Strafzölle für chinesische E-Autos: Hersteller kennen nun die Kosten
VonSebastian Oppenheimer
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Die EU-Kommission hat nun exakte Strafzölle für Elektrofahrzeuge aus China definiert. Fällig werden die Abgaben jedoch frühestens Ende Oktober.
Seitens der EU-Kommission wird China vorgeworfen, durch massive staatliche Beihilfen die Preise für Elektroautos künstlich zu drücken und den Wettbewerb zu verzerren. Diese Praktiken könnten europäische Hersteller benachteiligen und zu Firmenschließungen oder Entlassungen führen. Mit Strafzöllen will man gegensteuern, obwohl diese Maßnahme bei den meisten europäischen Autobauern auf viel Kritik stößt. BMW-Chef Oliver Zipse etwa fürchtet Gegenmaßnahmen der Chinesen und Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller.
Elektroautos aus China: Diese Strafzölle drohen nun den Herstellern
Allem Gegenwind der Autoindustrie zum Trotz hat die EU-Kommission nun konkrete Zahlen für die Strafzölle auf Elektroauto-Importe aus China veröffentlicht. Für Unternehmen, die bei der Anti-Subventions-Untersuchung nicht mit der EU zusammengearbeitet haben, beträgt der Höchstsatz 36,3 Prozent. Folgende weitere Sätze wurden festgelegt:
BYD: 17 Prozent
Geely: 19,3 Prozent
SAIC: 36,3 Prozent
Ohne Einigung sollen die Strafzölle ab Ende Oktober 2024 in Kraft treten
Selbst Tesla wird nicht verschont: Für den US-Autobauer wurde ein Zollsatz von 9 Prozent festgelegt. Andere Produzenten in China werden mit einem Durchschnittszoll von 21,3 Prozent belegt. Dieser „ermäßigte“ Prozentsatz würde dann beispielsweise auch für Volkswagen,BMW und ihre chinesischen Joint-Venture-Partner für Importe von Elektroautos in die EU gelten. Die neuen Zölle sollen spätestens Ende Oktober in Kraft treten und vorerst für fünf Jahre gelten.
China verurteilt die geplanten Zölle als „protektionistisch“
Die chinesische Handelskammer bei der EU (CCCEU) verurteilt die geplanten Zölle als protektionistisch und sieht keine hinreichenden Beweise für Schäden an europäischen Herstellern. China hat die Welthandelsorganisation (WTO) angerufen, um gegen die EU-Maßnahmen vorzugehen.
Es gibt jedoch noch Verhandlungsmöglichkeiten mit Peking, um die Zölle abzuwenden. Betroffene Parteien haben die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben und Anhörungen zu beantragen. Eine endgültige Entscheidung über die Einführung der Strafzölle soll bis Ende Oktober bekanntgegeben werden – die Kommission muss darüber unter den 27 EU-Staaten abstimmen lassen.