Wechseldusche: Immunsystem profitiert von Kalt-Warm-Duschen
VonLaura Knops
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Regelmäßiges kaltes Duschen soll die Abwehrkräfte stärken. Doch sind Wechselduschen wirklich gesund für den Körper?
Gerade im Herbst und Winter kann es nicht schaden, dem Immunsystem auf die Sprünge zu helfen. Tägliche Gewohnheiten wie ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung können das körperliche Abwehrsystem unterstützen. Aber auch regelmäßige Wechselduschen scheinen sich positiv auf das Immunsystem auszuwirken. Welche Wirkung Kalt-Warm-Duschen auf den Organismus haben und warum Sie regelmäßig ins kalte Wasser springen sollten.
Gesunde Wirkung auf den Körper? Wie Wechselduschen wirken
Wechelduschen sollen die Durchblutung anregen, den Blutdruck natürlich senken und sogar Krampfadern vorbeugen. Auch das Immunsystem soll von Kalt-Warm-Duschen profitieren. Die Kältereize sollen das Abwehrsystem abhärten und so vor Erkältungen schützen. Dass kalte Duschen tatsächlich die Abwehr stärken, konnte bisher zwar nicht eindeutig wissenschaftlich belegt werden, wie die Apotheken Umschau berichtet. Trotzdem scheinen die Kältereize eine positive Wirkung zu haben.
„In jedem Falle werden die Blutgefäße trainiert und die Hautdurchblutung verbessert, da sich die Gefäße durch die Kälte verengen und danach wieder erweitern“, erklärt Prof. Dieter Melchart, Leiter des Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) der Technischen Hochschule Deggendorf. Erfahrungsbreichte zeigen zudem, dass die Kaltwasseranwendungen Stimmung und Schlaf verbessern können. Die positive Wirkung auf die Abwehr konnte auch eine Studie der Universität Jena zeigen, bei der Probanden nach regelmäßigen kalten Brustgüssen eine erhöhte Anzahl an immunrelevanten Zellen vorwiesen.
Regelmäßiges Kalt-Warm-Duschen kann fitter machen
Ähnlich wie eine Kneipp-Anwendung verengen sich durch die wechselnden Kalt-Warm-Reize die Blutgefäße. Die empfindlichen Kapillargefäße werden so trainiert und der Kreislauf angeregt. Nach einer Wechseldusche fühlt man sich daher erfrischt und gewärmt. Auch die Muskeln profitieren von der wechselnden Temperatur. Warmes Wasser lässt die Muskulatur entspannen. Forscher des Academic Medical Centers in Amsterdam 2016 fanden darüber hinaus heraus, dass Kaltduscher auch allgemein fitter sind: Unter den knapp 3.000 Teilnehmern waren Menschen, die regelmäßig kalt duschen, 29 Prozent seltener krankgeschrieben als Warmduscher.
Wichtig bei der Kalt-Warm-Dusche ist, den Körper nicht zu überfordern. Wer zu heiß duscht und dann schlagartig auf kaltes Wasser umstellt, setzt den Kreislauf unter Stress. Besser ist es den Kreislauf erst etwa zwei bis drei Minuten an das warme Wasser zu gewöhnen und dann auf eine niedrigere Temperatur umzustellen. Dann langsam mit den Beinen und den Armen beginnen. Erst am Schluss sollte man Rücken, Bauch und Brust abkühlen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.