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Trauermücken bekämpfen: Mit welchen Hausmitteln Sie die Schädlinge loswerden

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Um Ihren Blumentopf schwirren kleine schwarze Fliegen? Es könnten Trauermücken sein. Sie lassen sich mit Hausmitteln und Nematoden gut bekämpfen.

Kleine schwarze Insekten, die beim Berühren oder Verschieben der Zimmerpflanze oder Kübelpflanze auffliegen, kennen viele Hobbygärtner. Was wie eine kleine Fliege aussieht, ist oft die Trauermücke. Aber die Mücken schaden den Pflanzen wenig. Es sind ihre Larven, die Probleme machen.

So sehen die Trauermücken aus und deshalb sind nur die Larven ein Problem

Mithilfe von Gelbtafeln kann man Trauermücken anlocken und bekämpfen.

Trauermücken oder auch Trauerfliegen (Sciaridae) gehören zu den Mücken und Zweiflüglern. Sie sind bis zu sieben Millimeter lang und meist schwarz. Aus einiger Entfernung sehen sie Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) recht ähnlich, jedoch sind bei Trauermücken vor allem die Larven das Problem. Erwachsene Tiere, die nicht stechen können, mögen feuchte Erde oder andere Pflanzsubstrate für die Eiablage. Sie ernähren sich von Pflanzenresten und Pflanzenfans erkennen sie am tänzelnden oder taumelnden Flug.

Aus den Eiern schlüpfen die Larven und machen sich über Laub oder auch Wurzeln her. Wirklichen Schaden richten sie jedoch nur an geschwächten oder jungen Pflanzen an. Ein Problem stellt das vor allem bei Zimmerpflanzen dar, draußen dagegen sind die Larven als laubzersetzende Tiere durchaus nützlich und können in großen Mengen vorkommen. Diese Larven-Züge nennt Gärtner dann auch „Heerwurm“, so das Umweltbundesamt.

Trauermücken: So schleppen Sie die Schädlinge ein

Die Eier oder Puppen können Pflanzenliebhaber auf verschiedene Weise versehentlich mit in die Wohnung oder auf den Balkon bringen. Eine Methode sind offen stehende Türen oder Fenster, durch die die erwachsenen Tiere eindringen und unbemerkt Eier in Pflanzensubstrat ablegen. Auch in billiger oder minderwertiger Pflanzerde können sich schon Larven befinden, mit Ausbringen der Erde werden sie dann erst verteilt und können unbemerkt Schaden anrichten. Auch gekaufte Pflanzen beherbergen in den Töpfen manchmal Trauermückenlarven.

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Trauermücken: Anzeichen für den Befall und Bekämpfung

Die Larven der Mücken sind klein und unscheinbar und zudem meist in der Erde unterwegs. Vom Befall bemerken Hobbygärtner daher oft nichts. Einige Anzeichen können jedoch sein:

  • Große Larven sowie erwachsene Tiere lassen sich mit bloßem Auge erkennen
  • Wenn die Pflanze schlecht wächst oder eingeht, sind eventuell Trauermücken schuld
  • Silbrige, schleimige Fäden auf der Erde können auf einen Befall hindeuten
  • Sie können die Erde unter Wasser setzen, um auf einen Befall zu testen: Die Larven werden nach oben kriechen

Trauermücken hindert man mit alter Strumpfhose an der Vermehrung

Gegen die Schädlinge müssen keine Insektizide eingesetzt werden. Gesunde Pflanzen verkraften den Befall auch ohne Eingreifen, es gibt aber durchaus nützliche Maßnahmen zur Vorbeugung, die weder der Pflanze noch Haustieren oder Kindern schaden. Dabei gilt es vor allem, die erwachsenen Tiere an der Eiablage zu hindern:

  • Pflanzen nicht zu feucht halten, bei befallenen Pflanzen die Erde oben antrocknen lassen
  • Alte Strumpfhosen können Pflanzenfans über Topf und Erde ziehen, das hindert die Mücken an der Eiablage
  • Auch eine Sandschicht auf der Erde hat diesen Effekt, die versiegelte Oberfläche lässt zugleich die Larven absterben
  • Bei Schimmelbefall (durch Überwässerung) die Pflanzen umtopfen, alte Erde entsorgen
  • Gelbtafeln können helfen, aber auch andere Tiere und Insekten bleiben daran kleben
  • Befallene Pflanzen von anderen trennen
  • Abgebrannte Streichhölzer in die Erde stecken, laut t-online tötet der Schwefelgehalt die Larven ab

Neben diesen Methoden gibt es auch zahlreiche Hausmittel gegen Trauermückenbefall: Die Tiere mögen beispielsweise keinen Zimt, dessen Geruch sie nicht ausstehen können. Dazu einfach das Gewürz um die Bereiche verstreuen, die geschützt werden sollen. Auch Neem-Öl hilft: Gärtner besprühen die Pflanzen dabei mit einem Wasser-Öl-Gemisch. Laut Norddeutschem Rundfunk ist diese Art der Schädlingsbekämpfung harmlos für Nützlinge und andere Tiere.

