Von Alina Schröder
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Urlaub wird immer kostspieliger – auch in den Niederlanden. Dort erhöht sich die Touristensteuer ab 2026, wohl vor allem in bestimmten Regionen.
Amsterdam – Die Niederlande ist vor allem für deutsche Urlauberinnen und Urlauber ein attraktives Reiseziel. Zum einen ist sie auch mit dem Auto oder dem Zug gut zu erreichen, zum anderen punktet sie mit weiten Nordseestränden und unendlichen Tulpenfeldern. Doch müssen Reisende bald tiefer in die Tasche greifen: Die niederländische Regierung hat eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Übernachtungen beschlossen, wie es in einer Mitteilung heißt.
Die Niederlande erhöht ab 2026 nochmals die Touristensteuer. In Amsterdam ist diese schon jetzt am höchsten.
© Topdeq/Imago
Urlaub in den Niederlanden: Übernachtungen kosten bald noch mehr Ab dem 1. Januar 2026 steigt der Steuersatz für Übernachtungen in den Niederlanden von neun auf 21 Prozent. Diese Maßnahme wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf den Tourismus haben, insbesondere für deutsche Urlauberinnen und Urlauber, die traditionell zu den häufigsten Gästen des Nachbarlandes zählen. Davon betroffen sind alle Formen von Übernachtungen in den Niederlanden, einschließlich Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienwohnungen. Diese Änderung ist Teil einer umfassenderen Steuerreform, die darauf abzielt, die Staatseinnahmen zu erhöhen. Für Reisende bedeutet dies eine spürbare Preissteigerung, vorausgesetzt, die Hotelbetreiber geben die Steuererhöhung vollständig an sie weiter. Wie die Rheinische Post berichtet, beträgt sie im Schnitt 2,54 Euro pro Nacht (Stand: März 2025).
Zwischen Windmühlen, Grachten und Tulpen: 20 charmante Orte in den Niederlanden für den Urlaub Bei Amsterdam haben Urlauber sofort die romantischen Grachten mit ihren kleinen Booten im Kopf, die von kleinen, pittoresken Brücken überspannt werden. Es gibt aber noch einiges mehr in der niederländischen Hauptstadt zu entdecken, darunter der Dam-Platz mit dem imposanten Königspalast, das Museumsplein mit dem Rijkmuseum und Van-Gogh-Museum sowie das Anne-Frank-Haus, das die bewegende Geschichte der Familie Frank erzählt. © Panthermedia/Imago Die Windmühlen von Kinderdijk, malerisch zwischen Wasserstraßen und historischen Zugbrücken gelegen, zählen zu den bekanntesten Postkartenmotiven der Niederlande. Sie wurden 1740 errichtet, um das Alblasserwaard-Gebiet zu entwässern und trocken zu halten. Seit 1997 stehen sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Besucher können drei Museumsmühlen besichtigen, um mehr über die Geschichte der Bauwerke erfahren. Wer die Umgebung aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann zudem eine Bootsfahrt unternehmen und die beeindruckenden Mühlen vom Wasser aus bestaunen. © Depositphotos/Imago Die Provinz Südholland beherbergt mit Leiden eine Stadt voller märchenhafter Grachten, verwinkelter Gassen und einer geschichtsträchtigen Altstadt. Besonders Kulturbegeisterte kommen hier auf ihre Kosten: Die älteste Universität der Niederlande hat in Leiden ihren Sitz, und 13 Museen bieten Einblicke in Themen von Völkerkunde bis Biodiversität. Zudem ist die Stadt die Geburtsstätte des berühmten Künstlers Rembrandt. Ein weiteres Highlight sind die „Hofjes“ – historische Wohnanlagen mit zentralen Innenhöfen. Insgesamt gibt es 35 dieser idyllischen Rückzugsorte, von denen fast alle besichtigt werden können. © Depositphotos/Imago Zandvoort zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Badeorten der Niederlande – besonders im Sommer zieht es zahlreiche Besucher an. Hier gibt es viel zu erleben: Strandpavillons, Clubs, Bars und Restaurants sorgen für eine lebendige Atmosphäre und bieten zahlreiche Möglichkeiten für eine geschäftige Auszeit. Berühmt ist Zandvoort auch für den Circuit Zandvoort, eine Rennstrecke aus dem Jahr 1948, auf der bis 1985 Formel-1-Rennen