Umweltschonendes Waschen

Nur 30 statt 60 Grad: So geht klimabewusstes Wäschewaschen – und sauber wird‘s auch

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Wird stark verschmutzte Wäsche nur rein, wenn man sie sehr heiß wäscht? Offenbar funktionieren auch Waschgänge mit niedrigen Temperaturen – und haben einige positive Nebenwirkungen.

Kassel – Das Vorurteil, dass Wäsche bei niedrigen Temperaturen nicht richtig sauber wird, hält sich hartnäckig. Doch eine Untersuchung zeigt: Wäschewaschen bei 30 Grad reicht völlig aus und dies hat auch noch positive Auswirkungen auf das Klima. Auch wenn der 30-Grad-Waschgang einige Risiken hat.

Wäschewaschen mit nur 30 statt 60 Grad: Sauberkeit wie bei höherer Temperatur und gut für die Umwelt

Im vergangenen Jahr begannen die Umweltschutzorganisation WWF und der Konzern Procter and Gamble (P&G) eine umfangreiche Aufklärungskampagne. Mit „#Wirdrehenrunter“ riefen sie gemeinsam die Menschen in Deutschland dazu auf, die Temperatur beim Waschen deutlich zu senken.

Laut einer Zwischenbilanz vom Umfragen des WWF, P&G und dem Forschungsinstitut Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) wurde die durchschnittliche Waschtemperatur in deutschen Haushalten in einem Jahr im Schnitt um 1,23 Grad nach unten - von 43,18 Grad auf 41,95 Grad Celsius. Demnach bewirkte dies eine CO₂-Ersparnis von 100.000 Tonnen.

Die Kampagne „Wirdrehenrunter“ will Haushalte animieren, Wäsche nicht mehr bei 60 Grad Celcius, sondern bei einer Wassertemperatur von 30 Grad Celsius zu waschen, um so gleichzeitig hygienisch und klimaschonend zu waschen, denn: Laut WWF habe die Waschtemperatur den größten Einfluss auf den Energieverbrauch beim Wäschewaschen.

Laut dem WWF ist Wäschewaschen bei 30 Grad klimaschonend und spart Energie.

Bei 30 Grad Wäschewaschen: Ziel ist es, die Waschtemperatur fürs Klima zu senken

Bis zu 60 Prozent des CO2-Fußabdrucks sind beim Wäschewaschen auf die Waschtemperatur zurückzuführen. Wer seine Wäsche bei 30 Grad wäscht, leistet einen wichtigen Beitrag, denn so werden laut WWF Energie gespart, CO2-Emissionen reduziert und so das Klima geschützt.

Laut WWF unterstreicht Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland folgendes: „Kälter waschen ist ein einfacher und zugleich wirksamer Beitrag für das Klima.“ WWF und P&G verfolgen mit der Aufklärungskampagne das Ziel, die Waschtemperatur für die folgenden drei Jahre um 1 Grad Celsius pro Jahr zu senken.

Schon das Herunterdrehen der Waschtemperatur von beispielsweise 40 auf 30 Grad reduziere die CO2-Emissionen um bis zu 38 Prozent. Somit kann die Umstellung von 60 Grad auf 30 Grad eine noch größere Wirkung beim Klimaschutz entfalten.

Waschen bei 30 Grad ist nicht nur klimafreundlich, sondern spart Geld

Waschen bei niedrigeren Temperaturen hilft nicht nur der Umwelt. Kalt waschen spart auch Geld: Wen man von 60 auf 30 Grad runterdreht, lassen sich laut des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW) 26 Cent sparen. Bei zwei Waschladungen pro Woche ergebe sich damit jährlich ein Einsparpotenzial von 27,04 Euro. Bei fünf Wäschen in der Woche spart man sogar 67,60 Euro.

Welche Wäsche wasche ich bei wie viel Grad?

Unterwäsche wird bei 30 Grad sauber (ausgenommen blutverschmierte Wäsche oder von erkrankten Familienangehörigen, dann besser bei 60 Grad waschen)

Bett- und Nachtwäsche sowie verschmutzte Oberhemden, Blusen, T-Shirts, Hosen oder Tischwäsche können bei 30 Grad gewaschen werden 

Schmutzige Berufskleidung oder Textilien, die mit Tieren in Kontakt gekommen sind, werden bei 60 Grad gewaschen

Handtücher, Waschlappen, Geschirr- und Spültücher sowie Schürzen grundsätzlich bei 60 Grad waschen

(Quelle: br.de)

Waschen bei 30 Grad: Welche Wäsche wird sauber?

Unterwäsche und Socken werden normalerweise auch bei 30 Grad sauber, auch im Pflegeleicht- oder Feinwäsche-Programm. Blutverschmierte Unterwäsche oder die von erkrankten Familienmitgliedern sollten laut br bei 60 Grad mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel gewaschen werden.

Auch andere Textilien, die mit Tieren in Kontakt gekommen sind, oder Berufskleidung sollten bei 60 Grad gewaschen werden. Generell sollte die Waschtemperatur 60 Grad Celsius betragen, wenn sich Immunschwache, Schwangere oder Säuglinge im Haushalt befinden. Das Forum Waschen, das sich für nachhaltiges, also umweltschonendes Waschen einsetzt, empfiehlt, Handtücher, Waschlappen, Geschirr- und Spültücher bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel mit Bleichmittel zu waschen.

Bett- und Nachtwäsche, leicht verschmutzte Oberhemden, Blusen, T-Shirts, Hosen können bei 30 Grad oder sogar geringerer Temperatur gereinigt werden. 

Nicht nur die Waschtemperatur, sondern auch Waschmittel belasten die Umwelt

Laut dem Umweltbundesamt verbrauche jeder Deutsche im Jahr rund acht Kilo Waschmittel. Nicht nur die hohe Waschtemperatur, auch Waschmittel belasten die Umwelt stark. Etwa 40 bis 50 Liter Trinkwasser fließen bei jedem Waschgang durch Waschmaschinen.

Weiße Wäsche soll möglichst lange auch strahlend weiß bleiben: Beim Waschen müssen Sie deshalb bei ein paar Dingen wie Waschmittel, Programm & Co. achtgeben. Und sollten unter gewissen Umständen ein 40-Grad-Programm meiden.(sli)

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa-tmn

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