Stromnetz entlasten

Teslas Supercharger: Spar-Tarif außerhalb der Rushhour

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Alles wird teurer, und Strom leider auch. Tesla macht bald jenen, die beim Laden an Superchargern zeitlich flexibel sind, ein interessantes Angebot.

Hat Tesla eigentlich noch einen Chef? Fast könnte man glauben, Elon Musk kümmere sich derzeit ausschließlich um sein neues Spielzeug Twitter und darum, die dortigen Werbekunden zu verprellen. Doch tatsächlich trifft er offenbar auch noch für den Elektroauto-Hersteller Entscheidungen. Und, im Gegensatz zu denen bei Twitter, gar nicht mal so schlechte.

Teslas Supercharger: Spar-Tarif außerhalb der Rushhour

Bald günstiger laden? Supercharger-Station. (Symbolbild)

Konkret geht es um das eigene Ladenetzwerk aus Superchargern, die mittlerweile auch von Fremdmarken genutzt werden können. In den vergangenen Monaten kannten die Strompreise dort nur eine Richtung: ab nach oben. Doch nun wird Tesla nach dem niederländischen Anbieter Fastned der nächste, der die Preise wieder senkt.

Elektroauto laden: Diese zehn kommen nach 20 Minuten am weitesten

Kia EV6
Kia EV6: 309 Kilometer. Dank moderner 800-Volt-Ladetechnik fährt das Mittelklasse-SUV aus Südkorea klar an die Spitze. Die Version mit Heckantrieb und 77,4-kWh-Akku war das einziges Modell des Testfeldes, das die 300-Kilometer-Marke knackte. Basispreis: 46.990 Euro. © weigl.biz
Mercedes-Benz EQS 450+
Mercedes-Benz EQS 450+: 275 Kilometer. Die Luxuslimousine für mindestens 107.326 Euro holt aus der verwendeten 400-Volt-Technik dank präzisem Lade- und Temperatur-Management das Optimum heraus. Getestet wurde die Long-Range-Version mit 108-kWh-Akku und Heckantrieb. © Deniz Calagan/Mercedes-Benz AG
BMW iX
BMW iX: 273 Kilometer. Das große Elektro-SUV trat als xDrive50 mit serienmäßigem Allradantrieb zum Test in der Oberklasse-Kategorie an – und mit mächtigem 105,2-kWh-Akku. Der Basispreis des mächtigem Stromers liegt bei 84.600 Euro. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Ioniq 5
Hyundai Ioniq 5: 272 Kilometer. Das südkoreanische SUV ist technisch mit dem Testsieger Kia EV6 verwandt, und nutzt dieselbe schnelle 800-Volt-Technik. Die sparsamere Heckantriebsversion kostet ab 43.900 Euro, getestet wurde die Ausführung mit 72,6-kW-Akku für 4.000 Euro Aufpreis. © Dino Eisele/Hyundai
Porsche Taycan GTS
Porsche Taycan: 271 Kilometer. In der Oberklasse lagen die Testwerte relativ dicht beieinander. In der Version GTS fährt der Elektro-Porsche (Basispreis 86.733 Euro) mit 93,4-kWh-Akku nur knapp hinter den Klassenbesten her, er kann ebenfalls mit 800 Volt laden. © Porsche AG
Audi e-tron GT quattro
Audi e-tron GT quattro: 237 Kilometer. Der viertürige, Elektrosportler mit Allradantrieb basiert auf dem Porsche Taycan und verfügt daher ebenfalls über schnelle 800-Volt-Technik und einen 93,4-kWh-Akku, ist aber etwas größer und geräumiger. Preis: ab 104.000 Euro. © Audi
BMW i4 eDrive40
BMW i4: 235 Kilometer. Die Elektroversion der konventionell angetriebenen 4er-Reihe ist das sportlichste Modell der Mittelklasse-Wertung. Als eDrive40 kostet er ab 59.200 Euro und verfügt über einen Akku mit 83.9 kWh Kapazität. © BMW
Tesla Model 3
Tesla Model 3: 221 Kilometer. Der Elektroauto-Pionier legt seit jeher mehr Wert auf Reichweite als auf schnelles Laden, was bei der Akku-Auslegung ein Zielkonflikt ist. Der Test der Long-Range-Version mit 82,1-kWh-Akku erfolgte an markeneigenen Superchargern. Basispreis des Model 3: 52.965 Euro. © Tesla
Polestar 2
Polestar 2: 218 Kilometer. Die noch junge Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, die Autos werden von dessen Tochter Volvo entwickelt und in China produziert. Den Polestar gibt es ab 46.495 Euro, gemessen wurde die heckgetriebene Long-Range-Version mit 78-kWh-Akku. © Polestar
BMW iX3
BMW iX3: 201 Kilometer. Ein weiterer BMW nach dem bewährten Muster, ein Verbrennermodell zum Stromer umzurüsten. Das Mittelklasse-SUV kostet ab 67.300 Euro und verfügt über einen Akku mit 80 kWh Kapazität. © BMW

Zumindest zeitweise und an einigen Ladestationen. Denn wie es an normalen Tankstellen schon seit Jahren üblich ist, werden auch die Supercharger in Europa zum Teil ihre Preise tagsüber anpassen. Allerdings nicht mehrmals täglich im Kampf um Kunden, sondern jeweils vor und nach der Hauptverkehrszeit.

Teslas Supercharger: 65 statt 73 Cent außerhalb der Stoßzeit

Zwischen 16 und 20 Uhr bleibt es vorerst wohl so teuer wie bislang. Außerhalb dieser nachmittäglichen und abendlichen Rushhour dagegen soll der Preis von 73 Cent auf 65 Cent pro Kilowattstunde sinken. Dieses Lock-Angebot gilt vereinzelt schon länger für die Nacht, da dann die Nachfrage nach Strom grundsätzlich nachlässt und die Energieversorger ihn günstiger abgeben.

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Eine ähnliche Lenkungswirkung verspricht sich wohl auch Tesla: Wer außerhalb der Stoßzeiten lädt und das Netz nicht noch zusätzlich belastet, soll belohnt werden. Wann und an welchen Standorten das Konzept konkret umgesetzt wird, ist noch offen.

Rubriklistenbild: © Imago

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