Therapie der Schilddrüse

„Wann kann ich Thyroxin wieder absetzen?“ Nicht jeder muss Schilddrüsenhormone langfristig einnehmen

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Bei einer Erkrankung der Schilddrüse nehmen die meisten Patienten das synthetische Hormon L-Thyroxin ein. Ein Drittel davon könnte es vermutlich absetzen, sagt eine Studie.

Die Mehrheit der Menschen mit einer Schilddrüsenstörung wie Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto erhalten zur Therapie das Hormon Thyroxin, um die Beschwerden und Symptome einzudämmen. Thyroxin zählt in Deutschland und den USA zu den am meisten verschriebenen Medikamenten, wie es das Portal Gesundestadt Berlin berichtet. Ein Drittel der Patienten, die aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion das Schilddrüsenhormon Thyroxin einnehmen, könnten es jedoch entgegen der Annahmen mittelfristig absetzen, wie eine Studie belegt.

Thyroxin absetzen: Schilddrüsenhormone müssen Sie nicht in jedem Fall lebenslang einnehmen

Nicht alle Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion müssten langfristig Thyroxin einnehmen, wie eine Studie besagt.

Wer mit Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion den Arzt aufsucht und nach entsprechender Anamnese die Diagnose erhält, wird in der Regel mit einer medikamentösen Therapie – dem „künstlichen“ Schilddrüsenhormon Thyroxin – behandelt. Die Therapie geschieht in Anlehnung an die aktuelle Leitlinie, an der sich Ärzte im Rahmen einer Therapie von Erkrankungen und bei der Verordnung von Medikamenten orientieren. Die Leitlinie zur Verordnung von Thyroxin legt fest, wann das Hormon verordnet und in welchem Fall kontrollierend abgewartet werden soll. Dabei seien Laborwerte, klinische Parameter und auch der Wille des Patienten zu berücksichtigen.

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Schilddrüsenunterfunktion: Elf Lebensmittel können bei Hashimoto helfen

Rote Paprika
Hashimoto-Patienten sollten vor allem auf entzündungshemmende Lebensmittel setzen. Paprika zählt zu den Gemüse- und Obstsorten, die Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Auch Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Fenchel, Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte eignen sich gut. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/Imago
Olivenöl wird aus einer Karaffe getropft.
Pflanzenöle wie Olivenöl, aber vor allem auch Weizenkeimöl und rotes Palmöl liefern Vitamin E und sind deshalb bei Hashimoto empfehlenswert. Es handelt sich zudem um Antioxidantien, die recht hitzebeständig sind.  © zidi/Panthermedia/IMAGO
Äpfel
Bei Hashimoto sind Gemüse- und Obstsorten in den Farben rot, blau oder violett besonders empfehlenswert. Dazu zählen Äpfel, Beeren, Granatäpfel, Kirschen und Pflaumen. Sie enthalten Polyphenole. Diese Antioxidantien kommen besonders in den Blättern von Pflanzen vor. Auch Oliven und Olivenöl, Soja, Getränke wie Grüntee, Kaffee, (dunkler) Kakao, Rotwein und viele Gewürze wie Oregano, Zimt enthalten sie. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Eine Kiste mit roten Tomaten
Neben Papaya, Grapefruit, Karotten, Feldsalat, Grünkohl und Wassermelonen liefern auch Tomaten Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin. Sie zählen ebenfalls zu den Antioxidantien. Reife Tomaten enthalten viel Lycopin, Dosentomaten und Tomatenmark sogar noch wesentlich mehr. © Maksim Konstantinov/IMAGO
Ananas liegt auf Untergrund
Ananas enthält Bromelain, das nicht nur entzündungs-, sondern auch gerinnungshemmend ist.  © YAY Images/IMAGO
Löffel mit Kurkuma.
Kurkuma (Gelbwurz) und Currypulver liefern Curcumin. Es hilft nicht nur bei Hashimoto, sondern insbesondere auch bei Arthrose, da es schmerzlindernd ist. Es soll zudem auch Krebs hemmen.  © Hans-Joachim Schneider/IMAGO
Chillischoten
Chili- und Paprikaschoten enthalten Capsaicin. Dabei handelt es sich um ein in verschiedenen Paprikasorten natürlich vorkommendes Alkaloid, das schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt. © Georg Schierling/IMAGO
Eine Hand hält einen Bund Hagebutten.
Hagebutte, die ganze Frucht als Pulver – nicht im Hagebuttentee, liefert Galaktolipide. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings sind sie fettlöslich und zerfallen bei Erhitzen über 40 Grad. Als Marmelade haben die Hagebutten deshalb weniger heilende Eigenschaften. © F. Hecker/Imago
Frau füllt eine Tüte mit Walnüssen.
Walnüsse enthalten neben Leinsamen, Leinöl, Chia-Öl, Walnussöl, Rapsöl sowie verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und sind deshalb gerade für Hashimoto-Patienten essenziell. Zudem können sie bei bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.  © David Munoz/IMAGO
Ein Bauer zeigt auf einem Markt einem Kunden Knoblauch in seiner Hand.
Knoblauch und Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibaktierell und gefäßschützend. © Liang Sen/IMAGO
Mandeln
Mandeln wirken ebenfalls entzündungshemmend und liefern neben anderen Lebensmitteln Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Selen. Diese erhalten Sie auch über dunkles Kakaopulver, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Sesam, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Spinat, Beerenobst, Geflügel, Lachs, Leber und dunkelgrünes Blattgemüse. © IMAGO/Alex Salcedo

