Viele schon außer Betrieb

Neue Blitzer-Regelung in Italien – Südtiroler Bürgermeister zeigt sich besorgt

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Nirgends gibt es so viele Blitzer wie in Italien. Eine neue Regelung soll dies nun ändern. In Südtirol fürchtet man dadurch negative Folgen.

Rom – Insgesamt 11.171 Blitzer gibt es in Italien laut der Verbraucherschutzorganisation Codacons (Stand: Februar 2024). In Deutschland sind es gerade einmal 4690. Damit stellt Italien den Verbraucherschützern zufolge knapp 10 Prozent der Blitzer weltweit. Codacons zählt dabei sowohl intelligente Ampeln als auch traditionelle Blitzer und das Geschwindigkeitsmessungssystem Tutor. Doch Italien ist gerade dabei, eine neue Blitzer-Regelung umzusetzen.

Die hohe Blitzerdichte generiert natürlich auch nicht unbeträchtliche Einnahmen. „Im Jahr 2023 haben die Gemeinden dank der Bußgelder insgesamt über 1,5 Milliarden Euro eingenommen“, heißt es im Bericht von Codacons. Viele Gemeinden stehen deshalb in der Kritik, die Blitzer dazu zu nutzen, ihre Kassen zu füllen. Die neue Blitzer-Verordnung soll dem nun Einhalt gebieten – wird aber auch von vielen kritisiert. Auch in Südtirol können viele die Maßnahme nicht nachvollziehen. Zwar sind vielerorts die Blitzer bereits abgeschaltet, wie von der neuen Regelung vorgeschrieben, glücklich ist man damit jedoch nicht.

Südtirol übt Kritik an neuer Blitzer-Verordnung in Italien: Blitzer keine Geldmacherei, sondern Abschreckung

In Bozen sind 14 der insgesamt 16 Radarfallen nicht mehr rechtskonform, denn sie stehen an Straßen mit Geschwindigkeitsbeschränkungen von unter 50 km/h. Genau dort, wo Raser potenziell den meisten Schaden anrichten können – beispielsweise in einer 30er-Zone vor einer Schule – dürfen nun also keine Blitzer mehr stehen.

Diese elektrischen Geschwindigkeitskontrolle sind nach der neuen Blitzer-Verordnung in Italien vielerorts nicht mehr erlaubt. Die Maßnahme kommt nicht überall gut an.

Renzo Caramaschi, der Bozener Bürgermeister, kann das nicht nachvollziehen. „Die Plastiksäulen haben (...) eine abschreckende Funktion gehabt. Rund 90 Prozent der Autofahrer haben beim Passieren der Boxen den Fuß vom Gas genommen“, zitiert ihn suedtirolnews.it. Die Vorwürfe, dass die Blitzer reine Geldmacherei seien, weist er klar von sich. Man habe im vergangenen Jahr lediglich 150.000 Euro durch Bußgelder verdient.

Eine Möglichkeit, die Blitzer zu behalten, gäbe es. Der Bozener Stadtrat Stefano Fattor schlug vor, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h anzuheben, berichtete unsertirol24.com. Das ist für den Bürgermeister jedoch keine Option.

Blitzer-Regelung verunsichert viele Eltern – Anstieg an Rasern befürchtet

Aber nicht nur einigen Politikern schmeckt die neue Verordnung nicht. Auch in der Bevölkerung haben viele Bedenken. Es wird befürchtet, dass Autofahrer wieder vermehrt die Geschwindigkeitsbeschränkungen missachten. So berichtete etwa Christian Visocchi, Vizekommandant der Stadtpolizei Leifers, dass bereits mehrere Eltern ihm gegenüber die Sorge geäußert hätten, dass die Straßen nun weniger sicher werden würden. Viele wollen ihre Kinder künftig nicht mehr alleine zur Schule gehen lassen.