stattfanden. © Olha Rohulya/Imago Nationalpark De Hoge Veluwe Der Nationalpark De Hoge Veluwe erstreckt sich über 5.400 Hektar und zählt zu den größten zusammenhängenden Naturgebieten der Niederlande. Besucher erwarten hier abwechslungsreiche Landschaften mit dichten Wäldern, weitläufigen Heideflächen, Sandverwehungen, Mooren und malerischen Seen. Zudem beheimatet der Park eine Vielzahl an Wildtieren – darunter Wildschweine, Rothirsche, Rehe und Mufflons, die in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden können. Am besten lässt sich der Nationalpark mit dem Fahrrad erkunden. Dafür stehen an mehreren Stellen im Park sowie an den Eingängen Hoenderloo, Otterlo und Schaarsbergen kostenlose Fahrräder zur Verfügung, die Besucher einfach nutzen können. © Depositphotos/Imago Riesenrad am Pier bei Den Haag Den Haag ist nicht nur der Parlaments- und Regierungssitz der Niederlande und des Königreichs der Niederlande, sondern auch der Sitz des Internationalen Gerichtshofs. Ansässig ist dieser im Friedenspalast, der zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt und im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Ebenfalls berühmt ist der Binnenhof, ein Gebäudekomplex am Schlossweiher Hofvijver, in dem der niederländische Ministerpräsident sein Büro hat. Abgesehen davon ist Den Haag für seine Lage am Wasser bekannt – der Pier mit seinem Riesenrad, Restaurants, Bars und Steet-Food-Ständen gehört zu den beliebtesten Attraktionen für Touristen. © Depositphotos/Imago Strandbad Kijkduin Unweit von Den Haag liegt das Strandbad Kijkduin, ein ideales Ziel für einen entspannten Tagesausflug. Der ruhige Boulevard lädt zum Flanieren ein, während gemütliche Strandcafés mit kulinarischen Köstlichkeiten locken. Die raue Schönheit der Nordsee sorgt für eine beeindruckende Kulisse. Auch Wassersportler kommen auf ihre Kosten: Der Sandmotor, eine künstliche Landzunge, bietet perfekte Bedingungen für Wind- und Kitesurfer. Wer lieber an Land aktiv ist, kann die weitläufigen Dünen bei einer Wanderung erkunden oder am Strand joggen. © Depositphotos/Imago Valkenburg an der Geul Valkenburg liegt nur einen Katzensprung von der deutschen Grenze entfernt und ist somit ideal für einen Tagesausflug. Besonders zur Adventszeit verwandelt sich die Stadt in ein wahres Weihnachtsparadies. Ein Highlight ist der unterirdische Weihnachtsmarkt in der Gemeindegrotte, der Besucher mit seiner einzigartigen Atmosphäre verzaubert. Doch auch außerhalb der Weihnachtszeit lohnt sich eine Reise, denn Valkenburg ist für seine zahlreichen Grotten und Höhlen bekannt. Diese stammen noch aus der Römerzeit und boten der Bevölkerung in Kriegszeiten Schutz. © Dreamstime/Imago Ort Gaast und Deich am Ijsselmeer Das IJsselmeer trägt seinen Namen erst seit dem 20. Jahrhundert, nachdem die Zuiderzee durch einen Deich von der Nordsee abgetrennt wurde. Benannt nach der IJssel, einem Nebenarm des Rheins, entwickelte sich der Binnensee schnell zu einem beliebten Wassersportrevier. Segler, Bootsfahrer, Kitesurfer und Stand-up-Paddler tummeln sich hier, während Erholungssuchende bei einer Rundfahrt die Weite des Sees genießen. Einer der bekanntesten Küstenorte ist Enkhuizen, wo Besucher die historischen Festungsanlagen erkunden und das Zuidermuseum besichtigen können. © M. Woike/Imago Erasmus-Brücke und Stadtzentrum von Rotterdam Rotterdam beeindruckt vor allem mit seiner außergewöhnlichen Architektur. Ein herausragendes Beispiel ist die Markthal, eine hufeisenförmige Markthalle mit einem riesigen Deckengemälde. Ein weiteres Highlight ist das Museum Boijmans Van Beuningen mit seinem öffentlich zugänglichen Kunstdepot, das durch seine spiegelnde Fassade kontroverse Diskussionen auslöste und scherzhaft als „Salatschüssel“ bezeichnet wird. Ebenso ikonisch sind die Kubushäuser, auch Würfelhäuser genannt, die in den 1980er Jahren vom Architekten Piet Blom entworfen wurden. © Depositphotos/Imago Freizeitpark Efteling