„Mehrfaches Scheitern ist eher die Regel als die Ausnahme“: Rekord-Durchfallquoten beim Führerschein
VonSebastian Oppenheimer
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Noch nie sind so viele Fahrschüler durch die theoretische Prüfung gefallen wie 2023. Dabei hatte es schon im Vorjahr einen Negativ-Rekord gegeben. Nun will man gegensteuern.
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Führerscheinprüfung: Viele Fahrschüler fallen nicht nur einmal durch
Wie der TÜV-Verband berichtet, gab es im Jahr 2023 bundesweit rund 1,97 Millionen theoretische Führerscheinprüfungen – ein Plus von 150.000 (acht Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Alarmierend: 42 Prozent der Fahrschüler bestanden die theoretische Prüfung im vergangenen Jahr nicht – so viele wie noch nie. Bereits im Jahr 2022 hatte es schon einen Durchfall-Rekord bei der theoretischen Führerscheinprüfung gegeben: 39 Prozent hatten nicht bestanden. Die Durchfallquote stieg also noch einmal um drei Prozent an.
An der praktischen Prüfung (insgesamt wurden 2023 rund 1,77 Millionen praktische Prüfungen durchgeführt) scheiterten 30 Prozent der Fahrschüler. Dazu kommt: Viele Prüflinge fallen nicht nur einmal durch. „Mehrfaches Scheitern ist eher die Regel als die Ausnahme“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. Bei den Theorie-Wiederholungsprüfungen scheiterten 54 Prozent erneut, bei der praktischen Prüfung lag die Wiederholungs-Durchfallquote bei 40 Prozent.
Durchfallen laut TÜV-Verband eine „enorme Belastung“ für die Fahrschüler
„Für die Fahrschüler sind nicht bestandene Prüfungen eine enorme Belastung – finanziell und mental“, erklärt Goebelt. „Hinzu kommt: Die hohen Nichtbestehensquoten belasten das Prüfsystem. Jede nicht bestandene Fahrprüfung muss wiederholt werden und bindet Prüfkapazitäten.“ Nun müsse man der Entwicklung entgegenwirken. Die Qualität der Fahrausbildung müsse durch moderne Lernmethoden und eine gezielte Prüfungsvorbereitung verbessert werden, außerdem wolle man die Mobilitätserziehung in der Schule ausbauen.
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Betrugsversuche in der Theorieprüfung zuletzt angestiegen
Weil sich so viele Fahrschüler mit der Theorieprüfung so hart tun, steigt auch die Zahl derer, die mit illegalen Methoden versuchen, zu bestehen. So gab es laut TÜV-Verband in den ersten drei Quartalen 2023 2.711 Betrugsversuche bei der theoretischen Prüfung – allerdings geht man von noch einer viel höheren Dunkelziffer aus. Der beliebteste Trick: Die sogenannte Stellvertreterprüfung, bei der anstatt des Fahrschülers eine andere Person die Prüfung absolviert.