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Krebs vorbeugen und Blutdruck senken mit sekundären Pflanzenstoffen aus Rotwein und Beeren

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Pflanzenstoffe stecken nicht nur in Gemüse. Welche Lebensmittel Sie mit wertvollen Flavonoiden versorgen. Sogar das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt soll sinken.

Getreide, Obst und Gemüse gelten als die gesunden Grundnahrungsmittel schlechthin. Sie sind unverarbeitet, enthalten wichtige Ballaststoffe und für den Körper lebenswichtige Nährstoffe. Makronährstoffe wie Kohlenhydrate zählen dazu. Aber auch die mengenmäßig weitaus weniger enthaltenen sekundäre Pflanzenstoffe entfalten gesundheitsförderliche Effekte. Sie kommen in pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Hülsenfrüchten oder Nüssen vor und geben diesen ihre Farbe. Außerdem dienen sie den Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde und wirken als Wachstumsregulatoren, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weiter informiert.

Das Bundeszentrum für Ernährung führt verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und deren Wirkung auf:

  • Flavonoide: hemmen Entzündungen, regulieren den Blutdruck, beugen Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten vor, wirken gegen Bakterien und Viren
  • Carotinoide: wirken antioxidativ, hemmen Entzündungen, beugen Krebs, metabolischem Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor
  • Phytosterine: senken den Cholesterinspiegel und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor
  • Glukosinolate: wirken antioxidativ und beugen Krebs vor
  • Saponine: beugen Krebs vor und wirken gegen Bakterien
  • Phytoöstrogene: regulieren den Blutdruck und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Wechseljahrsbeschwerden und Krebs vor
  • Sulfide: wirken gegen Bakterien und Viren, regulieren den Blutdruck, senken den Cholesterinspiegel und beugen Krebs vor

Studie zeigt blutdrucksenkende Wirkung von Flavonoiden auf

Wer regelmäßig Vollkornprodukte, Nüsse, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte zu sich nimmt, versorgt den Körper mit sekundären Pflanzenstoffen. Achten Sie am besten auf Bio-Qualität, weil diese Produkte weniger bis keine Pestizide oder andere Giftstoffe enthalten.

Wer häufig Salat isst, führt sich viele sekundäre Pflanzenstoffe zu.

Eine nordirisch-deutsche Studie hat dem Bundeszentrum für Ernährung zufolge gezeigt, dass flavonoidreiche Lebensmittel den Blutdruck senken und dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen können. Dieser Effekt lasse sich unter anderem auf eine vielfältigere Darmflora zurückführen, so ein Studienfazit. Das Forscherteam um Amy Jennings vom Institute for Global Food Security an der Queen’s University in Belfast hatte für die Untersuchung Daten von 900 Erwachsenen ausgewertet. Stuhlproben wurden genommen und auch Ernährungsweisen und Blutdruckwerte erfasst. Diejenigen, die häufig flavonoidreiche Lebensmittel aßen, hatten niedrigere Blutdruckwerte als solche, die selten Flavonoide konsumierten.

Wer rund 1,5 Portionen Beeren am Tag aß (rund 130 Gramm) konnte eine durchschnittliche Senkung des systolischen Blutdrucks um 4,1 mm Hg erreichen, so die Forschenden. Bis zu 15 Prozent des Zusammenhangs zwischen flavonoidreicher Kost und Blutdruck war durch eine größere Vielfalt des Darmmikrobioms zu erklären, zitiert das Bundeszentrum für Ernährung aus der Studie. Es handelt sich allerdings um eine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen kann. Um die Ergebnisse zu bestätigen, müssen also weitere Analysen folgen.

Fettleber heilen: Zehn Gemüsesorten, die dem Organ guttun

Salatkopf
Um Ihrer Leber etwas Gutes zu tun und eine bestehende Fettleber zu heilen, setzen Sie auf alle Salatsorten und essen Sie regelmäßig davon. Unter dem grünen Gemüse eignet sich auch Spinat besonders gut, um einer Verfettung der Leberzellen entgegenzuwirken. © Westend61/IMAGO
Artischocken
Artischocken enthalten Stoffe, die sowohl die Verdauung anregen als auch den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen. Wer unter einer Fettleber leidet, sollte das Gemüse ab sofort auf seinen Speiseplan setzen. © Westend61/IMAGO
Aubergine
Auberginen zählen zu den Gemüsesorten, die sich ideal dafür eignen, eine Fettleber wieder zu heilen und sich gesund zu essen. © zhekos/IMAGO
Gurkenscheiben
Gurke steckt voller Vitamine und wichtiger Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Sie fördert nicht nur die Hautgesundheit und hat eine entzündungshemmende Wirkung, sondern hilft auch gegen eine Fettleber. © Zoonar.com/Markus Mainka/IMAGO
Frau hält Radieschen in den Händen
Radieschen sind nicht nur ein kalorienarmer, knackiger Snack mit viel Folsäure, Vitamin C und Kalium: Das Gemüse kann Ihrer Leber auch dabei helfen, wieder gesund zu werden. Außerdem können Sie einer Fettleber damit vorbeugen. © Francesco Morandini/IMAGO
Erbsen
Hülsenfrüchte wie etwa Erbsen, Bohnen oder Linsen fördern eine gesunde Leber. Ihr Verzehr kann zur Heilung einer Fettleber beitragen. © Addictive Stock/IMAGO
Karotten
Karotten tragen ebenfalls zur Gesundheit Ihrer Leber bei. Essen Sie das Gemüse regelmäßig und beugen Sie so einer Fettleber vor. © Stefanie Baum/IMAGO
Frau hält drei Paprika in den Händen
Paprika ist reich an Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Zink. Außerdem enthält es viel Vitamin A, B und C. Mit dem Gemüse können Sie einer Fettleber vorbeugen oder sie heilen. © Westend61/IMAGO
Rote Beete
Auch wenn rote Beete nicht zu den beliebtesten Gemüsesorten zählt, so kann sie dennoch auch etwas für die Leber tun. Das Gemüse enthält außerdem viel Folsäure und Eisen und stärkt das Immunsystem. © diadis/IMAGO
Zucchini auf Brett
Zu guter Letzt zählt auch die Zucchini zu den Gemüsesorten, die zur Heilung einer Fettleber gut geeignet ist.  © Westend61/Imago

In welchen Nahrungsmitteln sind Flavonoide enthalten?

Flavonoide sind als Pflanzenfarbstoffe verantwortlich für rote, blaue, hellgelbe und violette Farbgebung vieler Gemüse- und Obstarten, wie die DGE informiert. Enthalten sind die sekundären Farbstoffe unter anderem in:

  • Beeren
  • Äpfeln
  • Zwiebeln
  • Soja
  • Tee
  • Rotwein
  • Nüssen
  • Schokolade

In Hinblick auf Alkohol in Rotwein ist zu beachten, dass dieser sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt. Viele Mediziner empfehlen daher, sehr wenig oder am besten keine alkoholhaltigen Getränke zu konsumieren. Denn übermäßiger Konsum hat fatale Folgen: Leberzirrhose, Alkoholsucht, Nervenschäden im Gehirn bis hin zu Krebs. Die empfohlenen Höchstmengen Alkohol laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen können Sie hier nachlesen.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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