Elektroautos weltweit

Diese Länder dominieren den E-Auto-Markt – Platz 1 überrascht bei Neuzulassungen

Immer mehr Länder setzen auf Elektromobilität. Doch nicht überall verläuft der Wandel gleich schnell. Welche Nationen dominieren den Markt?

Der Übergang von Verbrennungsmotoren zu Elektroautos nimmt weltweit Fahrt auf, doch die Dynamik unterscheidet sich stark von Land zu Land. Einige Nationen fördern den Wandel mit Nachdruck, während andere zögerlicher agieren. Länder wie Norwegen und Dänemark sind längst Vorreiter, während die Schweiz und die USA Mühe haben, das Tempo zu halten. Selbst innerhalb Europas zeigt sich ein geteiltes Bild: Während skandinavische Länder beeindruckende Marktanteile vorweisen, fällt das Wachstum in anderen Regionen moderater aus. Doch welche Länder setzen wirklich Maßstäbe, und wo bleibt der Fortschritt aus?

In Norwegen dominieren E-Autos den Markt – ein Blick auf die Spitzenreiter der Elektromobilität.

Norwegen führt den weltweiten E-Auto-Boom an: Im September 2025 waren 97 Prozent aller neu zugelassenen Pkw vollelektrische Fahrzeuge. Ähnlich stark ist die Entwicklung in Hongkong mit einem Anteil von 85 Prozent, gefolgt von Dänemark (69 Prozent) und Island (50 Prozent). Diese Länder profitieren von gezielter staatlicher Förderung, wie Steuererleichterungen und Subventionen für Ladeinfrastruktur. Japan hingegen bleibt mit nur 2 Prozent E-Auto-Neuzulassungen weit zurück. Deutschland erreicht bei den Neuzulassungen einen Anteil von 19 Prozent, knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 20 Prozent.

Skandinavien als Vorbild

Länder wie Norwegen, Dänemark und Island setzen seit Jahren auf gezielte Fördermaßnahmen. Norwegen strebt an, noch in diesem Jahr ausschließlich E-Autos zuzulassen – ein Ziel, das laut Daten von ACEA, ASTRA und JATO Dynamics bereits greifbar ist: 97 Prozent der Neuzulassungen im September 2025 waren dort vollelektrisch. Diese ambitionierten Ziele tragen Früchte: Verbrennungsmotoren spielen dort praktisch keine Rolle mehr. Auch Hongkong zeigt, dass eine gut durchdachte Förderung den Wandel beschleunigen kann.

Platzierung des LandesAnteil an E-Autos bei ges. PKW-Neuzulassungen (August 2025)
1. Norwegen97%
2. Hongkong85%
3. Dänemark69%
4. Island50%
5.Finnland37%
6. China/Niederlande/Schweden34%
...18. Deutschland19%

Während Europa und China im E-Auto-Markt voranschreiten, hinken andere Länder hinterher. In den USA liegt der Marktanteil bei nur 10 Prozent. Der Wegfall staatlicher Subventionen durch Entscheidungen der Trump-Regierung könnte die Dynamik weiter bremsen. Auch die Schweiz, einst Vorreiter, verliert an Boden. Fehlende politische Förderung und das langsame Vorantreiben notwendiger Maßnahmen erschweren den Wandel. Zusätzlich hemmen strukturelle Probleme wie die hohe Mieterquote den Ausbau privater Ladeinfrastruktur.

