Abwehrkräfte stärken

Wechseldusche: Immunsystem profitiert von Kalt-Warm-Duschen

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Regelmäßiges kaltes Duschen soll die Abwehrkräfte stärken. Doch sind Wechselduschen wirklich gesund für den Körper?

Gerade im Herbst und Winter kann es nicht schaden, dem Immunsystem auf die Sprünge zu helfen. Tägliche Gewohnheiten wie ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung können das körperliche Abwehrsystem unterstützen. Aber auch regelmäßige Wechselduschen scheinen sich positiv auf das Immunsystem auszuwirken. Welche Wirkung Kalt-Warm-Duschen auf den Organismus haben und warum Sie regelmäßig ins kalte Wasser springen sollten.

Gesunde Wirkung auf den Körper? Wie Wechselduschen wirken

Eine kalte Dusche regt den Kreislauf an und soll das Immunsystem stärken.

Wechelduschen sollen die Durchblutung anregen, den Blutdruck natürlich senken und sogar Krampfadern vorbeugen. Auch das Immunsystem soll von Kalt-Warm-Duschen profitieren. Die Kältereize sollen das Abwehrsystem abhärten und so vor Erkältungen schützen. Dass kalte Duschen tatsächlich die Abwehr stärken, konnte bisher zwar nicht eindeutig wissenschaftlich belegt werden, wie die Apotheken Umschau berichtet. Trotzdem scheinen die Kältereize eine positive Wirkung zu haben.

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Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

„In jedem Falle werden die Blutgefäße trainiert und die Hautdurchblutung verbessert, da sich die Gefäße durch die Kälte verengen und danach wieder erweitern“, erklärt Prof. Dieter Melchart, Leiter des Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) der Technischen Hochschule Deggendorf. Erfahrungsbreichte zeigen zudem, dass die Kaltwasseranwendungen Stimmung und Schlaf verbessern können. Die positive Wirkung auf die Abwehr konnte auch eine Studie der Universität Jena zeigen, bei der Probanden nach regelmäßigen kalten Brustgüssen eine erhöhte Anzahl an immunrelevanten Zellen vorwiesen.

Regelmäßiges Kalt-Warm-Duschen kann fitter machen

Ähnlich wie eine Kneipp-Anwendung verengen sich durch die wechselnden Kalt-Warm-Reize die Blutgefäße. Die empfindlichen Kapillargefäße werden so trainiert und der Kreislauf angeregt. Nach einer Wechseldusche fühlt man sich daher erfrischt und gewärmt. Auch die Muskeln profitieren von der wechselnden Temperatur. Warmes Wasser lässt die Muskulatur entspannen. Forscher des Academic Medical Centers in Amsterdam 2016 fanden darüber hinaus heraus, dass Kaltduscher auch allgemein fitter sind: Unter den knapp 3.000 Teilnehmern waren Menschen, die regelmäßig kalt duschen, 29 Prozent seltener krankgeschrieben als Warmduscher.

Wichtig bei der Kalt-Warm-Dusche ist, den Körper nicht zu überfordern. Wer zu heiß duscht und dann schlagartig auf kaltes Wasser umstellt, setzt den Kreislauf unter Stress. Besser ist es den Kreislauf erst etwa zwei bis drei Minuten an das warme Wasser zu gewöhnen und dann auf eine niedrigere Temperatur umzustellen. Dann langsam mit den Beinen und den Armen beginnen. Erst am Schluss sollte man Rücken, Bauch und Brust abkühlen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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