SPD nicht mitmachen. Für solche Pläne aus dem Haus Lindner wird es keine Mehrheit geben“, eine Einigung erscheint also schwierig.
Und auch er bringt eine Erhöhung des Kindergeldes an: „Wenn 380 Millionen für die zusätzliche Entlastung der reichsten Eltern da sind, dann hat er auch das Geld für eine Kindergelderhöhung.“ Welche Eltern also letztendlich wirklich mehr Geld bekommen werden, oder ob alle entlastet werden, bleibt ungewiss.
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