Trauermücken: Nematoden, Bacillus thuringiensis israelensis oder Raubmilben bei starkem Befall

Vor allem beim Gemüseanbau oder größeren Pflanzenzuchten kann ein großflächiger Befall erhebliche Schäden verursachen. Dann können Gärtner auch Nematoden gegen die Trauermücken einsetzen. Bewährt haben sich dabei Steinernema feltiae, die mittels Gießen in das Substrat eingebracht werden. Durch die Körperöffnungen der Trauermückenlarven dringen sie ein und ein von ihnen abgegebenes Bakterium zersetzt die Larven.

Eine andere Methode ist das direkte Ausbringen von Bacillus thuringiensis israelensis. Das Fraßgift wirkt laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen selektiv nur auf Mückenlarven, genauer auf ihren Verdauungstrakt. Es ist somit unschädlich für andere Insekten.

Auch Raubmilben verwenden Gärtner gelegentlich als Nützlinge gegen Trauermücken, diese sind aber nicht auf Mückenlarven spezialisiert. Deshalb vernichten sie gegebenenfalls auch andere Schädlinge. Die Raubmilben wirken, ebenfalls wie die anderen beiden Bekämpfungsarten, nur gegen die Larven. Um erwachsene Trauermücken ebenfalls zu bekämpfen, ist zusätzlich ein Abdecken der Erde oder das Anbringen von Gelbstickern sinnvoll.

Schädlinge im Garten bekämpfen: 10 geeignete Hausmittel

Ein Topf mit ungeschälten Kartoffeln in Wasser
In einer Sprühflasche lehrt Kartoffelwasser und der darin enthaltene Stoff Solanin Blattläuse das Fürchten. © YAY Images/Imago
Viele Knoblauchzehen in einem Holzkörbchen
Knoblauch hilft gegen Wühlmäuse, Läuse – und natürlich gegen Vampire. © Panthermedia/Imago
Eine Frau in einem roten T-Shirt hält ein Glas Milch
Eine Milch-Wasser-Spritzlösung nimmt Blattläusen die Luft zum Atmen. © Panthermedia/Imago
Ein Schälchen mit Zimtpulver und im Hintergrund ein Zimtbündel
Um den Geruch von Zimt machen Trauermücken, Ameisen und ungewünschte Nagetiere einen Bogen. © Panthermedia/Imago
Eine Person streut in einem Garten Kaffeesatz aus einer Plastikwanne
Schnecken ade dank Kaffeesatz. Er schreckt auch Ameisen und sogar Katzen ab. © Panthermedia/Imago
Ein Häuschen und ein Zaun aus Streichhölzern gebastelt auf einem Kunstrasen mit blauem Hintergrund
Abgebrannte Streichhölzer im Blumentopf: Den Schwefel mögen Trauermücken gar nicht. © Panthermedia/Imago
Ein Mann kniet im Garten vor einer Schüssel mit in Wasser eingeweichten Brennnesseln
Ein Sud aus Brennnesseln schlägt Nacktschnecken, Spinnmilben und Blattläuse in die Flucht und stärkt die Pflanzen. © imagebroker/Imago
Eine Ameisenstraße wird von einem Kreidestrich unterbrochen
Ein nahezu magischer Kreidestrich zwingt Ameisen zur Umkehr. © CHROMORANGE/imago
In einem Badezimmer hält eine Frau ein Stück Seife über ein Waschbecken und lässt Wasser darauf laufen
Diesen Klassiker haben schon die Großmütter gegen Spinnmilben und Blattläuse eingesetzt: eine Lauge aus Schmier- oder Kaliseife. © Shotshop/Imago
Ein Holzlöffel mit Natronpulver liegt auf einem Holzuntergrund
Natron ist besonders effektiv bei Ameisen und Blattläusen. © Panthermedia/Imago

Bevor Hobbygärtner jedoch zu Nematoden, Bioziden oder Raubmilben gegen Trauermücken greifen, können die anderen Methoden ausprobiert werden. Die gezielte Bekämpfung von Schädlingen durch andere Organismen stellt immer einen Eingriff in das natürliche Gleichgewicht dar und sollte nur nach Absprache mit einem Fachmann oder mit dem nötigen Wissen erfolgen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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