Unbekannte Städte, Dörfer und Landschaften: Zehn Geheimtipps für den Italien-Urlaub

Stadt Urbino in der italienischen Region Marken
Im Italien-Urlaub verschlägt es viele Reisende zu den Touristenmagneten Rom, Venedig oder Florenz. Aber wie wäre es mit der Stadt Urbino in der italienischen Region Marken? Sie gilt als die “Wiege der Renaissance” und ist der Ort, an dem der berühmte Künstler Raffael das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus kann heute noch besichtigt werden. Aufgrund der imposanten Architektur zählt Urbino zudem zum Unesco-Weltkulturerbe. Das wohl beeindruckendste Bauwerk ist der Palazzo Ducale aus dem 15. Jahrhundert.  © Pond5 Images/Imago
Kanal Vena in der italienischen Stadt Chioggia
Wer keine Lust auf lange Schlangen und Gedränge in der Lagunenstadt Venedig hat, findet nur etwa eine Autostunde entfernt die “kleine Schwester” Chioggia – auch bekannt als “kleines Venedig”. Das malerische Fischerdorf mit seinen engen Gassen und bunten Häuschen zeigt das authentische Italien und lädt zu einem Spaziergang durch die Altstadt ein. Besonders an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen, fühlt man sich an die große Schwester nur 50 Kilometer entfernt erinnert.  © Pond5 Images/Imago
Civita di Bagnoregio in der italienischen Region Latium
Besonders ursprünglich ist das Dorf Civita di Bagnoregio in der Region Latium geblieben. Es wurde vor rund 2.500 Jahren von den Etruskern gegründet und drohte seither aufgrund von Erdrutschen schon mehrere Male auszusterben. Seine einzigartige Lage an der Spitze eines Gesteins macht den Ort jedoch zu einem perfekten Ausflugsziel: Er ist nur über eine 250 Meter lange Fußgängerbrücke zu erreichen, sodass Touristen und Einheimische schon immer vor Autolärm verschont geblieben sind. Eine wunderbare Gelegenheit für Besucher, entspannt durch die Gassen zu spazieren und sich in vergangene Zeiten entführen zu lassen. © Liubomir Paut/Imago
Panorama der zentralen Apenninen im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den Abruzzen
Die Abruzzen zählen ebenfalls zu den eher weniger besuchten Regionen Italiens. Jedoch finden Aktivurlauber genug zu tun, denn mit dem Gebirgsmassiv Gran Sasso befindet sich hier einer der eindrucksvollsten Höhenzüge Italiens. Der Nationalpark verfügt über eine Vielzahl von gut ausgewiesenen Wanderwegen, die tolle Ausblicke auf die imposante Berglandschaft bieten. Da sich das Gebirge nur unweit der Adria-Küste befindet, lässt sich ein Wanderurlaub auch wunderbar mit einer Auszeit am Strand verbinden. © Pond5 Images/Imago
Hafen in Portovenere
Die Cinque Terre mit ihren fünf malerischen Küstendörfern gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen von Italien-Reisenden – daher wird es hier immer Sommer auch mal ganz schön voll. Wer es etwas ruhiger mag, findet nur unweit davon das vergleichsweise unbekannte Portovenere. Auch hier reihen sich bunte Fischerhäuschen aneinander, vor denen sich im Hafen kleine Boote tummeln. Einen Besuch ist außerdem die alte Ortskirche San Pietro wert, die sich vorgelagert auf einem steilen Felsen befindet, sowie die Burg Doria, welche auf einem hohen Felsmassiv thront.  © Pond5 Images/Imago
Sommerabend auf Panarea