Der größte Freizeitpark der Niederlande zählt zu den besten in Europa. In Efteling, gelegen in Kaatsheuvel, tauchen Besucher in eine zauberhafte Märchenwelt ein, in der bekannte Figuren wie Rotkäppchen und Dornröschen lebendig werden. Im Laufe der Jahre wurde der Park um zahlreiche moderne Attraktionen erweitert, die für Nervenkitzel und Unterhaltung sorgen – darunter die spektakulären Achterbahnen „Baron 1898“ und „Python“. Auch die jüngsten Gäste kommen auf ihre Kosten: Sie können sich im Spielewald austoben oder ein faszinierendes 4D-Kinoerlebnis genießen. © Krystof Kriz/Imago Sint Servaasbrücke in Maastricht im Winter Maastricht liegt im südlichsten Teil der Niederlande und ist die Hauptstadt der Provinz Limburg. Aufgrund ihrer geografischen Lage in sanften Hügellandschaften hebt sich die Stadt deutlich von anderen typisch niederländischen Orten ab. Ihre römische Vergangenheit ist noch heute spürbar – Überreste eines antiken Heiligtums und einer Brücke zeugen davon. Ein Besuch lohnt sich besonders für Geschichtsinteressierte: Die alte Stadtmauer, das mittelalterliche Stadttor Helpoort, die Sint Servaasbrug und die beeindruckende Sint Servaasbasiliek gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. © Dreamstime/Imago Panoramablick auf Groningen In der nördlichsten Provinz der Niederlande erwartet die Stadt Groningen ihre Besucher mit spannenden Kontrasten. Historische Wahrzeichen wie der imposante Kirchturm Martinitoren (s. Bild) stehen neben modernen Architekturhighlights wie dem futuristischen „Forum Groningen“, das eine Bibliothek, ein Kino und Ausstellungsräume beherbergt. Traditionelle Märkte treffen auf trendige Restaurants, während der idyllische Stadspark eine grüne Oase inmitten der lebendigen Kulturszene bildet. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören neben dem Martinitoren auch die Martinikirche, der Fischmarkt und das renommierte Groninger Museum. © Depositphotos/Imago Bourtange Wer Groningen besucht, sollte einen Abstecher zur Festung Bourtange einplanen, die etwa eine Autostunde entfernt liegt. Mit ihrer markanten fünfeckigen Form ist sie besonders aus der Vogelperspektive ein beeindruckender Anblick. Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts als Verteidigungsanlage errichtet und bot im 80-jährigen Krieg die Möglichkeit, in alle Richtungen nach dem Feind zu spähen. Heute ist die Festung hervorragend erhalten und Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen – von historischen Märkten mit Handwerkskunst, Gauklern und Magiern bis hin zu Festivals, bei denen spektakuläre Schlachtenszenen nachgestellt werden. © Depositphotos/Imago Nationalpark Veluwezoom Der Nationalpark Veluwezoom ist der älteste der Niederlande und steht seit 1931 unter Naturschutz. Seine charakteristische Hügellandschaft, dichten Wälder und weitläufigen Heideflächen machen ihn zu einem besonderen Naturerlebnis. Ein Highlight für Besucher ist die Posbank, eine 90 Meter hohe Anhöhe, die einen atemberaubenden Blick auf die weiten, violett leuchtenden Heideflächen bietet. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Park im August, wenn die Heide in voller Blüte steht und die Landschaft in kräftigen Farben erstrahlt. © Depositphotos/Imago Leuchtturm auf der niederländischen Insel Texel Texel ist die größte der Westfriesischen Inseln und bietet eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt. Während die Ostseite an das Wattenmeer grenzt, prägen Dünen die Westküste. Die Insel vereint unterschiedliche Naturbereiche, darunter Dünenlandschaften, Kiefern- und Laubwälder sowie Heideflächen und Salzwiesen. Besucher können an den weitläufigen Sandstränden entlang spazieren oder eines der sieben malerischen Dörfer erkunden. Zudem beherbergen mehrere Naturschutzgebiete eine artenreiche Vogelwelt. Vom Wattendeich aus lassen sich beispielsweise brütende Stelzenläufer und Brandseeschwalben in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. © Fokke