Wie Totholz im Garten für Igel, Insekten & Co. zum Lebensraum wird
VonLaura Wittstruck
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Totholz im Garten wird häufig einfach entsorgt. Dabei macht es für die Artenvielfalt durchaus Sinn, abgestorbene Pflanzenreste liegenzulassen.
Verdorrte Stängel, abgetrennte Äste oder der immer größer werdende Laubhaufen: Gerade im Herbst sammelt sich Totholz im Garten an. Bei vielen landet dieses dann auf dem Kompost oder in der Biotonne, wenn Sie den Garten winterfest machen. Dabei erfüllen die Pflanzenüberreste für die Natur einen wichtigen Zweck – als Lebensraum für zahlreiche Insekten.
Die Stauden und Beerensträucher sind verblüht und in den Beeten nur noch dünne, gräuliche Halme übrig. Die meisten Gärtner entfernen diese – und damit auch das Winterquartier von unzähligen Larven. Laut dem NABU legen verschiedene Insektenarten ihre Eier in den Hohlräumen der Stängel ab. Wie in einem Insektenhotel (werblicher Link) eben. Und die werden im Frühjahr und Sommer zu nützlichen Gartenhelfern: Florfliegen und Marienkäfer etwa helfen dabei, die Blattläuse unter Kontrolle zu halten. Verschiedene Bienenarten fühlen sich derweil vor allem in den Stängeln von Sträuchern der Brombeere, Himbeere oder des Schwarzen Holunders wohl.
Im Herbst fallen die Blätter und damit steht eine Gartenarbeit an, die viele besonders ungern erledigen: Laub rechnen. Dabei ist es für die Natur sogar besser, ein bisschen Chaos im Garten zu behalten. In den bunten Haufen finden zum einen Insekten Unterschlupf. Aber auch Mäusen, Amphibien oder Igeln bieten diese laut dem NABU ein warmes Plätzchen. Außerdem stecken in den verrottenden Blättern jede Menge Nährstoffe für den Garten. Laub hat noch einen weiteren Vorteil: Die Blätterschicht ist ein natürlicher Frostschutz für die Bäume.
Zuerst stecken Sie dicke Hölzer in einer Reihe in den Boden. Der Abstand von vier Metern ist dabei optimal, kürzer geht jedoch auch. Wie groß der Abstand zwischen den einzelnen Hölzern sein muss, hängt von der Länge des Schnittguts ab.
Dann stecken Sie eine zweite Reihe Hölzer in den Boden und zwar so, dass Sie das Totholz in der Mitte zwischen den beiden Holzreihen stapeln können.
Zum Schluss stapeln Sie die abgeschnittenen Äste zwischen den Holzpfählen – und fertig ist Ihre Hecke aus Totholz als Lebensraum und Winterquartier für zahlreiche Tiere.
Egal, für welche Variante Sie sich in Ihrem Garten entscheiden – Insekten und kleine Säugetiere werden es Ihnen danken und das Totholz gerne als neuen Lebensraum nutzen.