Metastasierter Brustkrebs: Fünf Bereiche, in denen Tochtergeschwülste auftreten können
VonJudith Braun
schließen
Auch nach längerer Zeit können sich bei Brustkrebs noch Metastasen bilden. Welche Bereiche betroffen sein können, erfahren Sie hier.
Wird Brustkrebs rechtzeitig erkannt und gemäß der Leitlinien behandelt, können die meisten Frauen von dieser Krebsart geheilt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebs-Formen muss allerdings laut Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft bei Brustkrebs – mitunter auch nach längerer Zeit noch – mit dem Auftreten von Metastasen gerechnet werden. Diese können sich in verschiedenen Bereichen des Körpers bilden.
Brustkrebs: Fünf Bereiche, in denen Metastasen auftreten können
Mediziner sprechen laut gesundheitsinformation.de von einem metastasiertem Brustkrebs, wenn der Tumor Absiedlungen in anderen Bereichen des Körpers oder in Organen gebildet hat. Zwar können manche dieser Metastasen auch einzeln therapiert werden, jedoch hängt dies davon ab, wo sie im Körper entstehen. In den folgenden fünf Regionen können sich bei Brustkrebs Tochtergeschwülste entwickeln:
Knochen: Kommt es im Skelett zu Metastasen, dann wird der Auf- und Abbau von Knochen durch die Krebszellen gestört. Die Knochen werden dadurch instabiler und können schneller brechen. Mit einer Operation oder einer Strahlentherapie können die Tumorabsiedlungen in den Knochen behandelt werden. Dies führt in der Regel dazu, dass die Knochen wieder stabiler werden. Die Behandlung dient somit sowohl der Linderung der Schmerzen als auch dem Vorbeugen von Knochenbrüchen. Zudem können Medikamente, die den Knochenabbau hemmen, verabreicht werden.
Leberlappen: Bei Brustkrebs können Metastasen aber auch in inneren Organen wie der Lunge oder der Leber auftreten. Diese Tochtergeschwülste können unter bestimmten Umständen (z.B. wenn sie nur in einem Leberlappen vorkommen) operiert werden. Zudem können Absiedlungen in nur einem Leberlappen auch mit einer Chemoembolisation, einer stereotaktischen Bestrahlung oder einer Radiofrequenzablation (RFA) behandelt werden.
Lungenfell: Die Lungenflügel sind vom Lungenfell überzogen. Auch dort kann ein Tumor bei Brustkrebs Metastasen bilden. Durch die Absiedlungen kann sich vermehrt Flüssigkeit in der Pleurahöhle (Spalt zwischen Lunge und Rippen) ansammeln und es entsteht ein sogenannter Pleuraerguss. Typische Symptome sind Schmerzen und Atembeschwerden. Damit sich keine Flüssigkeit mehr in dem Spalt ansammelt, kann dieser durch eine Operation geschlossen werden.
Haut und Muskeln: Diese beiden Bereiche können ebenfalls von Metastasen betroffen sein. Noch relativ kleine Absiedlungen, die auf der Hautoberfläche liegen, können bisweilen mit einer Salbe, welche einen chemotherapeutischen Wirkstoff enthält, behandelt werden. Andernfalls werden begrenzte Hautmetastasen und Metastasen in den Muskeln in der Regel bestrahlt oder operativ entfernt.
Gehirn: Starke Schmerzen sind typische Beschwerden bei Metastasen im Gehirn infolge von Brustkrebs. Verursacht werden sie meist durch eine Schwellung oder durch Ansammlung von Flüssigkeit in der Gehirnregion. Gleichgewichtsstörungen und Lähmungen können außerdem als Folgeerscheinungen auftreten. Dabei kommt es darauf an, wo sich die Tochtergeschwülste im Gehirn befinden. Bei einer Operation können einzelne Hirnmestastasen entfernt und die betroffenen Stellen anschließend bestrahlt werden. Haben sich mehrere Absiedlungen gebildet, wird das ganze Gehirn bestrahlt. Aber auch die Behandlung durch Radiochirurgie (hoch dosierte Strahlen werden auf einen genau abgegrenzten Bereich gerichtet) ist eine Möglichkeit.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.