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Sukkulenten pflegen – fünf Fehler, die Ihnen die Pflanzen nicht verzeihen

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Es ist ein Mythos, dass man Sukkulenten einfach sich selbst überlassen kann. Überleben die Pflanzen, ist es oft Zufall. Wie man sie richtig pflegt, erfahren Sie hier.

In der Welt der Zimmerpflanzen sind Sukkulenten wahre Überlebenskünstler. Ihre saftigen Blätter, Stängel und manchmal auch die Wurzeln sind wahre Wasserspeicher. Die machen sie zu idealen Begleitern für alle, die keinen grünen Daumen haben. Doch Vorsicht, auch Sukkulenten können empfindlich auf falsche Pflege reagieren. Die jeweilige Art und die Jahreszeit spielen dabei eine große Rolle. Hier sind fünf häufige Fehler, die Ihre Pflanzen Ihnen nicht verzeihen – und wie Sie es besser machen können.

1. Zu viel Wasser – der unsichtbare Feind

Da es so viele Sukkulentenarten gibt, gibt es nicht die ultimative Pflegeanleitung. Aber sie ähneln sich oft sehr.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man dem Gießen der Sukkulenten keine Beachtung schenken muss. Tatsächlich ist Überwässerung einer der größten Feinde dieser Pflanzengruppe, aber ganz ohne kommen sie auch nicht aus. Die Sukkulenten bevorzugen trockene Bedingungen. Ihre oft dickfleischigen Blätter sind darauf ausgelegt, Wasser zu speichern. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben gut abtrocknen, das können im Winter schon mal bis zu 30 Tage sein – im Sommer darf man sie aber alle zwei Wochen durchdringend wässern, empfiehlt Sukkulenten-Experte Tobias Pfeil vom Botanischen Garten Jena auf mdr Garten.

2. Besprühen? Besser nicht

Auch wenn Sukkulenten nicht sehr durstig sind, das Besprühen mit Wasser ist keine Alternative. Erstens reicht die Wassermenge nicht aus, um die Pflanzen am Leben zu erhalten und zweitens mögen es sehr viele Arten gar nicht. Sinnvoll ist es bis auf Ausnahmefälle nur dann, wenn Sie die Pflanzen vermehren wollen: Das Besprühen erleichtert das Anwachsen der Ableger, die man durch größere Wassergaben wegschwemmen würde.

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3. Dunkelheit mag niemand – auch Sukkulenten nicht

Sukkulenten stammen oft aus sonnigen Regionen, was ihre Vorliebe für Helligkeit widerspiegelt. Ein weiterer Pflegefehler ist daher ein zu dunkler Standort. Diesen erkennt man daran, dass die Pflanzen eher in die Höhe schießen. Stellen Sie Ihre Sukkulenten an einen sonnigen Platz, um optimales Wachstum und kräftige Farben zu fördern. Allerdings sollte man die Pflanzen sukzessive daran gewöhnen.

4. Falsche Erde, falscher Topf – der Stolperstein für Sukkulenten

Manche Sukkulenten wachsen auf kargen Dächern, scheinbar ohne einen Krümel Erde. Als Zimmerpflanze stellen sie in der Regel höhere Ansprüche an den Untergrund, das heißt an Substrat und Boden. Werden sie hier vernachlässigt, kann dies zu ihrem Tod führen, da sie nicht nur von Luft und Liebe leben. Sukkulenten gedeihen am besten in einem gut durchlässigen Substrat. Ein Fehler, den viele machen, ist die Verwendung von zu humoser Blumenerde. Besser sind spezielle Sukkulenten- oder Kakteenmischungen und eine gute Drainage im Topf. Ein Abflussloch ist unentbehrlich.

5. Vernachlässigung der Ruhephase – ein fataler Fehler

Sukkulenten brauchen eine Winterruhe, erklärt Kakteenforum.com. Ein Fehler ist es, die Pflanzen das ganze Jahr über gleich zu behandeln. Reduzieren Sie die Wassergaben im Winter und stellen Sie sie nicht zu warm. Zu dieser Jahreszeit mögen sie Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Zwei bis drei Mal im Jahr werden die Pflanzen gedüngt – allerdings nicht im Winter. Gönnen Sie Ihren Sukkulenten eine Pause, damit sie im Frühjahr wieder mit voller Kraft austreiben können.

Zehn Zimmerpflanzen, die Leitungswasser gar nicht vertragen – sie reagieren auf Kalk

Eine rosa blühende Zimmerazalee dem Tisch
Moorbeetpflanzen wie die Azalee können Leitungswasser nicht ausstehen. © blickwinkel/Imago
Blätter des Gemeinenr Tüpfelfarns (Polypodium vulgare) in Nahaufnahme
Kleine Gießsünden straft der Tüpfelfarn fast sofort mit braunen Blättern. © blickwinkel/Imago
Bromelie mit pinker Blüte
Bromelien wachsen in der freien Natur auf Bäumen – und da kommt nur Regenwasser hin. © YAY Images/Imago
Eine Alokasie im Kübel
Lieber Mineralwasser als Leitungswasser: Die Alokasie verändert sonst vielleicht ihre schöne Blattfarbe. © agefotostock/Imago
Eine Hand hält eine Orchideenblüte
Am liebsten mögen die Orchideen ein Tauchbad in kalkarmem Wasser. © agefotostock/Imago
Eine pinke Kamelie
An die Kamelie darf nur Regenwasser oder entmineralisiertes Leitungswasser. © agefotostock/Imago
Sonnentaupflanze in Nahaufnahme
Leitungswasser ist für den Sonnentau tabu: Es schädigt die Wurzeln der fleischfressenden Pflanze. © imagebroker/Imago
Eine pinkfarbene Hortensie in grünem Übertopf
Auch als Zimmerpflanze bevorzugt die Hortensie kalkarmes Wasser. © agefotostock/Imago
Die herzförmige rosafarbene Blüte einer Flamingoblume oder Anthurie
Mit gefiltertem, kalkfreien Wasser kann man der Flamingoblume (Anthurie) eine Freude machen. © Panthermedia/Imago
Eine Gardenie mit weißer Blüte
Die Gardenie blüht nur so elegant, wenn sie richtig gegossen wird. Am besten mit Regenwasser. © Panthermedia/Imago

Für die Pflege von Sukkulenten muss man kein Genie sein, aber es ist hilfreich, wenn man ein Grundverständnis für die Bedürfnisse dieser einzigartigen Pflanzen bekommt. Da sie so vielen Pflanzenfamilien zuzuordnen sind, ist es immer noch sinnvoll, sich über die Arten im eigenen Wohnzimmer genau zu informieren. Wenn Sie aber die oben genannten Fehler vermeiden, stehen Ihre Chancen sehr gut, dass Ihre Sukkulenten nicht nur überleben, sondern auch gut gedeihen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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