Wenn Ihr Vierbeiner Fell lässt – was bedeutet Alopecia beim Hund?
VonSophie Kluß
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Alopecia beim Hund kann besorgniserregend sein. Erfahren Sie, was hinter dem Haarausfall Ihres Vierbeiners steckt und wann Sie zum Tierarzt gehen sollten.
Haarausfall beim Hund ist nicht immer ein Grund zur Panik, aber er sollte sorgfältig beobachtet und gegebenenfalls behandelt werden. Wenn Sie unsicher sind oder wenn die unten genannten Warnzeichen auftreten, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Was ist Alopecia beim Hund?
Als Hundebesitzer kennen Sie das Problem wahrscheinlich: Ihr geliebter Vierbeiner verliert beispielsweise bei der Fellpflege mehr Haare als gewöhnlich oder es werden bereits kahle Stellen auf seiner Haut sichtbar. Diesen Haarausfall nennt man wissenschaftlich Alopezie beziehungsweise Alopecia. Er kann verschiedene Ursachen haben und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Alopezie oder Haarausfall?
Alopezie und physiologischer Haarausfall müssen unterschieden werden: Alopezie ist ein krankhafter und massiver Haarausfall an normalerweise behaarten Körperstellen. Physiologischer Haarausfall tritt beispielsweise beim Haarwechsel vom Welpen- zum Erwachsenenfell auf.
Hunde, die an entzündlicher Alopezie leiden, zeigen häufig zusätzlich Hautrötungen, Schuppen oder Juckreiz. Oftmals sind Entzündungen die Ursache für Lecken, Kratzen, Reiben oder Beißen. (Symbolbild)
Alopezie beim Hund kann in zwei Hauptkategorien unterteilt werden: nicht-entzündliche Alopezie und entzündliche Alopezie. Ein Verdacht wird häufig mithilfe einer Biopsie untersucht.
Nicht-entzündliche Alopezie: Hierbei handelt es sich um Haarausfall, der nicht auf eine Entzündung der Haut zurückzuführen ist. Die Gründe können vielfältig sein, einschließlich genetischer Veranlagung, Hormonstörungen, Parasiten oder Hautinfektionen. Nicht-entzündliche Alopezie kann bei Rassen wie dem Chihuahua oder dem Dackel auftreten.
Entzündliche Alopezie: Diese häufigere Form des Haarausfalls tritt aufgrund einer Hautentzündung auf. Autoimmunerkrankungen, aber auch Parasiten, Infektionen mit Bakterien, Hautpilze oder Allergien sind häufige Auslöser. Hunde, die an entzündlicher Alopezie leiden, zeigen nicht selten Hautrötungen, Schuppen oder Juckreiz. Oftmals sind Entzündungen auch die Ursache für Lecken, Kratzen, Reiben oder Beißen.
Alopezie X oder Alopecia areata – weitere Formen der Alopezie
Haarausfall ohne erkennbare Ursache (Alopezie X) tritt häufiger bei Hunderassen mit dichtem Unterfell auf. Die bekanntesten Beispiele sind laut AniCura Deutschland der Zwergspitz und der Chow Chow. Erst nachdem alle anderen zugrunde liegenden Ursachen sorgfältig ausgeschlossen wurden, könne die Diagnose Alopezie X gestellt werden.
Eine weitere Form der Alopezie ist die Alopecia areata. Sie tritt sowohl beim Menschen als auch bei anderen Säugetieren wie Hunden auf. Wie AniCura Deutschland informiert, tritt dabei „eine Schädigung am Haarfollikel in der Wachstumsphase auf.“ Rassen, die dafür anfällig sein können, seien „unter anderem Berner Sennenhund, Dachshund, Dobermann Pinscher, Deutscher Schäferhund“. Bei der Alopecia areata entstehen spontan kahle Stellen, anfangs meist symmetrisch an Kopf und Schnauze. Weitere Körperstellen können folgen, beispielsweise die Gliedmaßen. In seltenen Fällen ist der ganze Körper betroffen. Eine Diagnose erfolgt mittels Biopsie.
Wann sollten Sie zum Tierarzt?
Eine Alopezie kann harmlos sein, ist jedoch manchmal ein Anzeichen für eine ernsthafte zugrunde liegende Erkrankung. Daher sollten Sie bei Ihrem Hund auf bestimmte Warnsignale achten:
Plötzlicher und starker Haarausfall: Wenn Ihr Hund innerhalb kurzer Zeit große Mengen Fell verliert, sollten Sie dies mit einem Tierarzt besprechen.
Begleitsymptome: Wenn Hautveränderungen, wie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz, auftreten, ist dies ein Grund zur Sorge.
Veränderungen im Verhalten: Ein Hund, der sich plötzlich kratzt oder aggressiv wird, kann Schmerzen oder Unwohlsein erleben.
Übermäßiges Lecken oder Beißen: Wenn Ihr Hund verstärkt an den betroffenen Stellen leckt oder beißt, ist dies ein Hinweis auf Beschwerden.
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Ein Tierarzt wird die Ursache der Alopezie ermitteln und eine geeignete Behandlung verschreiben. Dies kann von einer Ernährungsumstellung über die Verabreichung von Medikamenten bis hin zu speziellen Hautpflegeanwendungen reichen. Haarverlust kann auch mit anderweitigen Problemen verknüpft sein, weshalb eine präzise Diagnosestellung die wichtigste Voraussetzung für eine entsprechende Therapie ist.