170 Stromtankstellen

Schub für Elektro-Lkw: MAN und E.on planen europaweiten Ladenetz-Ausbau

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Auch schwere Nutzfahrzeuge sollen immer weniger CO₂ ausstoßen. Eine Lösung lautet: Elektro-Lkw. Nun planen E.on und MAN ein europaweites Ladenetz.

Für das Elektroauto war 2024 in Deutschland bislang ein schwarzes Jahr. Stromer verkaufen sich nach der Streichung der Förderung durch den Umweltbonus nur schleppend – auch im Juni blieben die E-Auto-Neuzulassungen unter Vorjahresniveau. All dies bleibt für die Autobauer nicht ohne Folgen: Bei Mercedes will man einige Verbrenner-Baureihen länger produzieren als geplant, dem Audi-Werk in Brüssel droht das Aus – auch, weil sich das dort gebaute E-SUV Q8 e-tron schlecht verkauft. Dennoch geht etwa VW-Markenchef Thomas Schäfer nur von einem „Zwischentief“ aus, auch andere Experten sind überzeugt, dass sich E-Mobilität langfristig durchsetzt. Laut EU-Parlament sollen auch Lkw sauberer werden und bis zum Jahr 2040 mindestens 90 Prozent weniger CO₂ ausstoßen – mit dem Verbrenner kaum zu bewältigen. Künftig könnten Elektro-Lkw eine wichtige Rolle spielen – auch wenn sie aktuell noch eine Randerscheinung sind.

Ladenetz für Elektro-Lkw: 400 Ladepunkte an 170 Standorten geplant

Nun haben der Energiekonzern E.on und der Nutzfahrzeughersteller MAN angekündigt, ein öffentliches Ladenetzwerk für Elektro-Lkw in Europa aufzubauen. Das Vorhaben umfasst 400 Ladepunkte an etwa 170 Standorten, die an strategisch ausgewählten MAN-Servicestützpunkten in Industriegebieten und in der Nähe von Autobahnen installiert werden sollen. Der erste Ladepunkt soll noch in diesem Jahr eröffnet werden. Die neuen Standorte sind nicht nur für MAN-Fahrzeuge, sondern auch für Nutzfahrzeuge anderer Hersteller zugänglich. In Deutschland sollen 125 der insgesamt 170 geplanten Standorte errichtet werden. Weitere Standorte entstehen in Österreich, Großbritannien, Dänemark, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn.

Beim MAN steht der erste Elektro-Lkw in den Startlöchern – gemeinsam mit E.On will der Truckhersteller nun ein Ladenetz aufbauen. (Symbolbild)

400-kW-Laden zum Start – später soll auf Megawatt-Laden umgerüstet werden

Bis Ende 2025 sollen 80 Standorte in Betrieb sein. Die Standorte werden zunächst mit 400-Kilowatt-Ladepunkten ausgestattet, die eine Lkw-Reichweite von bis zu 300 Kilometern in etwa 45 Minuten ermöglichen sollen. Die geplanten Ladestationen sollen später auf das sogenannte „Megawatt-Ladesystem“ umgerüstet werden, welches ein noch schnelleres Laden möglich macht. „Wir investieren massiv, um der Infrastruktur für den elektrischen Schwerlastverkehr einen entscheidenden Schub zu geben“, sagte Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender der E.on SE.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Schwere Nutzfahrzeuge sollen künftig deutlich weniger CO₂ ausstoßen

Laut dem EU-Parlament sollen schwere Nutzfahrzeuge bis 2040 mindestens 90 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen. Bis 2035 sollen die Emissionen um 65 Prozent im Vergleich zu 2019 gesenkt werden. Die nun von den beiden Unternehmen geplanten 400 Ladepunkte sind aber nur ein Bruchteil der E-Infrastruktur, die europaweit für Elektro-Lkw benötigt wird. Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender der MAN Truck & Bus SE, betonte: „Damit die Mobilitätswende gelingt, benötigen wir bis 2030 rund 50.000 Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge in Europa“.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Die neuen Ladestationen werden an MAN-Servicestützpunkten installiert, die sich vorwiegend in Industriegebieten mit hohem Lkw-Aufkommen oder in der Nähe von Autobahnen befinden. Dies ermöglicht eine nahtlose Integration des Ladens in den Betriebsalltag der Fahrer. Die Ladeplätze sind durchfahrbar gestaltet, sodass Lkw und Busse nicht rangieren müssen.

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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