Innere Uhr

Schlafmangel? Warum Sie immer zur falschen Zeit aufstehen

  • schließen

Wer sich dauerhaft mit dem Wecker aus dem Bett quälen muss, steht möglicherweise zur falschen Zeit auf. Welche Folgen der Schlafmangel haben kann.

Die innere Uhr bestimmt, ob ein Mensch eher zu den Früh- oder zu den Spätaufstehern gehört. Wer morgens nur schwer aus dem Bett kommt und auch nach acht Stunden Schlaf noch müde ist, steht daher möglicherweise zur falschen Zeit auf. Das Problem: Die meisten Menschen gehören weder zu den Früh- noch Spätaufstehern. Welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit hat und welche Gruppe besonders davon betroffen ist, erfahren Sie hier.

Die innere Uhr ernst nehmen: Gehören Sie zu den Früh- oder Spätaufstehern?

Vor allem Kinder und Jugendliche gehören zu den Spätaufstehern. Ihnen macht das frühe Aufstehen daher am meisten aus.

Eine dauerhaft schlechte Schlafqualität wirkt sich schnell auf alle Bereiche des Alltags aus. Denn guter Schlaf ist enorm wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit. Schlafmangel kann demnach zu Konzentrationsproblemen und sogar zu Krankheiten führen. Wann genau man aufstehen sollte, um über den Tag möglichst produktiv und fit zu sein, lässt sich allerdings pauschal kaum beantworten.

Nicht verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Zehn Symptome verraten, ob Sie in die Wechseljahre kommen – Schlafstörungen, Schwitzen und Schwindel zeigen es

Ein Arzt prüft den Puls eines Patienten.
Herzrasen, Herzstolpern und hoher Puls zählen zu den typischen Symptomen, die Frauen in den Wechseljahren entwickeln. Die hormonelle Umstellung und der Mangel an Progesteron und Östrogen haben Einfluss auf das Nervensystem und Herz-Kreislauf-System. © Panthermedia/Imago
Frau mit Schwindel
Durch das Herzrasen kommt es bei vielen Frauen in den Wechseljahren auch vermehrt zu Schwindelattacken, da der Blutdruck schwankt. © Science Photo Library/Imago
Frau wacht im Bett in der Nacht auf.
Schlafstörungen und unruhiger Schlaf zählen zu den frühen Anzeichen der Prämenopause, die Phase der beginnenden Wechseljahre. © Westend61/Imago
Frau mit Schlafstörungen
Viele Frauen klagen im Verlauf ihrer Wechseljahre nicht nur über innere Unruhe und unruhigen Schlaf, auch über erheblichen Nachtschweiß, der sie wach werden lässt. © amenic181/Imago
Frau, die schwitzt, fächert sich Luft zu
Für viele Frauen besonders unangenehm während der Wechseljahre: vermehrte Schweißausbrüche und Hitzewallungen, die wenige Sekunden oder mehrere Minuten anhalten können und häufig in einem fröstelnden Gefühl enden. © fizkes/Imago
Müde Frau
Nicht wenige Frauen entwickeln in den Wechseljahren depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit, Nervosität sowie Angstzustände. © AndreyPopov/Imago
Frau im Sitzen mit Schmerzen im Unterleib
Vermehrte Blasenentzündungen und Beschwerden im Genitalbereich sind ebenfalls eine Folge der hormonellen Umstellung. Die Schleimhäute in der Harnröhre und im vaginalen Bereich werden dünner und trockener sowie anfälliger für Verletzungen. Betroffene Frauen haben dann nicht selten auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. © Alla Rudenko/Imago
Eine ältere Frau in Jeanshemd und mit schulterlangem Haar greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die rechte Hand (Symbolbild)
Auch Gelenkschmerzen, insbesondere in den Fingergelenken, Schultern und Knien, zählen zu häufigen Symptomen bei Frauen in den Wechseljahren. ©  allOver-MEV/Imago
Frau mit Gips am Arm
Auch eine Osteoporose und damit verbunden ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen kann durch die Wechseljahre verursacht werden. © Astrid08/Imago
Person auf der Waage
Viele Frauen bemerken mit dem Wechsel auch eine Gewichtszunahme, häufig im Bereich des Bauches. Dies ist auf die verringerte Produktion der weiblichen Geschlechtshormonen und dem erhöhten Anteil des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Körper zurückzuführen. Die Veränderung des Hormonspiegels hat auch Einfluss auf die Körperfettverteilung. © Westend61/Imago

Manche Menschen gehören eher zu den Frühaufstehern, den sogenannten Lerchen, und andere eher zu den Spätaufstehern, auch Eulen genannt. Darüber hinaus fand ein internationales Forscherteam heraus, dass viele Menschen weder echte Früh- noch echte Spätaufsteher sind. Den Wissenschaftlern zufolge gehören etwa 73 Prozent zum Mischtyp, den sogenannten Tauben.

Gene und äußere Umstände beeinflussen die innere Uhr

Zu welcher Uhrzeit ein Mensch bevorzugt aufsteht, hängt dem Wissenschaftsmagazin Quarks zufolge zu 90 Prozent von den Genen ab. Zahlreiche „Uhren-Gene“ oder „Clock Genes“ in Organen wie Leber oder Magen sowie dem Gehirn legen fest, wie die innere Uhr tickt. Diese beeinflusst neben dem Schlaf zudem auch körperliche Vorgänge wie Verdauung, Immunabwehr und die Hormonaktivität. Einen weit kleineren Einfluss haben äußere Faktoren wie das Sonnenlicht.

Während es bei den Chronotypen genetisch eine breite Vielfalt gibt, ist unsere Gesellschaft allerdings keinesfalls auf die unterschiedlichen inneren Uhren eingestellt. „Das Problem ist, dass in Schulen und Unternehmen die gleichen Zeiten für alle gelten“, sagt Professor Thomas Kantermann, Leiter der Forschungsgruppe „Chronobiologie und Arbeitsgestaltung“ an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Essen gegenüber Quarks.de. „Die Annahme, dass dieselben Zeiten für alle passen, stimmt nicht. Die Rechnung geht nicht auf“, fasst er zusammen. Besser wäre es daher, auf die unterschiedlichen inneren Uhren in der Gesellschaft Rücksicht zu nehmen und beispielsweise flexible Arbeitszeiten einzurichten.

Innere Uhr aus dem Gleichgewicht: Viele Menschen müssen zu früh aufstehen

Die Folge: Viele Menschen müssen ihre Schlafenszeiten an den gesellschaftlichen Rhythmus anpassen. Sie sind häufig dazu gezwungen, früher ins Bett zu gehen und früher aufzustehen. Etwa 80 Prozent müssen sich an den Wochentagen einen Wecker stellen, um rechtzeitig aufzuwachen. Dieser ständige „soziale Jetlag“ kann sich allerdings negativ auf die Gesundheit auswirken.

Während Personen mit geringem sozialem Jetlag meist nur etwas Müdigkeit über den Tag hinweg verspüren, können starke Abweichungen zu langfristigen gesundheitlichen Folgen führen. Dazu gehören neben Schülerinnen, die im Teenager-Alter zu den Eulen zählen, auch Schichtarbeiter, wie eine US-amerikanische Studie herausfand. Menschen, die in der Nacht arbeiten, leiden daher häufiger an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Zudem ist das Risiko an Alzheimer oder bestimmten Krebsformen zu erkranken erhöht.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

Kommentare