Wenn der Sprit zu Neige geht

Tankanzeige im Auto beginnt zu leuchten: Wie viele Kilometer schaffe ich noch „auf Reserve“?

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Wenn die Tankanzeige aufleuchtet, beginnt das große Rätselraten: Wie weit kommt das Auto noch? Es gibt eine Faustregel – aber auch viele beeinflussende Faktoren.

Die Bedeutung eines Autos ist nicht für alle Besitzer gleich. Für manche ist ihr Wagen ein Statussymbol, womöglich gar eine Wertanlage – und mindestens einmal die Woche geht es in die Waschanlage, regelmäßig kommt das Auto in einer Hersteller-Werkstatt zur Inspektion. Andere wiederum betrachten ihr Fahrzeug eher als Gebrauchsgegenstand. Wenn mal ein Kratzer in den Lack kommt, dann ist das halt so – und in die Waschanlage fährt man nur, wenn es wirklich nötig ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Tanken: Einige Fahrer suchen bereits eine Tankstelle auf, wenn der Tankinhalt zwischen „Viertel“ und „Halb“ liegt, während andere die Reichweite ihres Fahrzeugs bis zum Äußersten ausnutzen. Doch wie weit kann ein Auto tatsächlich fahren, wenn die Tankanzeige aufleuchtet?

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Treibstoff ist alles andere als günstig, daher sollten Autofahrer grundsätzlich einige Spartipps beachten. Analysen zeigen, dass das Tanken an bestimmten Wochentagen und Uhrzeiten besonders kostengünstig ist. Dennoch ist es nicht ratsam, den Tank bis zum letzten Tropfen leerzufahren. Experten warnen, dass dies teure Schäden an der Kraftstoffanlage verursachen kann.

Wenn die Tankanzeige zu leuchten beginnt, reicht der Sprit in der Regel noch für etwa 50 Kilometer. Ausreizen sollte man dies aber nicht. (Symbolbild)

Spritmangel: Welche Faktoren die Restreichweite beeinflussen

Die Frage, wie weit ein Auto noch kommt, wenn die Tankanzeige aufleuchtet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören der Fahrzeughersteller und das Modell. Viele Fahrzeuge zeigen heutzutage die verbleibende Reichweite in Kilometern an – doch diesen Angaben sollte nicht blind vertraut werden. Die tatsächliche Reichweite kann durch den Fahrstil, die Strecken (etwa starke Steigungen), den Verkehrsfluss und das Fahrzeuggewicht beeinflusst werden. Als Faustregel gilt jedoch, dass nach dem Aufleuchten der Tankanzeige in der Regel noch etwa 50 Kilometer gefahren werden können.

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Mit dem Camaro reagierte Chevrolet Ende 1966 auf den beleibten Ford Mustang. Das Muscle Car aus Detroit erwies sich mit dem V8-Motor und 7 Litern Hubraum jedoch als sehr durstig: Bis zu 43,5 Liter auf 100 Kilometern waren keine Seltenheit. © Chevrolet
Ein roter Lamborghini Countach.
Im Heck des ersten Lamborghini Countach verrichtete ein V12-Motor mit 5 Litern Hubraum seinen Dienst. Mit bis zu 33,5 Litern auf 100 Kilometern war der Sportwagen jedoch alles andere als sparsam. Die Neuauflage dürfte dank Hybrid-Antrieb deutlich weniger verbrauchen. © Thomas Zimmermann/Imago
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Der Rolls-Royce Corniche ist mit rund drei Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht. Kein Wunder also, dass sich auch der V8-Motor mit 7 Litern Hubraum als Schluckspecht erwies. Bis zu 29 Liter gönnte sich der edle Brite auf 100 Kilometer. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Dodge Charger.
Auch der Dodge Charger ist ein Klassiker der amerikanischen Automobil-Geschichte. Getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter“ fällt auch sein Spritverbrauch üppig aus. Bei frühen Modellen waren bis zu 27 Liter auf 100 Kilometer möglich. © Panthermedia/Imago
Aston Martin Lagonda
Optisch kann man vom Aston Martin Lagonda halten, was man möchte. In Sachen Spritverbrauch zählt der Brite, mit bis zu 26,1 Liter auf 100 Kilometern, aber zu den durstigsten Autos, die jemals gebaut wurden.  © Tim Graham/Imago
Hummer H1
Der Hummer H1 wurde ursprünglich vom US-amerikanischen Militär-Herstellers AM General gebaut. Dieser verkaufte die Markenrechte schließlich an General Motors. So wuchtig wie der Geländewagen aussieht, war auch sein Verbrauch, der bei bis zu 24,5 Liter auf 100 Kilometer lag. Die Neuauflage des Klassikers ist im übrigen rein elektrisch unterwegs. © Sebastian Geisler/Imago
Bentley Arnage
Bis 2010 baute Bentley den 2,6 Tonnen schweren Arnage, auf dem auch die State Limousine der verstorbenen Königin Elisabeth II basierte. Mit dem größten Motor war ein Verbrauch von 24,2 Liter auf 100 Kilometer möglich.  © Sebastian Geisler/Imago
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L Edition Type 35
Der Bugatti Veyron war eines der ersten Autos mit Straßenzulassung, das mehr als 1000 PS unter der Haube hatte. Der Motor des „Super Sport“ leistete sogar 1.200 PS. Die Folge: ein Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Litern auf 100 Kilometer. Innerorts sind sogar bis zu 37,2 Liter möglich. © Sebastian Geisler/Imago
Dodge Challenger RT
Neben dem Charger eroberte Dodge auch mit dem Challenger den US-Muscle-Car-Markt. Letztere zeigte sich mit einem Verbrauch von 23,5 Litern auf 100 Kilometer etwas „sparsamer“. © Andre Poling/Imago
Dodge Viper RT10
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für Dodge, denn auch die Viper erweist sich als besonders durstig: bis zu 21,1 Liter auf 100 Kilometer waren möglich. Gebaut wurde der Sportwagen von 1992 bis 2017. © Eibner/Imago

Restreichweite auf dem Bordcomputer: Wie genau ist sie?

Laut ADAC können die Angaben zur Restreichweite im Display als Handlungsempfehlung betrachtet werden. In einem Test mit Fahrzeugen von fünf verschiedenen Herstellern des Modelljahres 2019 stellte der Automobilclub fest, dass keine Anzeige eine höhere Reichweite versprach, als tatsächlich vorhanden war. Die Fahrzeuge konnten letztendlich sogar zwischen 8 und 60 Kilometer weiter fahren, als vom Bordcomputer vorausgesagt.

Trotzdem sollten Autofahrer nicht bis zur letzten Minute warten, um eine Tankstelle aufzusuchen. Dies gilt nicht nur, um mögliche Fahrzeugschäden zu vermeiden. Wer mit leerem Tank liegen bleibt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Während bei einer Panne keine Strafe droht, ist das Liegenbleiben aufgrund von Kraftstoffmangel vermeidbar und wird daher bestraft. Laut bussgeldkatalog.org beträgt das Bußgeld in diesem Fall auf der Autobahn beispielsweise 70 Euro, da das Halten dort verboten ist.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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