Steigende Touri-Gebühr

Urlaub wird bald noch teurer: Venedig verhängt zukünftig doppelten Eintrittspreis

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Die Eintrittsgebühr für Venedig soll verdoppelt werden. Die nicht unumstrittene Maßnahme soll abschreckend wirken und den Massentourismus eindämmen.

Venedig – Die kleinen Gassen, die schönen Gondeln und die vielen Brücken. Der einzigartige Flair von Venedig ist schon längst kein Geheimnis mehr. Etwa 15 Millionen Menschen reisen pro Jahr nach Venedig, womit die Stadt in Italien zu den meistbesuchten Städten der Welt zählt. Doch, wenn es nach einigen Anwohnern und Politkern geht, soll sich das bald ändern. Bereits seit April hat die Stadt beschlossen, Eintritt zu verlangen. Der Preis soll sich laut dpa in Zukunft verdoppeln.

Maßnahme bisher ohne Erfolg: die Stadt wird zwar reicher, doch der Massentourismus bleibt

Vom 25. April bis 5. Mai und an den meisten Wochenenden bis 14. Juli hat Venedig mit dem Verlangen von Eintritt eine Testphase gestartet. Bereits nach acht Tagen wurden rund 700.000 Euro eingenommen, wie die Corriere della Sera berichtet. Ursprünglich wurde dieser Betrag für die gesamte 29-tägige Testphase erwartet. Mittlerweile hat die Stadt Einnahmen von über zwei Millionen Euro erzielt, konnte der Massentourismus allerdings nicht reduzieren.

Venedig will sich mit höherem Eintritt gegen Massentourismus wehren.

Stadtrat Michele Zuin kündigte bei der Zeitung Il Gazzettino an, dass ab 2025 der Eintrittspreis dann von fünf auf bis zu zehn Euro steigen soll. Bisher hätte der geringe Preis zwar keine Touristen abgeschreckt, doch der Politiker gibt sich hoffnungsvoll. „Anders wird es sein, wenn die Zehn-Euro-Höchstgrenze gilt, an Tagen, an denen eine für die Stadt kritische Anwesenheitsschwelle erreicht wird“, so Zuin gegenüber der italienischen Zeitung.

Doch Eintritt für Venedig zu verlangen, ist umstritten. Die Bürgerinitiative Assemblea per la casa Venezia und die Schriftstellerin Donna Leon äußern Zweifel an der Wirksamkeit der Gebühren. Leon vermutet, dass die Behörden den Tourismus nicht stoppen, sondern lediglich am Andrang verdienen wollen.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Nicht bezahlen könnte teuer werden: Venedig verhängt bei Gebühren-Prellern Strafen bis zu 300 Euro

Die aktuell fünf Euro hohe Eintrittsgebühr für die Lagunenstadt können Besucher online bezahlen. Der entsprechende Nachweis in Form eines QR-Codes kann dann aufs Handy geladen werden. Und das sollte man auch tunlichst nicht vergessen. Bei Missachtung verstehen die Behörden nämlich keinen Spaß. Unter Umständen droht eine Geldstrafe von bis zu 300 Euro. Eine ähnliche Strafe wartet auf Verkehrssünder, die nicht mitbekommen haben, dass Italien eine bestimmte Verkehrsregel wieder eingeführt hat.

Die genaue Anzahl der Personen, die den Eintritt geprellt haben, ist unbekannt, so die dpa. Bislang werden allerdings nur Tagestouristen zur Kasse gebeten. Anwohner, Übernachtungsgäste und Kinder unter 14 Jahren sind derzeit von den Gebühren ausgenommen. (cg)

Rubriklistenbild: © Eberhard Thonfeld/IMAGO

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