14 Prozent weniger

Elektroauto-Markt 2024: Branchenverband VDA prognostiziert Absatzrückgang in Deutschland

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Das E-Auto hat aktuell in Deutschland keinen leichten Stand. Im Dezember wurde der Umweltbonus überraschend eingestellt. Für 2024 rechnet der VDA nun mit einem Absatzrückgang.

Wie geht es weiter mit dem Elektroauto? Zuletzt gab es in Sachen E-Mobilität einige Dämpfer. Mit Hertz kündigte ein großer Autovermieter eine Kehrtwende bei seiner Stromer-Strategie an: Geplant war ursprünglich der Kauf mehrerer Hunderttausend Elektroautos – stattdessen soll nun ein Drittel der rund 60.000 Fahrzeuge umfassenden E-Auto-Flotte verkauft werden. Als Gründe wurden eine zu geringe Nachfrage, hohe Instandhaltungskosten und niedrige Restwerte genannt. Bei Sixt verbannt man Teslas aus dem Fuhrpark – im Prinzip aus denselben Gründen. Bei Privatkäufern dürfte die überraschende Streichung des Umweltbonus für Elektroautos zu größerer Unsicherheit beigetragen haben. Für das Jahr 2024 prognostiziert der Branchenverband VDA jedenfalls einen Rückgang des E-Auto-Absatzes in Deutschland.

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Neuzulassungen von Elektroautos im Januar 2024: Deutlicher Rückgang im Vergleich zum Dezember

Im Januar 2024 wurden in Deutschland 22.474 Elektroautos neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Januar 2023) ist das ein Plus von rund 24 Prozent. Vergleicht man die Zahlen jedoch mit dem Vormonat (Dezember 2023), ergibt sich ein anderes Bild: Da wurden 54.654 Elektroautos neu zugelassen, was einem Einbruch von rund 60 Prozent entspricht. Auch der Anteil der E-Autos an den gesamten Neuzulassungen hat sich im Vergleich zum Dezember fast halbiert: Es waren nur noch 10,5 statt zuvor 22,6 Prozent.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Branchenverband VDA rechnet für 2024 mit sinkenden Neuzulassungszahlen bei E-Autos

Beim Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) rechnet man ganz offensichtlich nicht damit, dass sich die Lage schnell ändert. Für das gesamte Jahr 2024 prognostizieren die Experten in Deutschland einen Absatz von rund 451.000 Elektroautos – das wäre im Vergleich zu 2023 ein deutliches Minus von 14 Prozent. Einen leichten Anstieg sieht der VDA dagegen bei Plug-in-Hybriden: 185.000 Exemplare sollen 2024 in Deutschland verkauft werden, das entspräche einem Plus von fünf Prozent gegenüber 2023.

Der Branchenverband VDA rechnet für 2024 mit einem Rückgang der E-Auto-Neuzulassungen in Deutschland. (Symbolbild)

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Umfrage zeigt: Viele Deutsche aktuell noch nicht zum Umstieg auf E-Autos bereit

Laut einer DAT-Umfrage kann sich aktuell mehr als ein Drittel der deutschen Autofahrer nicht vorstellen, auf ein reines Elektroauto umzusteigen. Knapp 40 Prozent wären dagegen zumindest theoretisch bereit, künftig einen Stromer zu fahren – allerdings möchten die wenigsten sofort umsteigen. Die Hälfte der Umstiegswilligen dachte an einen Zeitpunkt in mehr als fünf Jahren, ein Drittel an einen Zeitrahmen zwischen drei und fünf Jahren. Als Gründe gegen die Anschaffung eines E-Autos wurden am häufigsten eine begrenzte Reichweite, hohe Anschaffungskosten und eine unausgereifte Infrastruktur genannt. Doch auch Gebrauchtwagenhändler klagen teils über E-Autos, aufgrund der hohen Wertverluste.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Schöning

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