Zu den eher unbekannteren Inseln Italiens zählt Panarea im Thyrrenischen Meer vor Sizilien. Beliebt ist sie vor allem bei Prominenten und Wohlhabenden, was sich auch an den Luxusyachten bemerkbar macht, die sich im Hafen befinden. Wer nicht auf dem Eiland übernachten möchte, kann einen Tagesausflug mit der Fähre von Milazzo aus unternehmen. Die Ostküste der Insel ist dicht besiedelt und kann somit wunderbar zu Fuß erkundet werden. Ein Highlight sind die Häuser im Ort San Pietro, die mit ihren weißen Fassaden und blauen Türen an griechische Dörfer erinnern. Wer etwas entspannen möchte, findet sich am Sandstrand Caletta di Zimmari ein.  © Alexander Rochau/Imago
Piazza del Comune Duomo di Santa Maria Assunta mit Torrazzo Baptisterium in Cremona
80 Kilometer südöstlich von Mailand liegt die Stadt Cremona, die für ihre Jahrhunderte alte Tradition des Geigenbaus bekannt ist – bekannte Meister wie Stradivari, Guaneri und Amati waren hier tätig. Einige der schönsten Instrumente werden im Rathaus, dem Palazzo del Comune, ausgestellt. Sehenswert sind zudem der eindrucksvolle Dom von Cremona sowie der benachbarte Glockenturm und das Baptisterium (siehe Bild). © Martin Jung/Imago
Hochebene von Castelluccio im Nationalpark Monti Sibillini
Die Region Marken gehört zu den am wenigsten besuchten Gebieten Italiens – dabei befindet sich hier mit dem Nationalpark Monti Sibillini ein wahres Paradies für Wanderer. Der höchste Gipfel des Gebirgsmassivs ist der Monte Vettore mit 2.476 Metern, an dessen Fuß sich der malerische Lago di Pilato befindet. Zu den beliebtesten Fotomotiven zählt jedoch die Hochebene von Castelluccio, die sich im Mai und Juni in ein buntes Blumenmeer mit Farben von ockergelb bis lila verwandelt.  © Maurizio Sartoretto/Imago
Matera in der italienischen Region Basilikata
Der Ort Matera in der italienischen Region Basilikata wurde 2019 mit dem Titel Kulturhauptstadt ausgezeichnet und im James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” zur Kulisse einer rasanten Verfolgungsjagd. Dennoch halten sich die Touristenmassen in den verschlungenen Gassen, die sich an den kargen Hügeln entlang schlängeln, noch in Grenzen. Besonders beeindruckend an Matera sind die in den Fels geschlagenen Höhlenwohnungen, auch genannt Sassi, in denen bis in die 60 Jahre hinein noch Menschen lebten.  © Pond5 Images/Imago
Rocce Rosse in Arbatax auf Sardinien
Auf Sardinien konzentrieren sich viele Touristen auf die Regionen rund um Cagliari und Olbia. Dabei hat auch der Osten der Insel einiges zu bieten. Zu den atemberaubendsten Ausblicken zählt die Bucht Rocce Rosse bei Arbatax, einem Ortsteil der Stadt Tortoli. Die hohen roten Granitfelsen vor dem türkisfarbenen Meer sorgen für ein einzigartiges Schauspiel. Am Strand von Cea, wenige Kilometer entfernt, befinden sich mit “Is Scoglius Arrubius” zwei weitere beeindruckende rote Felsen.  © Vadym Lavra/Imago

Trotz der Kritik haben viele Südtiroler Gemeinden die Blitzer bereits außer Betrieb genommen. Im nächsten Schritt werden sie abgebaut. Dafür haben die Gemeinden der neuen Verordnung zufolge bis kommendes Jahr Zeit.

Während die einen den Blitzern nachtrauern, dürfte andere der Schritt der italienischen Regierung freuen. Zum Beispiel den Robin Hood der Autofahrer, „Fleximan“ – der machte Schlagzeilen, weil er mehrere Radargeräte zerstörte. Viele feierten die Aktion des Unbekannten. Die Polizei ermittelt jedoch gegen den oder die Täter – und hat aktuell zwei Verdächtige. (sp)

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/IMAGO

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