VonSimon Monesschließen
Kein Elektroauto ist in Deutschland beliebter als das Tesla Model Y. Oder etwa doch? Das SUV des US-Herstellers landete zuletzt nur noch auf Platz zwei. Der neue Liebling kommt aus dem Hause VW.
Wer sich für ein Elektroauto entscheidet, hat inzwischen die Qual der Wahl. Immer mehr Hersteller bieten eine Vielzahl an Stromern an. Ein Modell ist dabei bei den Deutschen am beliebtesten: das Tesla Model Y. Oder besser gesagt, es war. Denn der in Grünheide gebaute E-SUV hat den Spitzenplatz unter den Elektroautos eingebüßt.
Škoda verdrängt Tesla denkbar knapp
Das geht aus einer Analyse der aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) durch die Beratungsfirma EY hervor, die der Welt exklusiv vorliegt. Demnach hat der Škoda Enyaq iV dem Model Y im abgelaufenen Quartal mit 6.973 Neuzulassungen ganz knapp den Rang abgelaufen.
Teslas E-SUV kommt auf 6.950 Neuzulassungen. Der Abstand beträgt also lediglich 23 Fahrzeuge. Das Podium komplettiert Volkswagen mit dem ID.7 – dem rein elektrischen Gegenstück zum Passat. Blickt man jedoch aufs ganze Jahr 2024, verteidigt das Tesla Model Y seinen Spitzenplatz bei den Elektroautos.
- Škoda Enyaq iV (6.973 Neuzulassungen)
- Tesla Model Y (6.950 Neuzulassungen)
- VW ID.7 (5.272 Neuzulassungen)
- Seat Born (4.697 Neuzulassungen)
- VW ID.4, ID. 5 (4.066 Neuzulassungen)
- Mini Cooper Se (3.674 Neuzulassungen)
- BMW iX1 (3.441 Neuzulassungen)
- Audi Q4 E (3.302 Neuzulassungen)
- Fiat 500e (3.290 Neuzulassungen)
- VW ID.3 (3.012 Neuzulassungen)
Elektroautos aus China verlieren Marktanteile in Deutschland
Bei den Herstellern hat indes Volkswagen seit Jahresbeginn die Nase vorne. Dahinter folgen Tesla und BMW. Insbesondere die US-Amerikaner haben deutlich an Boden verloren. Der Absatz von Tesla ist im Vergleich zu den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um 42 Prozent eingebrochen. Gegen den Trend wuchsen derweil Volvo, Škoda und BMW.
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Ohnehin zeigt die EY-Analyse, dass mehr als die Hälfte des deutschen Elektroautomarktes von den heimischen Autokonzernen dominiert wird. Diese konnten ihre Marktanteile im abgelaufenen Quartal auf 57 Prozent ausbauen. Die Hersteller aus China sind derweil auf acht Prozent gefallen. „Der Vormarsch der Chinesen scheint vorerst gestoppt“, zitiert die Welt die Berater von EY.
Elektroauto-Absatz hinkt in Deutschland weiter hinterher
Und der Anteil könnte wegen der Strafzölle der EU gegen China noch weiter sinken – sollte nicht noch eine kurzfristige Einigung erzielt werden, bevor diese am 1. November in Kraft treten. Hinzu kommen zahlreiche Rabattaktionen der europäischen Autobauer, um die eigenen Absatzzahlen bei den E-Autos anzukurbeln. So sollen drohende Strafzahlungen wegen verpasster CO2-Ziele vermieden werden. Das Basismodell des VW ID. 3 gibt es aktuell für unter 30.000 Euro. Stellantis bringt seine chinesische Tochter Leapmotor nach Europa. Dessen Kleinwagen T03 soll grade einmal 18.900 Euro kosten. Ob das aber reicht, um auf dem deutschen Markt erfolgreich zu sein, muss sich zeigen. Denn hierzulande spielt das Elektroauto weiterhin eher ein Nebenrolle – anders als etwa in Norwegen.
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„Die Stückzahlen im Elektrosegment sind immer noch weit entfernt von den prognostizierten Werten, die notwendig wären, um sowohl für Hersteller als auch Zulieferer rentable Margen zu gewährleisten und um zudem für die notwendige Auslastung der Ladeinfrastruktur zu sorgen“, erklärt Constantin Gall, Leiter Mobility bei EY der Welt. Alleine in den letzten drei Monaten sei der Absatz der Stromer um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Allerdings wurde damals auch die Subvention von elektrischen Firmenwagen eingestellt, was zu einem kurzfristigen Boom führte. Und auch das abrupte Aus des Umweltbonus Ende 2023 war nicht förderlich für die Absatzzahlen. Mit 276.390 neu zugelassen E-Autos liegt der Absatz 29 Prozent hinter dem Vorjahr. Der Gesamtmarkt liegt mit minus einem Prozent etwa auf dem gleichen Niveau.
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