Deutlicher Trend

Studie zeigt: Gratis-Ladestationen für Elektroautos werden rar

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Kostenloses Laden von E-Autos gehört immer mehr der Vergangenheit an. Eine Studie offenbart einen drastischen Rückgang der Gratis-Lademöglichkeiten. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Die Elektromobilität steckt derzeit zwar in einer Absatzkrise, die Zahl der E-Autos auf den deutschen Straßen ist in den vergangenen Jahren dennoch deutlich gestiegen. Nicht zuletzt wegen des Umweltbonus und der immer besseren Ladeinfrastruktur. Zeitgleich gibt es immer seltener die Möglichkeit, die Stromer gratis zu laden.

In der Anfangszeit der Elektromobilität lockten noch viele Unternehmen auf ihren Parkplätzen gratis Lademöglichkeiten an. Wer nicht zu Hause über eine Solaranlage kostenlos nachladen kann, hatte so die Möglichkeit, etwas Geld zu sparen. Dieses Privileg ist vielerorts inzwischen verschwunden. Als eine der letzten großen Ketten hat Ikea 2023 damit angefangen, den Kunden den Strom in Rechnung zu stellen.

75 Prozent der Einzelhändler bieten Ladestationen an – zumeist kostenpflichtig

Wie schnell sich die Situation gewandelt hat, zeigt eine aktuelle Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI basierend auf einer Online-Umfrage aus dem Februar 2024. „Bereits 75 Prozent der Einzelhändler haben Ladestationen für ihre Kundschaft installiert“, heißt es in dem Bericht zur Elektromobilität im Handel.

Auch bei Lidl müssen Elektroautofahrer zahlen.

Bei den allermeisten Geschäften (76 Prozent), müssen die Kunden regulär zahlen. Nur vier Prozent gaben an, Elektroautofahrer weiterhin gratis laden zu lassen. Sieben Prozent beschränken das Angebot auf ihre Kunden. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 war es für Fahrer von Elektroautos bei 29 Prozent aller Handelsketten möglich, kostenlos zu laden. Zusätzlich boten 12 Prozent dieser Ketten diesen Vorteil ausschließlich für ihre eigenen Kunden an, berichtet die AutoBild.

Ladesäulen der Händler oftmals kaum ausgelastet

Die Liste der Gründe für diese Entwicklung ist lang, wie es in der Studie heißt. Hauptsächlich läge es aber an den gestiegenen Energiepreisen und höheren Kosten für moderne DC-Ladesäulen. Der Studie zufolge sei die Anzahl der Schnellader und High-Power-Ladesäulen in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Selbiges gilt auch für die Nachfrage nach Ladestrom, da es immer mehr Elektroautos gibt. Allerdings melden viele Händler nur eine schwache Auslastung ihrer Ladeangebote. So seien nur zehn Prozent aller verfügbaren Stationen zu 75 Prozent oder mehr ausgelastet. Bei 26 Prozent der Ladepunkte seien sogar nur zu zehn Prozent oder weniger genutzt.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Die gute Nachricht: Bei jedem zehnten Einzelhändler kann das Elektroauto zu vergünstigten Konditionen geladen werden. Zudem wird die Zahl der Ladepunkte auf Parkplätzen weiter steigen. Dies ist zum Teil auf gesetzliche Anforderungen zurückzuführen. Bereits heute müssen neue oder modernisierte Gebäude ab einer bestimmten Anzahl von Parkplätzen Lademöglichkeiten zur Verfügung stellen, schreibt die AutoBild. Ab 2025 wird diese Regelung auch für bestehende Gebäude gelten, sofern sie über mehr als 20 Parkplätze verfügen. Und auch Tankstellen sollen verpflichtet werden, künftig Lademöglichkeiten für Elektroautos zu schaffen.

Rubriklistenbild: © JOKER/Imago

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