Vom Verzehr wird abgeraten

Süßigkeiten-Rückruf in elf Bundesländern – Verzehr kann zu Atemnot führen

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Eine in einer bekannten Asia-Supermarktkette verkaufte Süßigkeit ist von einem Rückruf betroffen. Vor allem für Kinder ist sie gefährlich.

Berlin – Der Genuss von Süßigkeiten gehört für viele zum Alltag. Doch in einigen Fällen kann der Verzehr von Naschereien unerwartet zur Gefahr werden. Aktuell warnt eine Rückrufaktion in mehreren Bundesländern vor einem beliebten Süßwarenprodukt, das insbesondere für Kindern eine Erstickungsgefahr darstellen kann.

Rückruf-Aktion für in Asia-Supermarkt verkaufte Süßigkeit – Verzehr vor allem für Kinder gefährlich

Die niederländische Importfirma Herman Kuijper BV und der deutsche Vertriebspartner Go Asia Deutschland GmbH haben einen Rückruf für ein Sußwaren-Produkt gestartet. Grund ist eine potenzielle Erstickungsgefahr beim Verzehr der „Jelly Straws“ Gelee-Sticks, die insbesondere für Kinder eine ernsthafte Bedrohung darstellen kann. Die Süßigkeit, die in Go Asia-Filialen deutschlandweit erhältlich ist, wurde bereits aus den Regalen genommen. Verbraucher werden gebeten, betroffene Produkte nicht zu verzehren, sondern sie zur vollständigen Erstattung zurückzugeben.

Zurückgerufen werden die „Jelly Straws assorted flavors 10 pcs, 200 Gramm“ und „Jelly Straws assorted 15 pcs, 300 Gramm“ der Marke Sweet Mellow mit Mindesthaltbarkeitsdatum 22. April 2026. Konkret sind die Losnummern HERLB023B und HERLB024 betroffen. Im Übrigen ist es nicht das erste Mal, dass Go Asia einen derartigen Rückruf startet.

Rückruf zweier Süßigkeitenprodukte: „Jelly Straws, Assorted 10 pcs, 200g“ und „Jelly Straws, Assorted 15 pcs, 300g“ könnten zum Ersticken führen

„Jelly Straws“-Rückruf: Konsistenz mach Süßigkeiten-Produkt potenziel gefährlich

Die Süßigkeiten, die in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden, wurden in mehreren Bundesländern vertrieben. Betroffen sind: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo die Produkte in den Regalen von Go Asia-Läden zu finden waren. Laut einer Mitteilung des Unternehmens stellt die spezielle Form und Konsistenz der Jelly Straws ein hohes Erstickungsrisiko dar – besonders für junge Konsumenten.

Die Gelee-Konsistenz und die schlauchförmige Darreichungsform der Jelly Straws machen diese Süßigkeit potenziell gefährlich, so der Hersteller. Gerade die für Kinder ansprechende weiche Struktur und die Flüssigkeit, in der die Gelee-Sticks eingeschlossen sind, erhöhen das Risiko, dass die Gelee-Masse im Rachen stecken bleibt oder durch die Gleitfähigkeit beim Herausdrücken verschluckt wird, wie die Berliner Lebensmittelaufsicht informiert. Die Eigenschaften der Gelee-Sticks, machen es schwierig, im Ernstfall schnell zu reagieren und die Atemwege freizubekommen.

Hier noch einmal alle relevanten Informationen im Überblick:

Produkt\tMindesthaltbarkeitsdatum\tChargennummer
Jelly Straws“ 10 Stück (200 Gramm) 22. April 2026HERLB023B
Jelly Straws“ von Sweet Mellow in den Packungsgrößen 10 Stück (200 Gramm) 22. April 2026HERLB024

Wegen Verschluckungsgefahr: Von Verzehr der Süßigkeit wird dringend abgeraten

Bei drohender Erstickungsgefahr ist schnelles und richtiges Handeln lebenswichtig. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) empfiehlt abhängig vom Zustand der betroffenen Person gezielte Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  1. Person kann noch sprechen, atmen und husten: Die betroffene Person sollte ermutigt werden, kräftig zu husten, um den Fremdkörper zu lösen. Bleibt der Husten ohne Erfolg, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden, während man die betroffene Person beruhigt und betreut.
  2. Person kann nicht sprechen, atmen oder husten: In diesem Fall sollte die Person sich nach vorne beugen, und der Helfer führt bis zu fünf kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter aus. Prüfen Sie nach jedem Schlag, ob der Fremdkörper sich gelöst hat. Wenn dies nicht der Fall ist, sofort den Notruf 112 alarmieren.
  3. Wenn akute Erstickungsgefahr besteht: Ein Helfer stellt sich hinter die Person und führt eine Oberbauchkompression durch. Hierzu legt er eine Faust im Oberbauch der betroffenen Person an und zieht diese mit der anderen Hand nach hinten oben. Bis zu fünf Wiederholungen sind möglich. Falls der Fremdkörper dennoch nicht entfernt ist, sollte man Rückenschläge und Oberbauchkompression abwechselnd fortführen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Falls die Person bewusstlos wird und die Atmung aussetzt, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung einzuleiten.

Die Behörden und das Unternehmen empfehlen dringend, die betroffenen Produkte nicht zu verzehren. Verbraucher, die Jelly Straws mit den oben genannten Losnummern gekauft haben, können diese in allen „Go Asia“-Filialen zurückgeben und erhalten eine Erstattung des Kaufpreises. Lebensmittelwarnungen für Produkte und deren Rückruf sind keine Seltenheit. Erst kürzlich machte eine Rückruf-Aktion für Coca-Cola Produkte Schlagzeilen. (ls)

Rubriklistenbild: © Petr Dvorak/Zoonar/IMAGO

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