Hohe Kosten für Mieter und Vermieter

Expertin rechnet mit Heizungsgesetz ab: „Es wird teuer, es wird hart“

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Experten diskutieren über das neue Heizungsgesetz. Sie rechnen mit hohen Kosten sowohl für Mieter als auch für Vermieter.

München – Im April wurde bereits der neue Gesetzesentwurf beschlossen, doch nun soll es einige Änderungen geben. Um diese zu beschließen, wurden 14 Experten im Ausschuss für Klimaschutz und Energie zurate gezogen. Ein Experte riet bereits zuvor von dem Heizen mit Holz ab: Es sei nicht sicher und die schlechteste Heizoption. Auch wenn die meisten der vorgeladenen Experten laut n-tv das neue Gesetz befürworten, so gibt es dennoch Kritik.

So auch von Barbara Metz, die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Die Menschen in Deutschland können und werden bei der Wärmewende nur dann engagiert mitmachen, wenn sie die Umstellung auch bezahlen können und sie sozial gerecht gestaltet wird.“ Viele Menschen haben Angst, mit dem neuen Gesetz die hohen Kosten für mögliche Umbaumaßnahmen nicht tragen zu können. Auch Mieter haben Angst vor möglichen Mieterhöhungen, denn Modernisierungskosten werden häufig auf den Mieter umgelegt.

Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung.

Experten fordern durch Heizungsgesetz einkommensschwache Haushalte zu berücksichtigen

Daher fordert Sebastian Bartels vom Mieterverein in Berlin nach dem Bericht von n-tv, dass ein Heizungsaustausch nicht auf den Mieter umgelegt werden dürfe. Müsse eine alte Heizung ausgetauscht werden, so soll dies als Instandhaltung und nicht als Modernisierungsmaßnahme angesehen werden. Er fordert daher, dass nur ein Drittel der Kosten auf den Mieter umgelegt werden dürfen. Zudem schlägt er vor, die Umlage zu reduzieren. Statt acht Prozent soll diese nur noch vier Prozent der monatlichen Kaltmiete betragen.

Laut Barbara Metz sollen besonders einkommensschwache Haushalte berücksichtigt und unterstützt werden: „Die Bundesregierung muss den Menschen die Finanzierung garantiert und günstig ermöglichen, einkommensschwache Haushalte stark fördern, darf aber nicht Geld an Millionäre ausschütten.“ So soll Wärmepumpenstrom fair für Mieter bleiben.

Wie n-tv weiter berichtet, sieht auch Lamia Messari-Becker, Professorin für Gebäudetechnologie und Bauphysik, Bedarf bei der Frage der Förderungen: „Es wird teuer, es wird hart“. Jeder Euro müsse nun effizient eingesetzt werden, so die Expertin demnach.

Umstrittenes Heizungsgesetz: Mögliche Änderungen für Fernwärme

Zurzeit wird auch das Heizen per Fernwärme stark diskutiert. Jedoch wird diese hauptsächlich durch Gas oder Kohle erzeugt und ist somit nicht nachhaltig. Daher gibt es Forderungen, dass die Umstellung auch für Fernwärme erfolgen soll. Wer günstig heizen möchte, sollte laut n-tv nicht auf grünen Wasserstoff umsteigen. Dieser soll nach Expertenmeinung des Verbraucherverbandes in den nächsten Jahren teuer werden. Auch wenn das neue Gesetz das Heizen mit grünem Wasserstoff möglich machen und wichtig für eine Wärme-Rückkopplung werden soll.

Generell sollten sich Hauseigentümer immer eine Meinung von einem Energieberater einholen. Hierfür gibt es laut WDR eine Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur. Dann sollte ein für den Wohnort kommunaler Wärmeplan vorliegen, bevor die Umbaumaßnahmen nötig werden. Wenn die Gasheizungen auf Wasserstoff umgestellt werden können, sollen der Einbau weiterhin möglich sein.

Für einen Neubau soll die Änderung bereits ab 2024 gelten. Jedoch wurden Vermietern und Hauseigentümern mehr Zeit für den Heizungsumbau gewährt. So müssen die bestehenden Heizungen erst bis 2028 umgebaut werden. Vielleicht gibt es bis dahin auch entsprechende Entlastungspakete für Mieter und Vermieter. (mima)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

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