Kaum zu sehen: Diese 10 Automarken sind echte Exoten in Deutschland

Lucid Air auf Kies
Platz 10 – Lucid (USA): Schick sieht er ja schon aus der Air. Und mit rund 800 Kilometern Reichweite ist das Elektroauto auch absolut langstreckentauglich. In Deutschland ist das Luxusmobil aber noch ein absoluter Geheimtipp © Lucid Motors
Luicid Air
Grade einmal 392 Neuzulassungen gab es 2024 in Deutschland. Das dürfte auch an dem Preis liegen. Der Lucid Air kostet in der Basisversion Pure bereits stolze 85.000 Euro. Wer den Luxus-Strom voll ausgestattet haben will, muss für den Air Sapphire sogar 250.000 Euro auf den Tisch legen. © Lucid Motors
Lotus Emeya
Platz 9 – Lotus (China): Hier trifft Tradition auf Moderne. Oder britisches Understatement auf chinesische Technologie. Denn wie MG gehört auch diese britische Ikone längst zu einem chinesischen Konzern. © Lotus Cars
Lotus Eltere
Doch anders als MG tut sich Lotus auf dem deutschen Markt noch schwer. Lediglich 365 Autos wurden 2024 verkauft. Das dürfte auch dem Wandel zur Elektromobilität geschuldet sein. © Lotus
Rolls-Royce Cullinan
Platz 8 – Rolls-Royce (Großbritannien): Wenn es um Luxusautos geht, führ kein Weg an Rolls-Royce vorbei. Die Briten stehen für Handarbeit, opulente Materialien und absolute Exklusivität. Ein echtes Statussymbol eben. © Rolls-Royce
Rolls-Royce Cullinan
Das hat natürlich seinen Preis und den können nur wenige zahlen. Wer Rolls-Royce fährt, gehört zu einem sehr exklusiven Kreis. Das zeigt sich auch bei den Neuzulassungen: Grade einmal 360 Fahrzeuge gingen 2024 an die gutbetuchte Kundschaft. © Rolls-Royce
Leapmotor T03
Platz 7 -Leapmotor (China): Ein weiterer Geheimtipp, der sich aber vermutlich nicht mehr lange auf dieser Liste finden dürfte. Denn Leapmotor gehört zum Stellantis-Konzern und greift mit dem günstigen T03 in Europa an. © Leapmotor
Leapmotor C10
Bisher sind die Zulassungszahlen aber noch sehr übersichtlich. 2024 wurde grade einmal 178 Autos bestellt. © Leapmotor
Cadillac Lyriq
Platz 5 – Cadillac (USA): Normal sind es die USA eher gewohnt, die Welt anzuführen. Oder wie Donald Trump sagen würde: America first! Im Falle von Cadillac klappt das jedoch nicht so wirklich gut. © Weigl/Cadillac
Cadillac Lyriq
2024 setzten die Amerikaner lediglich 175 Einheiten des Elektroautos Lyriq ab. Der E-SUV ist derzeit das einzige Modell das Cadillac hierzulande anbietet. © Simon Rainer/Cadillac
VinFast VF 6
Platz 5 – Vinfast (Vietnam): Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das gilt auch für das Ranking der seltensten Automarken. Und so teilen sich Vinfast und Cadillac den fünften Rang. © Pond5 Images/Imago
Vinfast VF8
Denn auch Vinfast setzte im Jahr 2024 lediglich 175 Elektroautos in Deutschland ab. Das erste Auto wurde im Mai 2024 übergeben und das, obwohl man eigentlich schon 2022 auf den hiesigen Markt expandieren wollte. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Platz 4 – Fisker (USA): Ein saubere Zukunft für alle. Das versprach Fisker. Möglich machen sollten das nachhaltige Materialien. Doch da Projekt scheiterte krachend. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Statt sauberen Meeren gab es finanzielle Probleme. Die 134 Autos, die in Deutschland verkauft wurden, waren da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Sommer 2024 meldete Fisker schließlich Insolvenz an. © Pond5 Images/Imago
Maxus EUNIQ 6
Platz 3 - Maxus (China): Die Strategie mit der Maxus nach Europa kam, unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Marken aus Fernost. Neben Elektroautos hat Maxus auch Transporter im Angebot. © Maxus
Maxus e-Delivery
Trotzdem spielt die Marke in Deutschland keine wirkliche Rolle. Lediglich 70 Fahrzeuge wurden 2024 neuzugelassen. © Maxus
Lynk & Co. 02
Platz 2 – Lynk & Co. (China): Auch Lynk & Co. geht in Deutschland mit einem ungewöhnlichen Konzept an den Start. Die Autos gibt es lediglich im Abo, aber nicht zu kaufen. © Lynk & Co.
Lynk & Co. 01
Wirklich erfolgreich ist das Konzept in Deutschland aber nicht. Grade einmal 68 Abos wurde 2024 abgeschlossen. © Lynk & Co.
Zwei Autos von Aiways
Platz 1 – Aiways (China): Noch seltener erblickt man in Deutschland nur die Autos von Aiways. Und das obwohl der Hersteller bereits seit 2020 in Deutschland aktiv ist. © Aiways
Aiways U6 SUV-Coupé
Wirklich erfolgreich war man seitdem jedoch nicht. 2024 lief für den chinesischen Hersteller aber besonders schlecht. Nur 27 Autos wurden verkauft – das sind nicht einmal zwei pro Monat.  © Aiways

Die Elektromobilität ist weltweit auf dem Vormarsch, doch der Erfolg hängt stark von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Länder wie Norwegen zeigen, dass ambitionierte Ziele erreichbar sind, wenn die Bedingungen stimmen. Die Schweiz und die USA stehen vor der Herausforderung, ihre Strategien anzupassen, um nicht abgehängt zu werden. Der E-Auto-Boom hält weiter an: Hier lesen Sie, wo E-Autos auch ohne Förderung von selbst laufen.

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Manuel Kamuf/imago

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