Schädliche Inhaltsstoffe

Wie riskant ist Nagellack? Stiftung Warentest findet krebserregende Schadstoffe in sieben Produkten

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Es gibt sie: Nagellacke, die man ohne Bedenken auftragen kann. Doch das Gegenteil ist häufiger der Fall. Stiftung Warentest fand diverse Schadstoffe in den Fläschchen.

Rot für den großen Auftritt, blau für den Strandurlaub, pink für den Party-Abend: Viele komplettieren ihr Outfit mit der passenden Nagellack-Farbe. Doch diese hat es oft in sich, wie regelmäßige Warentests zeigen. Umwelt- und gesundheitsschädliche Substanzen im Lack werden da häufig gefunden – sogar krebserregende Nitrosamine.

Stiftung Warentest und Öko-Test prüfen als große deutsche Verbrauchermedien immer wieder verschiedene Nagellack-Marken auf ihre Inhaltsstoffe hin. Stiftung Warentest hat 2023 rote Nagellacke genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: In sieben von 20 Lacken wurden erhöhte Nitrosamin­gehalte festgestellt. Diese gelten als krebserregend, die europäische Kosmetik­ver­ordnung toleriert allenfalls Spuren, die bei der Herstellung der Produkte tech­nisch nicht vermeid­bar sind, heißt es vonseiten Stiftung Warentest.

Note 4 für 7 Lacke: Krebserregende Substanzen enthalten

Unter anderem folgende Produkte schnitten aufgrund von erhöhten Nitrosamin-Werten in der Kategorie „Schadstoffe“ mit der Note „ausreichend“ ab:

  • Miracle Pure von Max Factor X
  • L.A.Q.U.E Nagellack von Edding
  • Trend it up Super Shine & Stay Nail Polish von dm
  • Plant-based Vegan Nail Colour von Gitti
Viele Nagellacke enthalten Substanzen, die der Gesundheit schaden.

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Schädliche Substanzen in Nagellack

Doch damit nicht genug: Neben krebserregenden Nitrosaminen gibt es weitere potenziell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe in Nagellack. „Öko-Test kritisiert eine ganze Liste problematischer Inhaltsstoffe“, wird Kerstin Effers, Chemikerin und Expertin für Umwelt- und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert. Das Tückische: Darauf, dass die Hersteller alle Inhaltsstoffe des Produkts aufführen, kann man sich nicht verlassen.

Folgende bedenklichen Stoffe können außerdem in Nagellack enthalten sein:

  • Lösemittel Styrol
  • Allergieauslösende Substanzen wie Acrylate oder Triphenylphosphat
  • Weichmacher Triphenylphosphat (TPP oder TPHP), der als hormonell wirksam gilt

Reichert sich TPP im Körper an, kann dies Fettleibigkeit fördern. Auch die Hormonregulation, die Entwicklung und sogar die Fortpflanzung könnte beeinträchtigt werden, zeigt eine US-amerikanische Studie. Mehr über die Studie erfahren Sie hier.

Die richtige Pflege je nach Hauttyp: Wie Sie trockene, fettige oder sensible Haut am besten versorgen

Junge Frau am Strand
Vor allem junge Menschen kämpfen oft mit fettiger Haut. Pickel und Mitesser sind bei diesem Hauttyp häufig, weil die Talg-Überproduktion zu einer Verstopfung der Poren führt. „Für Sie ist wichtig, dass Ihre Pflegeprodukte nicht zu reichhaltig sind. Das bedeutet, Ihre Haut benötigt Feuchtigkeit, aber nicht noch mehr Fett“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel. Die morgendliche und abendliche Reinigung sei ebenfalls wichtig, um die Haut vom überschüssigen Talg zu befreien. Waschschaum und eine leichte Creme mit Salizylsäure sowie ein Gesichtswasser würden sich aufgrund der antibakteriellen und entfettenden Wirkung besonders anbieten bei fettiger Haut.  © Stephan Klapszus/Imago
Frau blickt in Spiegel
Sensible Haut erkennen Sie daran, dass Sie besonders empfindlich auf äußere Reize wie heiße und kalte Luft reagiert. Auch Kontakt mit Duft- und Konservierungsstoffen hat häufig Hautirritationen wie Rötung zur Folge. Aggressive Peelings, Seife und andere reizende Waschsubstanzen sollten nicht verwendet werden, informiert das Hautarztzentrum Kiel auf seiner Website. „Ihre Haut braucht eine Pflege, die viel Feuchtigkeit enthält, sie nicht beschwert und bestenfalls frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen ist“, heißt es weiter: „Eine leichte Tages- und Nachtpflege für empfindliche Haut reich völlig aus. Zum Reinigen sollten Sie ein mildes Waschgel ohne Peelingmaterialien verwenden“.  © Imago
Trockene Haut eincremen
In den meisten Fällen ist falsche Pflege die Ursache von zu trockener Haut. Wie die Krankenkasse AOK informiert, sollten Menschen mit trockener Haut auf langes, häufiges und heißes Duschen bzw. Baden verzichten, milde und rückfettende Reinigungsmittel verwenden und zu Feuchtigkeitscreme greifen. Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Probleme bestehen? Dann könnte eine Hautkrankheit dahinter stecken, die behandelt werden muss.  © Imago
Frau trägt Lippenstift auf und schaut in den Spiegel
Trockene Wangen und zu Pickeln und Mitessern neigende T-Zone (Stirn, Nase und Kinn) sind typische Merkmale der Mischhaut. Die Pflege dieser Haut sollte zweigeteilt werden: Die trockenen Stellen sollten nur mit Wasser oder sanften Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Die fettigen Stellen können mit Substanzen gereinigt werden, die entfettend wirken, etwa Salizylsäure. „Sie können zudem zwei verschiedene Cremes verwenden: Eine für fettige Haut und eine für normale oder trockene Haut“, so eine Information des Hautarztzentrums Kiel.  © Aleksei Isachenko/Imago
Wegweiser zu einer Hautärztin in Luxemburg
Ihre Hautprobleme bleiben bestehen, obwohl Sie Ihre Pflegeroutine geändert haben? In dem Fall könnte es sein, dass Sie an einer Hautkrankheit leiden, die behandelt werden muss. Suchen Sie einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese/r kann die richtige Diagnose stellen und je nach Befund die passende Therapie empfehlen.  © Sascha Steinach/Imago

Umwelttipp von Stiftung Warentest

Nagellack­fläsch­chen, die noch Lack­reste enthalten, dürfen nicht in den Restmüll geworfen werden. Sie gehören in die Schad­stoff­sammelstelle.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Juliane Gutmann sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Svetlana Karner/Imago

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