VonSophie Klußschließen
Ragdoll-Katzen sind der Inbegriff eines niedlichen Stubentigers. Doch nicht nur ihr Aussehen ist besonders süß, auch ihr Charakter ist geprägt von Sanftmut und einem Herzen aus Gold.
Sie sind flauschig, haben große Augen, die in einem intensiven Blau leuchten und große, tapsige Pfoten. Das mittellange bis lange Fell ist weich und dicht. Die hübsche Masken- und Pointkatze ist das Ergebnis einer glücklichen Zufallsmutation in Amerika. Die anschließende Zucht wurde zunächst landesweit und ab den 80ern auch in Europa berühmt. Heute zählen Ragdolls zu den beliebtesten Katzen weltweit – und gehören darüber hinaus zu den größten Hauskatzen.
Ragdoll-Katzen: sanfte Wesen mit betörenden blauen Augen
Die Vertreter der Rasse sind bekannt für ihr gutmütiges Wesen und ihre sanfte Art. Die anhänglichen Stubentiger mit den faszinierenden blauen Augen benötigen jedoch viel Aufmerksamkeit. Sie sind im Gegenzug treue Begleiter und haben sogar eine besondere Eigenschaft, die auf ihrem großen Vertrauen zum Menschen basiert: Ragdolls sind dafür bekannt, beim Hochheben durch einen Menschen nach einer kurzen Anspannung puppenartig sofort wieder zu erschlaffen. Sie lieben es, von ihren Bezugspersonen herumgetragen zu werden, wobei sich ihre Muskulatur vor lauter Wohlgefühl schlagartig entspannt. Diese niedliche Eigenart hat ihnen ihren Rassenamen „Ragdoll“, zu Deutsch „Stoffpuppe“, beschert. Und tatsächlich ähneln die Samtpfoten auf dem Arm Puppen, deren Glieder entspannt herunterhängen.
- Ragdoll-Kitten kommen weiß zur Welt und entwickeln einige Tage später zunächst im Gesicht die typischen Pointzeichnungen. Zeichnungen an den Beinen und am Schwanz folgen. Erst im Alter zwischen drei und vier Jahren ist die Farbentwicklung abgeschlossen. Erst dann gelten Ragdolls auch als erwachsen.
- Ragdolls lieben es, mit Wasser zu spielen. Ob aus dem Wasserhahn, einer Schale oder aus dem Trinkbrunnen – die Miezen beschäftigen sich ausdauernd und hingebungsvoll mit dem kühlen Nass. Für Besitzer, die ihre Katze ab und an baden müssen, ist diese Eigenschaft von Vorteil.
- Ragdolls miauen kaum. Mit Schnurren hingegen zeigen die flauschigen Miezen jedoch gerne und oft ihr Wohlgefühl. Miaut eine Ragdoll einmal doch, möchte sie ihrem Menschen etwas Wichtiges mitteilen.
- Ragdolls sind besonders beweglich. Sie schlafen in teils verrückten Positionen und erwecken dabei den Eindruck, als hätten sie kein stützendes Knochengerüst. Tragen Sie eine Ragdoll auf dem Arm, sollten Sie sie mit beiden Händen festhalten, da sie sich sonst aufgrund ihrer Eigenart, sich komplett zu entspannen, verletzten könnte.
- Ragdolls wird nachgesagt, dass sie sich wunderbar auf die emotionalen Bedürfnisse ihrer Menschen einstellen können. Das macht sie zu einem beliebten und geschätzten Begleittier.
- Ragdolls sind die Hunde unter den Katzen. Sie spielen beispielsweise gerne, sogar mal eine Runde Fangen, sind ihren Menschen treu ergeben und begrüßen sie freudig, wenn sie endlich nach Hause kommen.
Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.
Ragdolls sind nicht nur süß – eine steht sogar im Guinness-Buch der Rekorde
Ragdolls sind als neugierige, ausgeglichene und verspielte Tiere bekannt. Sie lieben Gesellschaft, schätzen ähnlich gesinnte Artgenossen im Haushalt und sind spaßige Zeitgenossen. Eine Rassevertreterin namens Puff ist sogar so süß, dass Guinness World Records ihr den Titel „Meiste Klicks für eine Katze auf YouTube“ verliehen hat. Haben Sie das Herz einer Ragdoll erstmal erobert, wird sie Ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit auf Schritt und Tritt folgen. Daher sollten Sie sie auch nicht zu lange alleine lassen – das könnte den Stubentiger traurig machen.
Rasseporträt: Ragdoll-Katze
Größe: sehr groß, mit einer Länge von bis zu 120 Zentimetern und bis zu 40 Zentimetern Schulterhöhe
Gewicht: etwa 4,5-9,5 Kilogramm
Körperbau: muskulös, hochbeinig, kräftig
Fell: Halblanghaar, seidige Textur, ohne Unterwolle, Pointer-Zeichnung, buschiger Schwanz
Fellfarben: Das bei der FIFé anerkannte Farbspektrum besteht aus Schwarz, Lilac, Seal, Red, Blue, Cream und Chocolate, mit unterschiedlichen Musterungen und Point-Zeichnungs-Varianten.
Pflege: regelmäßiges Bürsten, vor allem zum Fellwechsel
Lebenserwartung: durchschnittlich 12-17 Jahre
Charakter: ruhig, anhänglich, gutmütig, spielfreudig, verschmust, starke Persönlichkeit, familien- und kinderfreundlich
Krankheiten: Ragdolls gelten als wenig krankheitsanfällige und robuste Katzen. Genau wie viele andere Hauskatzen können jedoch auch Ragdolls an der erblichen und tödlichen Herzkrankheit HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) erkranken. Es gibt einen Gentest für Ragdolls, der eine entsprechende Veranlagung anzeigt. Auch für Augenerkrankungen und Blutarmut (Anämie) sind Ragdolls anfällig.
Haltung: Die Ragdoll zählt zu den großen Katzen und ist nicht für die Haltung in kleinen Räumlichkeiten geeignet.
Preis: 1.500-2.500 Euro
Possierliche Begleiter für Erwachsene, Kinder und Hunde
Sind ihre Menschen bei ihnen, zeigen sich die Ragdoll-Katzen von ihrer neugierigen und aufmerksamen Seite: Sie beobachten dann alles, was ihre Besitzer tun. Auch im Schlaf weichen sie ihnen nur ungern von der Seite. Ragdolls sind geduldige und tolerante Hausgenossen und sind für Familien mit Kindern, aber auch mit Hunden optimal geeignet.
Zehn Katzenrassen mit strahlend blauen Augen




Als eine der wenigen reisefreudigen Katzenrassen ist es sogar möglich, Ragdolls woandershin mitzunehmen. Sie fühlen sich unterwegs wohl und erkunden begeistert fremdes Terrain. Ausreichende Bewegung und Beschäftigung sollte aber auch zu Hause gewährleistet sein. Mit verschiedenen Spielzeugen, zusammengeknüllter Zeitung, Kratzmöbeln und gemütlichen Liegeplätzen schaffen Katzenhalter ein Paradies für ihre cleveren Mitbewohner.
Rubriklistenbild: © Design Pics/Imago

