VonLaura Knopsschließen
Wer sich dauerhaft mit dem Wecker aus dem Bett quälen muss, steht möglicherweise zur falschen Zeit auf. Welche Folgen der Schlafmangel haben kann.
Die innere Uhr bestimmt, ob ein Mensch eher zu den Früh- oder zu den Spätaufstehern gehört. Wer morgens nur schwer aus dem Bett kommt und auch nach acht Stunden Schlaf noch müde ist, steht daher möglicherweise zur falschen Zeit auf. Das Problem: Die meisten Menschen gehören weder zu den Früh- noch Spätaufstehern. Welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit hat und welche Gruppe besonders davon betroffen ist, erfahren Sie hier.
Die innere Uhr ernst nehmen: Gehören Sie zu den Früh- oder Spätaufstehern?
Eine dauerhaft schlechte Schlafqualität wirkt sich schnell auf alle Bereiche des Alltags aus. Denn guter Schlaf ist enorm wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit. Schlafmangel kann demnach zu Konzentrationsproblemen und sogar zu Krankheiten führen. Wann genau man aufstehen sollte, um über den Tag möglichst produktiv und fit zu sein, lässt sich allerdings pauschal kaum beantworten.
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Manche Menschen gehören eher zu den Frühaufstehern, den sogenannten Lerchen, und andere eher zu den Spätaufstehern, auch Eulen genannt. Darüber hinaus fand ein internationales Forscherteam heraus, dass viele Menschen weder echte Früh- noch echte Spätaufsteher sind. Den Wissenschaftlern zufolge gehören etwa 73 Prozent zum Mischtyp, den sogenannten Tauben.
Gene und äußere Umstände beeinflussen die innere Uhr
Zu welcher Uhrzeit ein Mensch bevorzugt aufsteht, hängt dem Wissenschaftsmagazin Quarks zufolge zu 90 Prozent von den Genen ab. Zahlreiche „Uhren-Gene“ oder „Clock Genes“ in Organen wie Leber oder Magen sowie dem Gehirn legen fest, wie die innere Uhr tickt. Diese beeinflusst neben dem Schlaf zudem auch körperliche Vorgänge wie Verdauung, Immunabwehr und die Hormonaktivität. Einen weit kleineren Einfluss haben äußere Faktoren wie das Sonnenlicht.
Während es bei den Chronotypen genetisch eine breite Vielfalt gibt, ist unsere Gesellschaft allerdings keinesfalls auf die unterschiedlichen inneren Uhren eingestellt. „Das Problem ist, dass in Schulen und Unternehmen die gleichen Zeiten für alle gelten“, sagt Professor Thomas Kantermann, Leiter der Forschungsgruppe „Chronobiologie und Arbeitsgestaltung“ an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Essen gegenüber Quarks.de. „Die Annahme, dass dieselben Zeiten für alle passen, stimmt nicht. Die Rechnung geht nicht auf“, fasst er zusammen. Besser wäre es daher, auf die unterschiedlichen inneren Uhren in der Gesellschaft Rücksicht zu nehmen und beispielsweise flexible Arbeitszeiten einzurichten.
Innere Uhr aus dem Gleichgewicht: Viele Menschen müssen zu früh aufstehen
Die Folge: Viele Menschen müssen ihre Schlafenszeiten an den gesellschaftlichen Rhythmus anpassen. Sie sind häufig dazu gezwungen, früher ins Bett zu gehen und früher aufzustehen. Etwa 80 Prozent müssen sich an den Wochentagen einen Wecker stellen, um rechtzeitig aufzuwachen. Dieser ständige „soziale Jetlag“ kann sich allerdings negativ auf die Gesundheit auswirken.
Während Personen mit geringem sozialem Jetlag meist nur etwas Müdigkeit über den Tag hinweg verspüren, können starke Abweichungen zu langfristigen gesundheitlichen Folgen führen. Dazu gehören neben Schülerinnen, die im Teenager-Alter zu den Eulen zählen, auch Schichtarbeiter, wie eine US-amerikanische Studie herausfand. Menschen, die in der Nacht arbeiten, leiden daher häufiger an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Zudem ist das Risiko an Alzheimer oder bestimmten Krebsformen zu erkranken erhöht.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.
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