Experte klärt auf

Preisschock beim Tanken erwartet den Spritpreisen – es gibt nun Entwarnung

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Der Spritpreis sollte 2024 ordentlich in die Höhe steigen. Derzeit ist das Tanken allerdings noch vergleichsweise günstig. Wie lange das so bleibt, ist ungewiss.

Hamm – Nichts beschäftigt den deutschen Autofahrer mehr als steigende Spritpreise. Ende des vergangenen Jahres hatte da natürlich die Erhöhung des CO₂-Preises aufgrund des Haushaltsstreits der Ampel-Koalition für Aufruhr gesorgt. Von einem Preisschock beim Tanken im neuen Jahr war die Rede – der ist bislang allerdings ausgeblieben. Verbraucher können – vorerst jedenfalls – aufatmen. Doch eine Garantie für günstigen Sprit gibt es nicht.

Preisschock an den Tankstellen bislang ausgeblieben

Diplom-Ökonom Jürgen Ziegener, Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG), hatte bereits im Dezember 2023 auf wa.de-Nachfrage von nur „geringfügigen Auswirkungen“ auf den Spritpreis gesprochen. Der von vielen befürchtete Preisschock an den Tankstellen blieb tatsächlich nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel aus. Ziegener weiß aber auch: Das muss nicht so bleiben.

„Wir haben bedauerlicherweise keine dauerhaft festen Einkaufspreise. Das wäre schön“, sagt Ziegener im Gespräch mit wa.de. Dann nämlich hätten Tankstellen und Kunden mehr Planungssicherheit. „Die Spritpreise sind zum Teil hohen Schwankungen ausgesetzt. Meine Kristallkugel habe ich aber leider verliehen“, sagt der ZTG-Geschäftsführer und ergänzt: „Im Ernst: Es kommt darauf an, wie sich die Nachfrage entwickelt. Es gibt so viele Komponenten, die da eine Rolle spielen – es ist immer schwer zu sagen, wann und wie die Spritpreise steigen.“

Sprit- und Heizkosten steigen wegen CO₂-Preis

Der CO₂-Preis stieg zum 1. Januar 2024 von 30 auf 45 Euro je Tonne. Der Preis für Benzin pro Liter wird dadurch um 1,42 Cent steigen, der Preis für Diesel um 1,6 Cent. Insgesamt erhöhe sich laut ADAC der Literpreis, einschließlich der bereits beschlossenen Anhebung von 2023 auf 2024, um rund 4,3 Cent.

Sprit günstiger, weil Pendler fehlen

Dass die Spritpreise aktuell noch nicht signifikant gestiegen sind, dürfte aber dennoch Gründe haben, die sich benennen lassen. „Schauen Sie sich doch mal auf den Straßen um – da ist nichts los“, sagt Ziegener. Viele Autofahrer weilen noch im Urlaub, längst sind noch nicht alle Pendler wieder zurück auf den Autobahnen in NRW und den anderen großen Verkehrsknotenpunkten der Republik. Wenn das geschieht, könnte der Sprit noch einmal teurer werden – weil dann ja auch sie besagte Nachfrage an den Tankstellen steigen würde.

Zunächst also ist der Preisschock ausgeblieben. Wann und ob er tatsächlich kommt, dazu möchte Ziegener keine Prognose abgeben. „Es gibt zu viele Faktoren, die den Spritpreis beeinflussen“, sagt er. Clevere Autofahrer können trotzdem sparen, wenn sie auf ein paar Dinge beim Tanken achten.

Rubriklistenbild: © Ramon van Flymen/Imago

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