Baarssen/Imago Tulpen vor Windrädern in den Niederlanden Die Niederlande sind berühmt für ihre weitläufigen, bunten Tulpenfelder, die von Mitte März bis Anfang Mai die Landschaften in Nord- und Südholland in ein farbenprächtiges Blütenmeer verwandeln. Besucher können die blühenden Felder auf vielfältige Weise entdecken – ob mit dem Fahrrad, zu Fuß oder sogar bei einer Bootstour. Ein besonderes Highlight ist der Keukenhof in Lisse, einer der größten Blumengärten der Welt, der eine beeindruckende Vielfalt an Tulpen- und Blumenarten zeigt. Auch die Region Noordoostpolder in der Provinz Flevoland ist für ihre Tulpenfelder bekannt und veranstaltet jedes Jahr im April ein farbenfrohes Tulpenfestival. © Pond5 Images/Imago Traditionelle niederländische Häuser am Oudegracht in Utrecht Nur etwa eine Stunde mit dem Auto von Amsterdam entfernt liegt das charmante Utrecht. Das lebendige Stadtzentrum begeistert mit historischen Bauwerken, idyllischen Grachten und einladenden Parkanlagen. Besonders bemerkenswert sind die zahlreichen Werftkeller, die einst als Lagerräume dienten und heute als stimmungsvolle Bars, Restaurants und Geschäfte Reisende zum Verweilen einladen. Darüber hinaus bietet Utrecht eine Vielzahl an Museen, darunter das Nijntje Museum, das den Werken des niederländischen Kinderbuchillustrators Dick Bruna gewidmet ist. In Deutschland ist seine berühmte Figur als Miffy bekannt. © Depositphotos/Imago Kasteel de Haar bei Utrecht in den Niederlanden Ein Ausflug von Utrecht zum Kasteel de Haar lohnt sich unbedingt – es ist das größte und beeindruckendste Schloss der Niederlande. Zwischen 1892 und 1912 ließ eine wohlhabende Adelsfamilie das prächtige Bauwerk auf den Überresten einer alten Burg errichten. Bei einer Besichtigung können Besucher die prunkvollen Räumlichkeiten der Baronfamilie erkunden und den weitläufigen, eindrucksvollen Landschaftspark rund um das Schloss genießen. © Depositphotos/Imago Kanal im traditionellen Dorf Giethoorn in den Niederlanden Urlauber müssen nicht in den Süden reisen, um ein wenig Venedig-Flair zu erleben – in den Niederlanden gibt es mit Giethoorn das „Venedig des Nordens“. Der idyllische Ort liegt nur etwa zwei Autostunden von der deutschen Grenze entfernt. Im Zentrum selbst ist die Fortbewegung allerdings nur per Boot möglich, da sich ein rund acht Kilometer langer Kanal durch das Dorf schlängelt. Über 176 Brücken verbinden die kleinen Inseln mit dem Festland. Die reetgedeckten Häuser, an denen Besucher vorbeischippern, stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und gehören ebenso wie die gepflegten Gärten ihren privaten Besitzern. © Noppasin Wongchum/Imago Touristensteuer in den Niederlanden: In diesen Städten ist sie am höchsten Die „Toeristenbelasting“, zu Deutsch „Touristensteuer“, variiert jedoch von Ort zu Ort. Am teuersten ist diese derzeit in Amsterdam, dort müssen Reisende circa 17,66 Euro pro Nacht zahlen, gefolgt von der Studentenstadt Utrecht (12,01 Euro), Rotterdam (9,18 Euro) und Den Haag (6,20 Euro). Touristinnen und Touristen sollten sich vor der Buchung also darüber informieren, wie viel mehr sie in den verschiedenen Städten und Regionen zahlen. Schließlich gibt es auch Orte, in denen die Taxe sehr gering ausfällt – darunter Renswoude (0,75 Euro) oder Rijssen-Holten (0,95 Euro).
Diese fünf Städte erheben die höchste Touristensteuer pro Nacht in den Niederlanden:
Amsterdam (17,66 Euro) Utrecht (12,01 Euro) Rotterdam (9,18 Euro) Den Haag (6,20 Euro) Maastricht (5,56 Euro) Quelle: Bungalowparkoverzicht.nl, Niederländisches Statistikamt (Stand: 2025)
In Amsterdam wurde die Steuer sogar ab 2024 erst auf 12,5 Prozent erhöht , um den Massentourismus einzudämmen. Auch sollen keine neuen Hotels mehr in der Metropole gebaut werden . Vor allem in den Sommermonaten drängen sich unzählige Menschen dort dicht an den Grachten entlang. (asc)
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