Vorbeugung gegen Krebserkrankungen

Krebs-Risiko senken: Wie viele Karotten Sie pro Woche essen sollten

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Eine gesunde Ernährung spielt bei der Prävention von Krebs eine wichtige Rolle. Forscher fanden heraus, dass eine bestimmte Gemüsesorte eine besonders starke krebshemmende Wirkung hat.

In Deutschland erkranken nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) jedes Jahr rund 493.200 Menschen an Krebs. Laut einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Krebserkrankungen weltweit bis zum Jahr 2050 sogar rasant ansteigen (um 77 Prozent). Dabei beeinflussen viele Faktoren das Risiko, an Krebs zu erkranken. Nicht nur Gene und Veränderungen des Erbguts spielen eine Rolle, sondern auch der eigene Lebensstil. Mithilfe einer gesunden und ausgewogenen Ernährung kann man sein individuelles Risiko reduzieren. Laut einer Studie soll eine bestimmte Gemüsesorte das Risiko dabei um 20 Prozent senken.

Krebs: Mit einer bestimmten Gemüsesorte können Sie Ihr Risiko senken

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln wie Gemüse spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention von Krebs.

In ihrer im Fachmagazin Foods veröffentlichten Studie untersuchten Forscher der Universität Newcastle die Auswirkungen des Verzehrs von Karotten auf das Krebs-Risiko. Denn bereits andere wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass das in dem Gemüse enthaltene Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, Zellen im Körper schützen kann. Daher wurde vermutet, dass dieses Provitamin auch das Krebs-Risiko senken könnte. Da Wissenschaftler bisher in klinischen Studien allerdings keinen großen Effekt ausmachen konnten, untersuchte das Forscherteam aus Newcastle weitere Inhaltsstoffe, wie die beiden Planzenstoffe Polyacetylene und Isocumarine, welche hauptsächlich in Karotten vorkommen. Beiden Pflanzenstoffen wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Insbesondere das Polyacetylen Falcarinol soll dabei tumorhemmend wirken. In Tier- und Zellversuchen zeigte der Pflanzenstoff krebshemmendes Potenzial.

Die Forscher analysierten für ihre Studie 198 internationale Studien. Die Ergebnisse zeigten, dass in 80 Studien mit über 60.000 Teilnehmern der regelmäßige Verzehr von Karotten das Krebs-Risiko um bis zu 20 Prozent senkte. Die Wirkung für unterschiedliche Krebsarten unterschied sich dabei kaum. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass Personen, die wöchentlich fünf Portionen Möhren (eine Portion entspricht dabei etwa einer Handvoll in Scheiben geschnittener roher Karotten) zu sich nahmen, am stärksten von der schützenden Wirkung profitierten. Doch auch bereits eine Portion pro Woche konnte das Risiko um vier Prozent reduzieren.

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Krebs vorbeugen: Ingesamt gesunde und ausgewogene Ernährung spielt wichtige Rolle

Der Verzehr von Karotten ist somit laut den Forschern „eindeutig mit einem verringerten Krebsrisiko verbunden“. Jedoch kann dieser selbstverständlich nicht allein ein Heilmittel gegen Krebserkrankungen sein. Zur Prävention von Krebs zählen unter anderem mehrere Faktoren, die den eigenen Lebensstil betreffen und damit in gewissem Maße beeinflussbar sind. Dazu gehören beispielsweise eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gesunde Fette), regelmäßige Bewegung sowie der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol.

Krebs-Risiko mit gesunden Lebensmitteln senken: Brokkoli, Knoblauch, Zwiebel und Lauch können schützen

