Nur ein „Zwischentief“

„Der einzig richtige Weg“: VW-Markenchef Schäfer sieht die E-Mobilität nicht in der Krise

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Aktuell verkaufen sich E-Autos schlecht. VW-Markenchef Thomas Schäfer will aber nicht von einer E-Mobilitätskrise sprechen – er sieht nur ein „Zwischentief“.

Als Autohändler aktuell Elektroautos zu verkaufen, ist kein leichtes Unterfangen: Die deutschen Kunden sind sehr zurückhaltend – im Mai brachen die Neuzulassungen von E-Autos um 30 Prozent ein. Es sind in erster Linie die hohen Preise für E-Autos nach der Streichung des Umweltbonus, die potenzielle Kunden zögern lassen. Auf die schwachen Absatzzahlen reagieren die Autobauer unterschiedlich – Mercedes beispielsweise verwarf Pläne für eine vollelektrische Generation von Baureihen ab 2028. Bei Audi dagegen hält man an der reinen E-Strategie fest, wie CEO Gernot Döllner kürzlich betonte. Bei der Konzern-Schwestermarke VW bleibt man ebenfalls voll auf Elektro-Kurs.

„Zwischentief“: VW-Markenchef Thomas Schäfer sieht das E-Auto nicht in der Krise

In einem Interview mit der Autogazette sagte VW-Markenchef Thomas Schäfer: „Es wird gerade viel Stimmung gegen die E-Mobilität gemacht.“ Dennoch sei die E-Mobilität „der einzig richtige Weg“. Er will angesichts der aktuellen Problematik auch nicht von einer Krise sprechen, sondern bezeichnet die Situation als „Zwischentief“. Den Grund für die Nachfrageschwäche sieht er nicht nur in der gestrichenen Förderung, sondern auch in den aktuell hohen Strompreisen.

VW-Markenchef Thomas Schäfer sieht die E-Mobilität nicht in der Krise – er spricht von einem „Zwischentief“. (Archivbild)

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Forderungen, das geplante Verbrenner-Aus zu kippen, stoßen bei Schäfer auf Ablehnung

Von Forderungen, das für 2035 geplante Verbrenner-Aus zu kippen, hält der VW-Markenchef nichts. Man habe das Modellportfolio auf die E-Mobilität ausgerichtet und massiv in Batterietechnologie investiert. Nun zu glauben, man könne „einfach auf die Pausentaste zu drücken, um dann irgendwann wieder zu starten“ sei unrealistisch. Zwar hätten in bestimmten Anwendungsfällen auch E-Fuels und Wasserstoff ihre Berechtigung – langfristig werde sich aber die Elektromobilität „klar“ durchsetzen. Er selbst sei ein großer Elektrofan: „Elektrisch fahren macht wirklich Spaß!“ Erst kürzlich hatte der rein elektrisch angetriebene VW ID.7 als erstes Auto überhaupt im ADAC-Test die Bestnote bekommen.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Glaubt man einer kürzlich veröffentlichten Studie, so bremsen aber auch die Autohersteller selbst den Umstieg auf die E-Mobilität aus. Der Analyse zufolge setzen sich vor allem die japanischen Autobauer dagegen ein – weil sie am schlechtesten auf den Übergang zur Elektromobilät vorbereitet seien. Gerade erst kündigten die Hersteller Toyota, Mazda und Subura die Entwicklung einer ganz neuen Verbrenner-Generation an.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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