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Kranke Nieren: Erste Warnzeichen lassen sich an Augen erkennen

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Eine Nierenerkrankung kann eine stille Gefahr sein, da sie oft lange Zeit ohne Symptome auftritt. Wissenschaftler entwickelten nun jedoch eine neue Methode für ihre Früherkerkennung.

Im Frühstadium verlaufen Erkrankungen der Niere häufig symptomlos. Bisherige Methoden aus der Forschung konnten die Krankheiten zudem nicht frühzeitig erkennen. Dies könnte sich nun jedoch ändern: Ein britisches Forscherteam entwickelte 3D-Augenscans, die in Zukunft zur Früherkennung von Nierenerkrankungen eingesetzt werden könnten.

Kranke Niere: Forscher können sie an den Augen ablesen

Flankenschmerzen sind eines der wenigen Alarmsignale einer Nierenerkrankung.

Für ihre im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichte Studie setzten die Wissenschaftler von der Universität Edinburgh 3D-Bilder der Netzhaut ein. Diese wurden mithilfe der optischen Kohärenztomographie (OCT) aufgenommen, da so eine präzise Diagnose und Prognose des Fortschreitens von Nierenerkrankungen ermöglicht werden konnte. Innerhalb kürzester Zeit produzieren die OCT-Scanner Querschnittbilder der Netzhaut, auf denen jede einzelne Schicht deutlich zu sehen ist. Um Veränderungen an der Netzhaut zu erkennen, verwendete das Forscherteam hochauflösende Vergrößerungen dieser Bilder.

Im Rahmen der Studie wurden OCT-Bilder von 204 Patienten (in verschiedenen Stadien der Nierenerkrankung, Transplantationspatienten mit eingeschlossen) und von 84 gesunden Patienten untersucht. Im Vergleich zu den gesunden Teilnehmenden wiesen Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung dünnere Netzhäute auf. Außerdem stellten die Forscher fest, dass die Netzhaut weiter an Dicke abnahm, wenn der Nierenfunktionsverlust weiter voranschritt. Konnte die Funktion der Niere nach einer Transplantation wiederhergestellt werden, kehrte sich dieser Effekt um.

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Kranke Niere: Regelmäßige Augenuntersuchungen könnten Erkrankungen frühzeitig erkennen

Aufgrund der Studienergebnisse könnten regelmäßige Untersuchungen der Augen sinnvoll sein, um Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen. Laut den Forschern wäre es außerdem möglich, dass die neue Technologie nicht nur bei der Diagnose, sondern auch Entwicklung neuer Medikamente helfen kann. Die Wirkung eines Arzneimittels könnte demnach durch Veränderungen an der Netzhaut erkennbar sein. Dafür seien jedoch noch weitere Studien und Forschungen nötig.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © AntonioGuillem/IMAGO

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