Thyroxin absetzen: Bei welchen Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion macht es Sinn?

Im Rahmen einer Studie zeigt sich bei einem Drittel der Patienten, dass trotz Absetzen von Thyroxin die Werte der Schilddrüse im Normbereich bleiben. Ob die Therapie beendet werden sollte, muss selbstverständlich im individuellen Fall entschieden werden. Dr. Joachim Feldkamp, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Endokrinologie am Klinikum Bielefeld Mitte, nennt vier Patientengruppen, bei denen er sofort einen Absetzversuch wagen würde, wie es die Deutsche Apotheker Zeitung aufgreift:

  • Patienten, die ursprünglich wegen eines Schilddrüsenknotens mit Hormonen behandelt werden
  • Patienten, die nur eine leichte Erhöhung des schilddrüsenstimulierenden Hormons (Thyreoidea-stimulierendes Hormon TSH) zu Beginn der Therapie zeigen
  • Patienten, bei denen nur ein Teil der Schilddrüse entfernt werden muss und die zur Sicherheit mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden, obwohl der Rest der Drüse ausreichend Hormone produzieren kann
  • Junge Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis, die nur eine leichte Erhöhung des TSH-Werts zu Beginn der Therapie zeigen.

Dr. Feldkamp bezieht auch klare Haltung zu Patienten bestimmter Altersgruppen mit Schilddrüsenunterfunktion, die mit Thyroxin behandelt werden: „Gerade ältere Menschen haben nachweislich Nachteile von einer nicht notwendigen Schilddrüsenhormontherapie. So entwickeln etwa 30 Prozent der über 60-Jährigen im Verlauf einer L-Thyroxin-Therapie Vorhofflimmern, wenn der TSH-Wert zu stark unterdrückt wird“, wie die Deutsche Apotheker Zeitung den Endokrinologen zitiert.

Thyroxin absetzen: Langfristige Therapie der Schilddrüse immer kritisch hinterfragen

Die Mehrheit der Schilddrüsen-Patienten nimmt Hormone wie Thyroxin schon seit Jahrzehnten ein. Dabei sind die Empfehlungen heutzutage mittlerweile andere. „Vor 40 Jahren wurden alle Schilddrüsenknoten per se mit Hormonen behandelt, um deren Wachstum zu unterdrücken. Der Nutzen dieser Strategie ist jedoch nur begrenzt. Heute würde man erst beobachten und Schilddrüsenhormone, wenn überhaupt, nur vorübergehend oder in Kombination mit Jod einsetzen. Dabei muss jede Therapie in Abständen kritisch hinterfragt werden, spätestens bei einem Arztwechsel“, betont Dr. Feldkamp gegenüber Deutsche Apotheker Zeitung. Egal, ob Sie Ihr Schilddrüsenhormon kurz- oder langfristig einnehmen müssen, sollten Sie in jedem Fall auf Wechselwirkungen mit Lebensmitteln wie Nüssen achten. Auch Kaffee und Thyroxin können miteinander reagieren sowie Schwangerschaftsverhütung wie der Pille achten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Alexander Sayganov/Imago

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