Brokkoli
Sekundären Pflanzenstoffen kommt eine besondere Bedeutung bei. Der in Brokkoli enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Sulphoraphan beispielsweise wehrt freie Radikale ab und hemmt somit den natürlichen Alterungsprozess der Zellen in der Haut. Doch Brokkoli kann noch mehr. Wie auch viele andere Arten aus der Familie der Brassicaceae, ist das grüne Gemüse aufgrund seiner bioaktiven Glucosinolate oder „Senfölglucoside“ so wertvoll. Vor allem das in jungen Sprossen und Samen in hoher Konzentration vorkommende Glucoraphanin sowie das enzymatische Abbauprodukt Sulforaphan sollen eine anti-kanzerogene Wirkung entfalten. Die in Brokkoli enthaltenen sekundären Inhaltsstoffe können die Entstehung und den Verlauf von Krebserkrankungen positiv beeinflussen, wie das Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster veröffentlichte. ©  Alex9500/Imago
Radieschen
Öfters mal Radieschen zur Brotzeit verspeisen, das fördert ebenfalls die Gesundheit. Denn Radieschen enthalten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Glu­co­si­no­la­te, die an­ti­ox­i­da­tiv sowie im­mun­mo­dul­ier­end wirken und das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken können, laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“. © Gojaz Alkimson/Imago
weißer Rettich
Auch der insbesondere im Süden Deutschlands beliebte Rettich ist gut für die Gesundheit. Dank seiner sekundären Pflanzenstoffe Glu­co­si­no­la­tea kann er das Ri­si­ko für be­stim­mte Krebs­erkrankungen senken, so die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“. Die im Rettich enthaltenen Senföle haben zudem eine heilsame Wirkung auf Leber, Galle und Verdauung. © Cess /Imago
Kresse pflanzen säen ernten
Wer Schnittlauchbrot isst, sollte ruhig mal variieren und ein Kressebrot probieren. Denn auch Kresse, insbesondere die Wasserkresse, ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie den sekundären Pflanzenstoffen der Glu­co­si­no­la­te, die vorbeugend gegen Krebswachstum wirken sollen. © Roman Möbius/Imago
Senfsaat, gelb, in einem Esslöffel
Senf kennt man üblicherweise aus dem Glas oder der Tube und wird häufig als Geschmacksverstärker verwendet. Dabei kann Senf noch viel mehr, als nur schmecken. Das wussten auch schon die Römer, die gemahlene Senfsaat als Wickel und in Bädern gegen Migräne, Arthrose oder Bronchitis einsetzten. Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann, Leiter des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, weiß um die besondere Wirkung von Senf: „Der Konsum von scharfem Senf schützt beispielsweise vor den erbgutschädigenden Wirkungen der beim Grillen und Braten von Fleisch entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe.“ Er und seine Kollegin Dr. Evelyn Lamy konnten nachweisen, dass der handelsübliche scharfe Senf vor der Wirkung krebsauslösender Stoffe effektiv schützt. Verantwortlich für die krebshemmende Wirkung sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Glu­co­si­no­la­te und Senföle. Insbesondere letztere sind für die Schärfe verantwortlich. Je schärfer der Senf, desto höher ist der Anteil an Senfölen, umso besser ist die krebsvorbeugende Wirkung. © rezkrr/Imago
Knoblauch (Allium sativum), Knoblauchzwiebeln auf einem Teller common garlic (Allium sativum), garlic bulbs on a plate B
Knoblauch hat gemeinhin bei manchen noch einen schlechten Ruf, da es heißt, sein Verzehr würde zu einem schlechten Atem beitragen. Dabei ist die Knolle überaus gesundheitsfördernd und sollte aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe in der Küche nicht fehlen. Die enthaltenen Sul­fi­de entfalten laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)“ nicht nur eine an­ti­bi­o­tische, an­ti­ox­i­da­tive, an­ti­throm­bo­tische, blut­druck­sen­kende sowie chol­esterinsen­kende Wirkung. Auch das Risiko für Krebserkrankungen sollen Sulfide positiv beeinflussen. Allizin, der in Knoblauch und anderen Laucharten enthaltene Aromastoff mit keimtötender Wirkung, soll zudem laut „Deutsche Apothekerzeitung“ gegen Krebszellen wirken. © McPHOTO/A. Schauhuber via www.imago-images.de
Geschnittene, rote Zwiebel
Zwiebeln zählen nicht nur zu den calciumreichsten Gemüsesorten und können somit bei regelmäßigem Verzehr den Knochenabbau hemmen. Zwiebeln enthalten wie Knoblauch Sulfide mit anti-kanzerogenem Effekt. Außerdem sind sie auch reich an dem sekundären Pflanzenstoff Quercetin, das besonders in roten Zwiebeln und den äußeren Schichten vorkommt und krebsvorbeugende Wirkung entfalten soll. © breitformat/Imago
Porree in einer Kiste
Porree, auch Lauch genannt, ist voll von gesunden Nährstoffen wie Carotin, Zink und Fluor. Zudem ist auch Lauch reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Sulfide, die eine Krebs-abwehrende Wirkung haben. © Norman Krauß/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Olivenöl wirkt nicht nur vorbeugend gegen Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch die darin enthaltene Ölsäure soll sogar Krebszellen abwehren. Die im Olivenöl enthaltene Omega-9-Fettsäure kann die Effizienz einer Krebstherapie mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab sogar deutlich erhöhen – dieser wirkte in Verbindung mit der Ölsäure stärker als ohne Ölsäure. © Panthermedia/Imago
Frau öffnet Walnüsse mit Hammer
Nicht nur bei hohem Blutdruck sollen gerade Walnüsse und Pistazien helfen. Wer regelmäßig Nüsse isst – tägliche Empfehlung nicht mehr als eine Handvoll – kann das Risiko für Darmkrebs senken, wie Forscher vom Lehrstuhl für Ernährungstoxikologie an der Universität Jena untersuchten, so die „Ärztezeitung“. Danach aktivieren Nüsse offenbar die körpereigene Abwehr zur Entgiftung von reaktiven Substanzen wie ultraviolette Strahlung oder verschiedene Chemikalien, welche die Zellschäden und in Folge Krebs begünstigen können. Nüsse enthalten zudem sekundäre Pflanzenstoffe wie Phe­nol­säur­en, die das Risiko für Krebs ebenfalls verringern können. © agefotostock/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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