Große regionale Unterschiede

Strompreis-Entlastung ab 2026: Nicht alle profitieren – diese Haushalte sparen jetzt am meisten

Die Bundesregierung hat eine Strompreis-Entlastung beschlossen – doch nicht alle profitieren gleichermaßen. Diese Haushalte sparen jetzt am meisten.

Berlin – Die neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein umfassendes Entlastungspaket zur Senkung der Strompreise angekündigt, das ab 2026 greifen soll. Dieses soll sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte finanziell spürbar entlasten. So wurde die Senkung der Stromsteuer für die Industrie beschlossen, weiterhin sollen ab 2026 Zuschüsse zu den Netzentgelten gewährt werden.

Die Strompreis-Entlastungen fallen regional unterschiedlich aus – nicht alle Haushalte profitieren gleichermaßen.

Die Entlastungen der Bundesregierung sind dringend notwendig, denn Deutschland ist bei den Strompreisen weltweit in der Spitzengruppe. Neben neuen Regeln beim Wechsel des Stromanbieters sollen jetzt also auch die Strompreise sinken. Laut Bundesregierungen liegen die Entlastungen im Schnitt bei rund zwei Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das trifft allerdings nicht auf alle Regionen zu.

Strompreis-Entlastung 2026 – Zuschuss an die Übertragungsnetzbetreiber

Netzentgelte, die den Ausbau der Stromnetze finanzieren, sind zuletzt stark angestiegen. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) machen sie aktuell etwa 28 % des gesamten Strompreises aus. Um Stromkunden zu entlasten, plant die Bundesregierung, die Betreiber der Übertragungsnetze im kommenden Jahr mit 6,5 Milliarden Euro zu subventionieren. Der Zuschuss wird direkt an die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Amprion, 50Hertz, TenneT und TransnetBW fließen. Diese sind für die überregionalen Stromnetze zuständig, die das Land in vier Zonen unterteilen.

An die ÜNB schließen die über 800 verschiedenen Verteilnetzbetreiber (VNB) an. Diese sind für die regionalen und lokalen Stromnetze verantwortlich. Die Haushalte und Unternehmen sind direkt an die Verteilnetze der VNB angeschlossen, die wiederum mit den überregionalen Netzen der ÜNB verbunden sind.

Regionale Unterschiede: Wer profitiert am meisten?

Die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat am 28. August 2025 eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt und wollte wissen, wie sich der Zuschuss zu den Netzentgelten regional auswirken wird. Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass sich die Strompreis-Entlastung keineswegs gleichmäßig über alle Regionen Deutschlands verteilt. So wurde beispielhaft für fünf charakteristische Netzgebiete berechnet, wie sich ein Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro auf die Netzentgelte auswirken würde.

Die regionalen Unterschiede sind demnach erheblich: Während Haushalte im Avacon-Netzgebiet (Nordwest) mit einer Entlastung von 2,58 Cent pro Kilowattstunde rechnen können, profitieren Kunden von E.DIS (Nordost) nur mit 1,27 Cent pro kWh.

Die größten Gewinner sind Haushalte in folgenden Regionen:

  • Avacon (Nordwest): -2,58 ct/kWh
  • Hamburger Energienetze (Norden): -2,38 ct/kWh

Geringere Entlastungen erhalten dagegen:

  • E.DIS (Nordost): -1,27 ct/kWh
  • Bayernwerk (Süden): -1,36 ct/kWh
  • SWM (Süden): -1,48 ct/kWh

Diese Unterschiede entstehen dadurch, wie viel Strom im jeweiligen Verteilnetzgebiet aus dem Übertragungsnetz bezogen wird. Besonders profitieren dem Dokument zufolge Haushalte mit Gasheizung, die zusätzlich zur Strompreis-Entlastung von der Abschaffung der Gasspeicherumlage profitieren und damit auf eine Gesamtentlastung zwischen 140 und 160 Euro pro Jahr kommen können. (phs)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Swen Pförtner

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