Flexibilität ist wichtig

Elektroauto günstig laden: Fünf Strategien, mit denen sich Geld sparen lässt

Wer seine Ladekosten optimieren will, muss viel Zeit und Rechercheleistung aufbringen. Aber auch mit weniger Aufwand lässt sich einiges an Geld sparen.

Nicht jeder kann sein Elektroauto kostenlos über die eigene Solaranlage laden. Wer auf öffentliche Ladesäulen setzt (gerade wurde der Zuschlag für 1.000 neue Schnellladepunkte vergeben), muss unter Umständen tief in die Tasche greifen. An ein und derselben Ladesäule kann der Strompreis extrem unterschiedlich ausfallen – abhängig davon, welchen E-Mobilitäts-Provider man zum Autorisieren und Abrechnen gegenüber dem Ladesäulenbetreiber nutzt. Die Differenz zwischen dem billigsten und dem teuersten Anbieter beträgt in manchen Fällen bis zu 100 Prozent. Und an der nächsten Ladesäule kann das Verhältnis im Extremfall schon wieder andersherum sein.

Viele E-Autofahrer haben daher mehrere Ladekarten oder Apps unterschiedlicher Anbieter. Das Problem dabei: Tarife gibt es wie Sand am Meer. Und die genauen Preise ändern sich regelmäßig – meist nach oben. Wer den Überblick behalten und immer zu optimalen Kosten tanken will, muss sich im Internet oder in Interessen-Gruppen bei sozialen Medien auf dem Laufenden halten. Darüber hinaus lassen sich aber auch mit anderen Strategien Kosten sparen. Fünf Beispiele.

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1. Ausweich-Tarife ohne Grundgebühr nutzen

Wer mehr als einen Ladetarif nutzt, sollte in der Regel Angebote ohne monatliche Grundgebühr vorziehen. Zwar sind für Abonnenten die Preise pro Kilowattstunde oft günstiger, aber gerade bei Providern, die man nur selten nutzt, lohnt sich der Festbetrag nicht. Und auch auf die kostenpflichtige Karte kann man in vielen Fällen verzichten und zum Laden das Smartphone nutzen. Das Anmelden bei einem der Anbieter geht in vielen Fällen sehr schnell: persönliche Daten angeben, Zahlungsquelle hinterlegen und dann sofort laden. Hilfreich bei der Suche nach den aktuell günstigsten Providern sind Preisvergleichs-Apps wie „Ladefuchs“ oder „Chargeprice“.

Wer beim Laden seines Elektroautos sparen will, sollte einige Tipps beachten. (Symbolbild)

2. Ausländische oder neue Anbieter beobachten

Schon in Deutschland ist die Zahl der sogenannten E-Mobilitäts-Provider groß und in ständigem Wandel begriffen. Manchmal lohnt aber – ähnlich wie auch beim Sprit – ein Blick über die Grenze, denn auch die dortigen Anbieter haben Verträge, die man in Deutschland nutzen kann. Unter anderem gibt es in Schweden und Frankreich immer wieder interessante Tarife. Auch in Deutschland kommen von Zeit zu Zeit Provider-Newcomer hinzu, die dann zum Einstand mit besonders günstigen Preisen locken. Nicht selten steigen die aufgerufenen Beträge dann jedoch bald schon.

3. Das Elektroauto beim Einzelhandel laden

Kunden tanken bei einigen Einzelhandelsketten besonders günstig. Ein schwedisches Möbelhaus etwa bietet den Fahrstrom komplett kostenlos, verschiedene Supermarktketten verlangen Preise deutlich unter Markt-Durchschnitt. Allerdings stehen die Angebote meist nur während der Öffnungszeiten zur Verfügung, zudem sind nicht immer besonders schnelle Leitungen verfügbar. Und: Günstige Angebote locken viele E-Autofahrer, sodass die Säulen nicht immer frei sind.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

4. Hersteller-Tarife nutzen

Manche Autohersteller bieten Neuwagenkäufern eigene Fahrstrom-Tarife. Da es sich um Mittel zur Kundenbindung handelt, sind die Preise im Idealfall besonders fair und transparent. Zudem entfällt häufig in den ersten Monaten oder Jahren die Grundgebühr, wodurch sich auch die Tarife mit günstigen kWh-Preisen nicht nur für Vielfahrer lohnen. Ein weiterer Vorteil: Bei einigen Autohersteller-Tarifen wie „Mercedes Me Charge“ lässt sich der Preis der Partner-Säulen bereits bei der Routenplanung im Navigationsgerät erkennen. Bei Plug-and-Charge-Säulen muss dann nur der Stecker eingesteckt werden, Abrechnung und Autorisierung laufen im Hintergrund.

5. Auf Kleingedrucktes achten

Bei der Tarifstruktur geht der Trend wieder hin zu mehr Komplexität, nachdem in der Vergangenheit eher Vereinfachungen im Vordergrund standen. Bei vielen Angeboten gibt es daher wieder Fallstricke, die das Laden unverhofft teuer machen können, etwa in Form verschiedener Blockiergebühren. Die werden am AC-Lader nach drei bis vier Stunden als Aufschlag auf den Strompreis fällig, bei DC-Säulen schon deutlich früher. In vielen Fällen sind die Beträge allerdings gedeckelt, sodass die Mehrkosten bei versehentlichem Trödeln überschaubar bleiben. Zuletzt erlebte aber auch die Minuten-Abrechnung wieder ein Comeback, meist in Form eines Aufschlags auf den kWh-Preis. Meist werden kleinere Cent-Beträge fällig, die auf den ersten Blick vernachlässigbar aussehen, sich über ein paar Stunden aber zu mittleren Euro-Beträgen aufsummieren. (Holger Holzer/SP-X)

Rubriklistenbild: © HalfPoint Images/Imago

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