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Jaguar lädt an Supercharger – und wird zum Ärgernis für Tesla-Fahrer

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Manche Supercharger von Tesla stehen inzwischen auch Elektroautos anderer Marken offen – doch das führt zu Problemen, wie nun ein Reddit-Video zeigt.

Immer wenn es um das Thema Wasserstoffantrieb geht, taucht ein Problem auf: die mangelhafte Infrastruktur. Bei Tesla dagegen hatte man schnell erkannt, dass es schwierig wird, die eigenen Elektroautos an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen, wenn man nirgends mit entsprechendem Tempo Strom zapfen kann. Also zog das Unternehmen von Elon Musk (51) ein eigenes Netzwerk an Superchargern auf, die fraglos ein wichtiger Grund für den Erfolg des E-Autobauers waren. Mehr als 40.000 Supercharger gibt es laut Tesla mittlerweile weltweit. Und inzwischen dürfen teils auch andere Marken an den Superchargern laden. Doch ein Video zeigt nun ein Problem, das damit einhergeht.

Jaguar lädt an Supercharger – und wird zum Problem für Tesla-Fahrer

Auf der Plattform Reddit hat ein User ein Video (weiter unten zu finden) von einer Supercharger-Ladestation hochgeladen. Man sieht einen rückwärts eingeparkten Tesla und einen vorwärts eingeparkten Jaguar i-Pace. Dazwischen ist ein weiterer Platz an einem Supercharger frei. Nun sieht man einen Tesla rückwärts in jene Lücke hineinmanövrieren. Als der Fahrer aussteigt und das Ladekabel anschließen will, muss er jedoch verdutzt feststellen: Die für ihn passende Säule ist schon belegt – und zwar vom Jaguar.

Jaguar lädt an Supercharger – eine Tesla-Ladesäule ist dadurch blockiert

Das Problem: Der Jaguar i-Pace hat seinen Ladeanschluss vorne links – dementsprechend nutzt er auch jene Säule, weil sonst das Kabel nicht reichen würde. Der Tesla dagegen hat seine Ladebuchse hinten links: Wenn er nun rückwärts einparkt, braucht er also genau dieselbe Säule. Resultat des „Fremd-Laders“ ist also eine blockierte Ladesäule, die in diesem Fall niemand nutzen kann – dies wäre die Säule rechts vom Jaguar.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

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Jaguar blockiert Supercharger – User diskutieren über Lösungsmöglichkeiten

Das Video sorgt im Subreddit r/Teslamotors für Diskussionen. In den Kommentaren grübeln die User über mögliche Lösungen:

  • „Einfach nur Autos erlauben, bei denen sich der Ladeanschluss hinten links oder vorne rechts befindet?“
  • „Tesla sollte jede Ladestation mit einem zweiten Kabel ausstatten, damit zwei nebeneinander geparkte Autos gleichzeitig laden können.“
  • „Jaguar muss anfangen, seine E-Fahrzeuge mit einem Verlängerungskabel zu verkaufen.“
  • „Ehrlich gesagt, warum machen wir es nicht einfach wie bei den Zapfsäulen? Das Kabel wird hoch oben angebracht, mit einem langen Kabel und einer Vorrichtung, die es vom Boden fernhält.“
  • „Die eigentliche Lösung ist, die Ladestation in der Mitte des Parkplatzes statt auf der Trennung zu platzieren, sodass das Kabel auf beiden Seiten untergebracht werden kann – aber nur für diesen Platz.“
  • „Es ist sehr ärgerlich, dass es bei E-Fahrzeugen keine Standardanschlüsse für das Laden gibt.“
Die Schnellladesäule von Tesla nennt sich Supercharger und stehen teilweise auch anderen Marken offen – doch das sorgt manchmal für Probleme. (Symbolbild)

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Mal schauen, ob sich Tesla dem Problem annimmt. In Deutschland hat Elon Musk ohnehin Ärger mit seinen Superchargern – denn diese entsprechen nicht dem Eichrecht. Diese Tatsache wiederum nutzte das Münchner Start-up Wirelane, um in einem Brief an seine Kunden Werbung für die eigenen Wallboxen zu machen. Das fand Tesla allerdings gar nicht lustig und reagierte mit einer Abmahnung.

Rubriklistenbild: © MiS/Imago

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