Tierhotel de luxe

Wie Totholz im Garten für Igel, Insekten & Co. zum Lebensraum wird

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Totholz im Garten wird häufig einfach entsorgt. Dabei macht es für die Artenvielfalt durchaus Sinn, abgestorbene Pflanzenreste liegenzulassen.

Verdorrte Stängel, abgetrennte Äste oder der immer größer werdende Laubhaufen: Gerade im Herbst sammelt sich Totholz im Garten an. Bei vielen landet dieses dann auf dem Kompost oder in der Biotonne, wenn Sie den Garten winterfest machen. Dabei erfüllen die Pflanzenüberreste für die Natur einen wichtigen Zweck – als Lebensraum für zahlreiche Insekten.

So sieht eine Hecke aus Totholz im Garten aus.

Vertrocknete Stängel als Larvenunterschlupf

Die Stauden und Beerensträucher sind verblüht und in den Beeten nur noch dünne, gräuliche Halme übrig. Die meisten Gärtner entfernen diese – und damit auch das Winterquartier von unzähligen Larven. Laut dem NABU legen verschiedene Insektenarten ihre Eier in den Hohlräumen der Stängel ab. Wie in einem Insektenhotel (werblicher Link) eben. Und die werden im Frühjahr und Sommer zu nützlichen Gartenhelfern: Florfliegen und Marienkäfer etwa helfen dabei, die Blattläuse unter Kontrolle zu halten. Verschiedene Bienenarten fühlen sich derweil vor allem in den Stängeln von Sträuchern der Brombeere, Himbeere oder des Schwarzen Holunders wohl.

Gartenbewohner und wie Sie sie anlocken können

Star (Sturnus vulgaris) badet in einer Vogeltränke.
Vögel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schädlinge wie Schnecken, Raupen und Käfer zu kontrollieren. Um Vögel anzulocken, stellen Sie Vogelhäuser, Vogeltränken und Futterstationen auf. Sie können auch Pflanzen wie Sonnenblumen, Lavendel und Beerensträucher pflanzen, die Vögel anziehen. © IMAGO/iFrank Sommariva
Tagpfauenauge Schmetterling sitzt auf einem Schmetterlingsflieder.
Schmetterlinge sind wunderschöne und nützliche Gartenbewohner. Sie helfen bei der Bestäubung von Pflanzen und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems. Um Schmetterlinge anzulocken, pflanzen Sie blütenreiche Pflanzen wie Schmetterlingsflieder, Sonnenhut und Sonnenblumen. Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden, da diese Schmetterlinge abtöten können. © IMAGO
Eine Biene sitzt in einer Blüte eines Löwenzahns in einem Garten.
Bienen sind sehr wichtig für die Bestäubung von Pflanzen und die Produktion von Honig. Um Bienen anzulocken, pflanzen Sie blütenreiche Pflanzen wie Lavendel, Sonnenblumen und Wildblumen. Sie können auch ein Bienenhotel aufstellen, um den Bienen ein Zuhause zu geben. © IMAGO/Silas Stein
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf der Jagd nach Blattläusen.
Marienkäfer sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schädlinge wie Blattläuse zu kontrollieren. Um Marienkäfer anzulocken, pflanzen Sie Pflanzen wie Dill, Fenchel und Koriander. Sie können auch Marienkäferhäuser aufstellen, um den Marienkäfern ein Zuhause zu geben. © IMAGO/Guenter Fischer
Igel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schnecken und andere Schädlinge zu kontrollieren.
Igel sind nützliche Gartenbewohner, die helfen, Schnecken und andere Schädlinge zu kontrollieren. Um Igel anzulocken, stellen Sie Igelhäuser auf und lassen Sie Bereiche im Garten unberührt, damit sich die Igel darin verstecken und nisten können. © IMAGO/F. Hecker
Die Erdkröte Bufo bufo ist ein häufiger Gast in Gärten.
Kröten sind nützliche Gartenbewohner, die Schnecken und Insekten fressen. Um Kröten anzulocken, können Sie flache Wasserstellen wie Teiche oder Schalen mit Wasser aufstellen, da Kröten Wasser benötigen, um zu überleben. Auch das Anpflanzen von schattenliebenden Pflanzen und das Bereitstellen von Versteckmöglichkeiten wie Totholz oder Steinhäufen kann helfen, Kröten anzulocken. © IMAGO/Steffen Schellhorn
Gemeine Kreuzspinne, Gartenkreuzspinne, Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus), lauert in ihrem Netz.
Spinnen wie die gemeine Kreuzspinne sind wichtige Räuber und helfen, Schädlinge in Schach zu halten. Um Spinnen anzulocken, können Sie ein Insektenhotel aufstellen oder ein paar Büsche und Sträucher in Ihrem Garten unberührt lassen. Auch das Vermeiden von Pestiziden kann dazu beitragen, dass sich Spinnen in Ihrem Garten niederlassen. © IMAGO/F. Hecker
Kleind greift nach einem Regenwurm in der Hand einer erwachsenen Person.
Regenwürmer helfen, den Boden zu belüften und Nährstoffe in den Boden zu bringen. Um Regenwürmer anzulocken, können Sie Kompost oder organische Materialien in Ihrem Garten verwenden, die als Nahrung für Regenwürmer dienen. Auch das Vermeiden von Chemikalien und das Aufrechterhalten einer feuchten Umgebung kann dazu beitragen, dass sich Regenwürmer in Ihrem Garten wohlfühlen. © IMAGO/Ute Grabowsky
Schneckenfressende Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die Schnecken und deren Eier fressen.
Schneckenfressende Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die Schnecken und deren Eier fressen. Um sie anzulocken, können Sie bestimmte Pflanzen wie Ringelblumen, Kamille oder Tagetes pflanzen, die sie anziehen. Auch das Auftragen von Nematoden auf den Boden in Ihrem Garten kann dazu beitragen, dass sich diese nützlichen Gartenbewohner ansiedeln. © IMAGO/F. Foxx
Zauneidechse, Zaun-Eidechse (Lacerta agilis), Weibchen am Boden.
Eidechsen sind nützliche Gartenbewohner, die Insekten, aber auch Spinnen fressen. Um Eidechsen anzulocken, können Sie Felsbrocken oder Steinhaufen in Ihrem Garten aufstellen, die als Versteck- und Sonnenplätze dienen. Auch das Anpflanzen von bestimmten Pflanzen wie Salbei, Thymian und Lavendel kann dazu beitragen, dass sich Eidechsen in Ihrem Garten wohlfühlen. © IMAGO/R. Mueller

