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Lungenkrebs oder Metastasen in der Lunge: Was ist der Unterschied?

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Entdeckt ein Arzt Tumore im Lungengewebe, muss es sich nicht um Lungenkrebs handeln. Andere Krebsformen können Metastasen in der Lunge streuen.

Jährlich erkranken in Deutschland nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) etwa 56.500 Menschen an Lungenkrebs. Mediziner sprechen auch von einem sogenannten Bronchialkarzinom. Allerdings finden Ärzte manchmal in der Lunge von Betroffenen bösartige Krebs-Tumore, bei denen es sich nicht um Lungenkrebs, sondern um Metastasen in der Lunge handelt.

Lungenkrebs oder Lungenmetastasen: Das ist der Unterschied

Rauchen ist die häufigste Ursache von Lungenkrebs.

Diese Tumoren zählen folglich weder zum Lungenkrebs noch zu einer anderen Krebsart, die ihren Ursprung in der Lunge bzw. im Lungengewebe hat. Stattdessen ist ein Tumor in einem anderen Organ der Entstehungsort dieser bösartigen Gewebezellen. Die Tochtergeschwülste bilden sich, indem sich von dem Primärtumor einzelne Zellen ablösen und laut Informationen der Uniklinik Mannheim über das Blut oder die Lymphbahnen in die Lunge geschwemmt werden. Dort siedeln sich diese Zellen an und werden zu neuen Tumoren. Man spricht auch von Lungenmetastasen.

Dabei haben die Metastasen in der Lunge in der Regel noch Eigenschaften von dem Gewebe, aus dem sie stammen. So besitzen Brustkrebs-Metastasen in der Lunge zum Beispiel häufig Eigenschaften des Brustgewebes. Dies spielt eine wichtige Rolle bei ihrer Therapie, da sie anders behandelt werden als Lungenkrebs. Daher ist es wichtig, dass Mediziner erkennen, ob ein Patient an Lungenkrebs erkrankt ist oder ob es sich bei den Tumoren in der Lunge um Metastasen einer anderen Krebsform handelt, die in die Lunge gestreut hat.

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Lungenkrebs: Tumor kann ebenfalls in anderen Bereichen Metastasen bilden

Andersherum kann Lungenkrebs jedoch auch Metastasen in anderen Organen bilden. Betroffen sind dabei meist Knochen, Leber, Gehirn oder Nebennieren. Laut Informationen des Universitätsklinikums Freiburg sind Metastasen, die sich außerhalb der Lunge gebildet haben, meist symptomlos. Gelgentlich können sie zu Beschwerden wie Brustschmerzen, Husten oder Atemnot führen. Leidet jemand unter Lungenkrebs, lässt sich dies zudem häufig an den Fingernägeln erkennen.

Lungenkrebs: Elf Symptome, die auf einen Tumor hinweisen – nicht nur Husten

Frau mit Fieber im Bett
Erhöhte Temperatur und Fieber sind in der Regel ein Zeichen davon, dass der Körper gegen etwas kämpft. Tumorwachstum hat in vielen Fällen eine Veränderung der Körpertemperatur zur Folge. Wer bemerkt, dass er ohne eigentlichen Infekt Temperaturschwankungen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. © Milan Markovic/Imago
Mann, der müde und erschöpft ist
Eine anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann im Zweifelsfall auch auf ernste Erkrankungen wie Lungenkrebs hindeuten. Bei einer Dauer von mehr als zwei bis drei Wochen sollten die Symptome unbedingt mit einem Arzt besprochen und abgeklärt werden. © Monkey Business 2/Imago
Frau mit Kurzatmigkeit
Menschen, die an Lungenkrebs erkranken, bemerken eine zunehmende Kurzatmigkeit und/oder Atemnot. Auch diese Symptome sollten frühzeitig von einem Facharzt (Pneumologen) abgeklärt werden. © Maridav/Imago
Frau mit Atemnot und Brustschmerzen (Symbolbild)
Als typisches Symptom eines sich entwickelnden Lungenkarzinoms sind nicht nur Atemnot sowie ein Engegefühl und Schmerzen in der Brust zu erkennen, auch ein Pfeifen beim Einatmen kann ein Indiz für die Erkrankung sein. © megaflopp/Imago
Mann mit Schmerzen im Nacken und Rücken
Neben Brustschmerzen kann eine Krebserkrankung wie das Bronchialkarzinom auch zu Gliederschmerzen, Knochenschmerzen sowie Rückenschmerzen führen. © NickWhite/Imago
Frau liegt schwitzend im Bett
Eine Krebserkrankung wie ein Lungenkarzinom kann sich auch durch immer wiederkehrende Schweißattacken, insbesondere Nachtschweiß, bemerkbar machen. Betroffene leiden daher unter Schlafstörungen – auch durch die Luftnot, die mit dem Tumorwachstum verbunden ist und sich im Liegen verstärkt. © AndreyPopov/Imago
Mann hustet
Hält akuter Husten länger als zwei Wochen an – obwohl dieser zum Beispiel mit Antibiotikum behandelt wurde – könnte dies auf eine ernste Erkrankung wie einen Tumor hindeuten. Auch ein chronischer Husten, der sich verändert und/oder verstärkt, kann auf eine schwere Erkrankung zurückzuführen sein. © BRUNO / IMAGE POINT FR / BSIP/IMAGO
Mann hustet in Taschentuch
Wer unter Husten leidet, der mit Auswurf verbunden ist – mit oder ohne Blutbeimengung – sollte so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Beschwerden dieser Art können ein Hinweis für ein Lungenkarzinom sein. © africa_images/Imago
Frau fasst sich an den Hals
Manche Menschen, die an einem Bronchialkarzinom erkranken, entwickeln eine heisere Stimme, insbesondere, wenn der Tumor auf Nerven im Brustkorb drückt. © megaflopp/Imago
Mann trinkt Orangensaft
Mit der Heiserkeit kann auch das Schlucken zunehmend schwerfallen oder schmerzen. © manuela.fink/Imago
Hände
Bei plötzlich auftretenden Veränderungen oder Verfärbungen der Fingernägel sowie einer Verdickung der Fingerspitzen (Trommelschlegelfinger), sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch dabei kann es sich um ein Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung wie Lungenkrebs handeln. © rotoGraphics/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/IMAGO

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