VonJuliane Gutmannschließen
Es gibt sie: Nagellacke, die man ohne Bedenken auftragen kann. Doch das Gegenteil ist häufiger der Fall. Stiftung Warentest fand diverse Schadstoffe in den Fläschchen.
Rot für den großen Auftritt, blau für den Strandurlaub, pink für den Party-Abend: Viele komplettieren ihr Outfit mit der passenden Nagellack-Farbe. Doch diese hat es oft in sich, wie regelmäßige Warentests zeigen. Umwelt- und gesundheitsschädliche Substanzen im Lack werden da häufig gefunden – sogar krebserregende Nitrosamine.
Stiftung Warentest und Öko-Test prüfen als große deutsche Verbrauchermedien immer wieder verschiedene Nagellack-Marken auf ihre Inhaltsstoffe hin. Stiftung Warentest hat 2023 rote Nagellacke genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: In sieben von 20 Lacken wurden erhöhte Nitrosamingehalte festgestellt. Diese gelten als krebserregend, die europäische Kosmetikverordnung toleriert allenfalls Spuren, die bei der Herstellung der Produkte technisch nicht vermeidbar sind, heißt es vonseiten Stiftung Warentest.
Note 4 für 7 Lacke: Krebserregende Substanzen enthalten
Unter anderem folgende Produkte schnitten aufgrund von erhöhten Nitrosamin-Werten in der Kategorie „Schadstoffe“ mit der Note „ausreichend“ ab:
- Miracle Pure von Max Factor X
- L.A.Q.U.E Nagellack von Edding
- Trend it up Super Shine & Stay Nail Polish von dm
- Plant-based Vegan Nail Colour von Gitti
Schädliche Substanzen in Nagellack
Doch damit nicht genug: Neben krebserregenden Nitrosaminen gibt es weitere potenziell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe in Nagellack. „Öko-Test kritisiert eine ganze Liste problematischer Inhaltsstoffe“, wird Kerstin Effers, Chemikerin und Expertin für Umwelt- und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert. Das Tückische: Darauf, dass die Hersteller alle Inhaltsstoffe des Produkts aufführen, kann man sich nicht verlassen.
Folgende bedenklichen Stoffe können außerdem in Nagellack enthalten sein:
- Lösemittel Styrol
- Allergieauslösende Substanzen wie Acrylate oder Triphenylphosphat
- Weichmacher Triphenylphosphat (TPP oder TPHP), der als hormonell wirksam gilt
Reichert sich TPP im Körper an, kann dies Fettleibigkeit fördern. Auch die Hormonregulation, die Entwicklung und sogar die Fortpflanzung könnte beeinträchtigt werden, zeigt eine US-amerikanische Studie. Mehr über die Studie erfahren Sie hier.
Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen




Umwelttipp von Stiftung Warentest
Nagellackfläschchen, die noch Lackreste enthalten, dürfen nicht in den Restmüll geworfen werden. Sie gehören in die Schadstoffsammelstelle.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Juliane Gutmann sorgfältig überprüft.
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