Laub einfach liegen lassen

Im Herbst fallen die Blätter und damit steht eine Gartenarbeit an, die viele besonders ungern erledigen: Laub rechnen. Dabei ist es für die Natur sogar besser, ein bisschen Chaos im Garten zu behalten. In den bunten Haufen finden zum einen Insekten Unterschlupf. Aber auch Mäusen, Amphibien oder Igeln bieten diese laut dem NABU ein warmes Plätzchen. Außerdem stecken in den verrottenden Blättern jede Menge Nährstoffe für den Garten. Laub hat noch einen weiteren Vorteil: Die Blätterschicht ist ein natürlicher Frostschutz für die Bäume.

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Eine Hecke aus Totholz für Insekten und Säugetiere

Statt eines Gartenzauns können Sie eine Hecke aus Totholz in Ihrem Garten anlegen – und schaffen so einen einzigartigen Lebensraum für Insekten und Säugetiere. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Zuerst stecken Sie dicke Hölzer in einer Reihe in den Boden. Der Abstand von vier Metern ist dabei optimal, kürzer geht jedoch auch. Wie groß der Abstand zwischen den einzelnen Hölzern sein muss, hängt von der Länge des Schnittguts ab.
  • Dann stecken Sie eine zweite Reihe Hölzer in den Boden und zwar so, dass Sie das Totholz in der Mitte zwischen den beiden Holzreihen stapeln können.
  • Zum Schluss stapeln Sie die abgeschnittenen Äste zwischen den Holzpfählen – und fertig ist Ihre Hecke aus Totholz als Lebensraum und Winterquartier für zahlreiche Tiere.

Egal, für welche Variante Sie sich in Ihrem Garten entscheiden – Insekten und kleine Säugetiere werden es Ihnen danken und das Totholz gerne als neuen Lebensraum nutzen.

Rubriklistenbild: © F. Hecker/Imago

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