VonJulia Cuprakowaschließen
Viele Haushalte in Deutschland verharren in teuren Strom- und Gastarifen. Ein Wechsel kann die Stromrechnung erheblich senken. Experten raten zur Überprüfung der aktuellen Tarife.
Viele Haushalte in Deutschland zahlen überteuerte Strom- und Gaspreise. Doch ab wann gelten Energiepreise eigentlich als zu hoch? Und welche Preisgrenzen sind derzeit als „normal“ anzusehen? Ein Blick auf aktuelle Durchschnittswerte und Vergleichsportale zeigt: Die Unterschiede zwischen Versorgern sind weiterhin enorm – und ein Anbieterwechsel kann sich lohnen. Wer seine Kosten senken will, sollte genau hinschauen.
Verbraucher zahlen oft zu viel: Wie viel kosten Strom und Gas im Schnitt?
Die Bundesregierung unter Merz hat im Koalitionsvertrag festgehalten, dass die Stromsteuer auf das in der EU zulässige Minimum sinken soll – ebenso Umlagen und Netzentgelte. Doch laut Strom-Report zeigt sich davon bislang wenig auf der Stromrechnung: Im Vergleich zu 2024 sind die Preise kaum gesunken – teils sogar gestiegen.
Für Neukunden liegt der Strompreis im Juli/August 2025 bei etwa 27,5 bis 27,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das entspricht einem Anstieg von rund sechs bis sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bestandskunden zahlten im August 2025 durchschnittlich 35,2 Cent/kWh – etwas weniger als im Dezember 2024 (35,8 Cent/kWh), aber insgesamt nur leicht gesunken.
Verbraucher zahlen zu viel für Strom und Gas: Grundversorgung bleibt Kostenfalle
Kein Wunder also, dass Verbraucher im ersten Halbjahr rund drei Milliarden Euro zu viel für Strom und Gas gezahlt haben. Dabei sind nicht allein die hohen Energiepreise verantwortlich. Laut Spiegel Wirtschaft liegt ein großer Teil der Mehrkosten darin begründet, dass viele Haushalte weiterhin in der teuren Grundversorgung bleiben. Das bestätigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox.
„Jahr für Jahr verschenken Haushalte viele Milliarden Euro, weil sie aus Bequemlichkeit, Unwissen oder Angst in der Grundversorgung verharren“, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Dieses Nichtstun kostet mehr als jede Preiserhöhung. Strom- und Gaskunden sollten daher ihre aktuellen Tarife prüfen und gegebenenfalls wechseln“, so der Experte.
Viele zahlen zu viel: So viel lässt sich beim Strom durch Anbieterwechsel sparen
Laut eines Vorabberichts von Verivox basiert die aktuelle Berechnung auf dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur. Daraus geht hervor, dass rund jeder vierte Stromkunde (25 Prozent) und etwa jeder fünfte Gaskunde (19 Prozent) weiterhin in einem Grundversorgungstarif der örtlichen Versorger verbleibt.
Im ersten Halbjahr 2025 zahlten diese Haushalte zusammen rund 8,5 Milliarden Euro für Strom und Gas. Mit einem günstigen Tarif inklusive Preisgarantie hätten sie lediglich etwa 5,5 Milliarden Euro ausgeben müssen.
Wie der Strom-Report berichtet, kostet Strom in der Grundversorgung im August 2025 durchschnittlich 42,9 Cent pro Kilowattstunde. Ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter kann die Stromrechnung um bis zu 35,6 Prozent reduzieren. Laut Strom-Report und Verivox sind Tarife mit Preisen ab etwa 15 Cent pro kWh möglich. Ein Vergleich lohnt sich also. Wer noch mehr Stromkosten sparen möchte, kann ein Balkonkraftwerk installieren. Seit Kurzem ist das sogar ohne vorherige Zustimmung des Vermieters erlaubt.
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