VonSophie Klußschließen
Mit der Wahl zum „Tier des Jahres“ lenkt die Deutsche Wildtier Stiftung alljährlich die Aufmerksamkeit auf ein gefährdetes Wildtier. Im Jahr 2024 soll es um den Schutz des Igels gehen.
Sie sind in Wiesen, Gärten und Wäldern unterwegs – Igel sind vermeintlich überall. Doch der Eindruck täuscht: Sein Bestand nimmt stetig ab, wie BR24 berichtet. Aus diesem Grund wurde der stachelige Insektenfresser von den Spendern der Stiftung zum Tier des Jahres 2024 gewählt.
Igel stehen in Deutschland auf der „Vorwarnliste“
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), der landläufig einfach als Igel bezeichnet wird, ist fast in ganz Deutschland heimisch. Aufgrund seines schwindenden Lebensraums, beispielsweise durch versiegelte Flächen und Schottergärten, wolle man „mit dieser Wahl auf den Stachelträger aufmerksam machen, der auf der Roten Liste der Säugetiere Deutschlands in der ‚Vorwarnliste‘ geführt wird“, so die Deutsche Wildtier Stiftung.
Seit 2017 wählen die Spenderinnen und Spender der Deutschen Wildtier Stiftung ein Tier des Jahres, auf das in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden soll. Sei es aufgrund seiner Gefährdung, der Bedrohung seines Lebensraums oder weil es einen Mensch-Wildtier-Konflikt hervorruft. Aber auch Tiere, die einseitig wahrgenommen werden oder gar unbeliebt sind, können Tier des Jahres werden. Denn alle Wildtiere sind faszinierend und brauchen eine Stimme, damit ihr Überleben langfristig gesichert werden kann.
Igelfeindlicher Lebensraum auf dem Land
Weil Igel „kleinteilige Strukturen wie Gebüsche und Gehölze, in denen sie ausreichend Futter und Versteckmöglichkeiten finden“ benötigen, die sie auf dem Land allerdings häufig nicht mehr vorfinden, würden die Stachelträger immer häufiger in Wohn- und Siedlungsgebiete mit Gärten oder Grünanlagen ausweichen, so die Deutsche Wildtier Stiftung (DWS). Doch genau dort seien Igel den größten Gefahren ausgesetzt: Mähroboter und Autos verletzen oder töten jedes Jahr zahlreiche Tiere. Allein im Straßenverkehr sterben jährlich rund eine halbe Million Igel. Die Zahl der Tiere, die Mährobotern zum Opfer fällt, ist nicht schätzbar, da sich die meisten Igel zum Sterben ins Gebüsch zurückziehen.
Was viele nicht wissen, ist: Der Igel steht in Deutschland unter Artenschutz. Wer gegen die Bundesartenschutzverordnung verstößt, weil er einen Igel fängt, verletzt oder tötet, muss mit Bußgeldern im höheren fünfstelligen Bereich rechnen.
Hilfe für den Igel: igelgerechte Gärten und sichere Verstecke
Wer den putzigen Stacheltieren einen Unterschlupf bieten möchte, kann im Garten auf eine igelfreundliche Struktur achten. Naturbelassene Flecken und natürliche Vegetation dienen dem Igel als Versteck, Schlafquartier und als Kinderstube. Eine übersichtliche Checkliste für einen igelfreundlichen Garten hat der NABU zusammengestellt. Auch in den Städten kann man die Tiere unterstützen: Wichtig laut DWS seien öffentliche Parks mit Büschen und Sträuchern, die nicht makellos aufgeräumt sind. Lesen Sie außerdem, wie Sie dem Igel beim Überwintern helfen.
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Wissenswerte Fakten über Igel
- Igel gehören zu den ältesten Säugetieren der Erde – sie haben in rund 65 Millionen Jahren mehrere Eiszeiten überstanden.
- Der Igelnachwuchs kommt bereits mit Stacheln zur Welt, etwa 100 an der Zahl. Zum Schutz der Mutter bei der Geburt sind sie zunächst allerdings ganz weich.
- Igel besitzen eine innere Landkarte. Sie zeigt ihnen beispielsweise Verstecke, Futterstellen oder Orte zum Durchschlüpfen.
- Igel sind gute Schwimmer und haben ein feines Gehör.
- Ausgewachsene Tiere besitzen 6.000-8.000 Stacheln, die jedoch hohl sind, weil sein Stachelkleid für den Igel ansonsten zu schwer wäre. Ausgefallene Stacheln wachsen nach.
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Der Igel als Tier des Jahres 2024 folgt im Übrigen auf den Gartenschläfer im Jahr 2023. Der Insektenfresser setzte sich in diesem Jahr außerdem gegen das Eichhörnchen und den Rotfuchs durch.
Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

