Für Wirtschaftswachstum

Bald weniger freie Tage in Deutschland? Diese Feiertage könnten wegfallen

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Deutschland hat viele freie Tage – zu viele, sagen manche. Jetzt wird über Streichungen diskutiert. Doch die Idee kommt nicht überall gut an. Welche Feiertage betroffen sein könnten.

In Krisenzeiten wird alles auf den Prüfstand gestellt. Jetzt geraten sogar liebgewonnene Feiertage ins Visier von Wirtschaftsvertretern. Hinter dem Vorschlag stecken nicht nur finanzielle Motive, sondern auch ein neues Verständnis von Leistungsbereitschaft. Doch die Idee trifft auf gespaltene Meinungen. Welche Feiertage könnten für Arbeitnehmer künftig wegfallen?

Weniger Feiertage für mehr Wirtschaftskraft? – Ökonomen fordern Einschnitte

Der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Wolfram Hatz, hat sich mit einem provokanten Vorschlag in die Debatte um die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands eingebracht. In anderen Ländern seien seine Kollegen verblüfft, wie viele Feiertage es in Deutschland gebe, wie er der Bild verrät.

Laut Hatz könnte einer oder mehrere der folgenden Tage wegfallen, da es diese beispielsweise in Italien und Frankreich auch nicht vorhanden seien:

  • Ostermontag
  • Pfingstmontag
  • 2. Weihnachtsfeiertag

Für Hatz steht fest: Weniger Feiertage könnten die Produktivität steigern – und das, wie er meint, ohne die Beschäftigten übermäßig zu belasten.

Zur Lageeinschätzung nutzt der Verband übrigens ein eigenes Stimmungsbarometer, den sogenannten Weißbier-Index, wie auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der liegt derzeit bei 78 Punkten, weit entfernt vom langjährigen Durchschnitt von 110. „Unser Weißbierglas ist nach wie vor zu wenig gefüllt“, kommentiert Hatz laut dpa. Von der Bundesregierung fordert er nun Taten – und zwar „etwas Gescheites“. Ironischerweise gibt es seit 2025 in einzelnen Gemeinden sogar einen zusätzlichen Feiertag – gegen den Trend, den die Wirtschaft gern setzen würde.

Wir brauchen „fröhlichen Fleiß“: Staat soll unbequeme Entscheidungen nicht scheuen

Auch andere Vertreter der Wirtschaft schlagen in diese Kerbe. Handwerkspräsident Jörg Dittrich plädiert für klare Zeichen: „Einen Feiertag zu streichen, brächte ein paar Milliarden – und würde vor allem zeigen: Wir nehmen die Herausforderung an.“ In der Neuen Osnabrücker Zeitung spricht er offen von einer nötigen „Liste der Grausamkeiten“. Ohne Zumutungen werde sich die Talsohle nicht verlassen lassen. Was es brauche? Einen „fröhlichen Fleiß“.

Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, fordert laut dpa ebenfalls, dass der Staat alle Ausgaben genau unter die Lupe nimmt und dabei auch unbequeme Entscheidungen nicht scheut. Seiner Meinung nach hat Deutschland derzeit recht komfortable Bedingungen: wenig Arbeitszeit pro Woche und viele Feiertage.

Doch angesichts der hohen Ausgaben für Dinge wie Verteidigung, neue Straßen oder den Klimaschutz stellt sich für ihn die Frage, ob sich das Land so viele freie Tage überhaupt noch leisten kann, so die dpa.

Mehrheit der Bevölkerung lehnt Streichung von Feiertagen ab: Gegenteil gefordert

Doch in der Bevölkerung stößt dieser Vorstoß mehrheitlich auf Ablehnung. Laut einer Umfrage des Instituts Insa lehnen 57 Prozent der Deutschen eine Streichung gesetzlicher Feiertage ab. Nur 34 Prozent unterstützen die Idee. Und während einige Länder tatsächlich über Reduktionen diskutieren, wünschen sich knapp die Hälfte der Befragten im Gegenteil: mehr Feiertage für jene Bundesländer, die bislang mit weniger auskommen, schreibt die dpa.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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