Unsichtbare Gartenbewohner

Nematoden im Garten – Schaden und Nutzen der winzigen Würmchen

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Nematoden sind sowohl Schädlinge als auch Nützlinge. Einige Fadenwürmer lassen Gemüsepflanzen verkümmern, andere bekämpfen Dickmaulrüssler und Trauermücken.

Nematoden sind mikroskopisch kleine Würmer und werden daher auch Fadenwürmer genannt. Sie sind einer der artenreichsten Stämme im Tierreich und treten auch dementsprechend vielfältig im Garten auf: Die einen sind Parasiten, die Pflanzen zum Verwelken bringen, die anderen sind nützliche Helfer gegen Schädlinge. Wir stellen die unsichtbaren Gartenbewohner vor.

Nematoden: So sehen die winzigen Würmer aus

Nematoden sind äußerst kleine Würmchen und mit bloßem Auge (fast) nicht zu erkennen. Viele Arten sind nur unter dem Mikroskop sichtbar. Sie erscheinen meist farblos oder weiß gefärbt. Am vorderen Ende haben sie eine große muskulöse Mundöffnung, die je nach Art und Nahrung sehr unterschiedlich aussehen kann. Dort haben sie in der Regel auch kleine Fortsätze, um die Nahrung aufzunehmen oder die Umgebung zu erkunden. Wie auch Regenwürmer bewegen sie sich mit ihrer Längsmuskulatur durch das umgebende Medium.

Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die in feuchten Umgebungen leben.

Große Artenvielfalt: Nematoden gibt es unzählige

Bislang sind über 20.000 Arten von Nematoden wissenschaftlich beschrieben, und selbst konservative Schätzungen gehen von über 100.000 verschiedenen Arten aus. Die meisten Fadenwürmer ernähren sich von Mikroben. Andere befallen Tiere und Menschen als Parasiten, zum Beispiel Spulwürmer oder Trichinen.
Für Hobbygärtner sind zwei gänzlich unterschiedliche Gruppen von Nematoden relevant: Die einen sind gefürchtete Schädlinge, da sie Pflanzen und deren Wurzeln befallen. Die anderen fressen die Larven und Eier von Schadinsekten und sind damit äußerst willkommene Nützlinge.

Die wichtigsten Gattungen von schädlichen Nematoden

Grundsätzlich lassen sich schädliche Nematoden in oberirdische Nematoden und Wurzelnematoden unterteilen. Blattnematoden greifen besonders Zierpflanzen und Erdbeeren an und lassen diese verkümmern.
Wurzelnematoden unterscheiden sich in festsitzende und wandernde Nematoden. Letztere können sich mithilfe ihres Mundstachels durch das Gewebe bewegen. Festsitzende Nematoden hingegen dringen in eine Wurzel ein und bleiben an ihrem Standort. Dort verändern sie das umliegende Gewebe stark: So können sie sich von den eigentlich für die Pflanze bestimmten Stoffen ernähren. Gallenbildende Nematoden lösen dadurch sogar ein Anschwellen des Wurzelgewebes aus. Die verbreitetsten Gattungen von Fadenwürmern im Garten sind:

  • Wandernde Wurzelnematoden: Pratylenchus, Paratylenchus, Trichodorus
  • Gallenbildende Nematoden: Meloidogyne
  • Zystenbildende Nematoden: Heterodera, Globodera
  • Stock- und Stängelnematoden: Ditylenchus
  • Blattnematoden: Aphelenchoides
Gallenbildene Nematoden lassen die Wurzeln der befallenen Pflanzen stark anschwellen.

Schädliche Nematoden: So greifen Fadenwürmer Ihre Pflanzen an

Im Garten halten sich parasitäre Nematoden mit Vorliebe in der Erde auf, die sie gerne feucht mögen. Meist befallen sie die Wurzeln der Pflanzen, manchmal dringen sie auch in die oberen Teile der Pflanze ein.
Dabei stechen die Fadenwürmer die Pflanzenzellen mit ihrem Mundstachel an und injizieren ihren Speichel. Dieser löst die Bestandteile der Zelle teilweise auf, sodass der Parasit den Zellinhalt aufsaugen kann. Bei starkem Befall kann dies die Pflanze nachhaltig schädigen und im schlimmsten Fall zu ihrem Tod führen. Wenn die Wurzeln befallen sind, zapfen die Parasiten oft auch die Wasserleitungen an, wodurch Pflanzen häufig vertrocknen. Nach Entdeckung des Befalls ist es meistens schon zu spät für die Pflanze.

Gut versteckte Parasiten: Wo Nematoden leben

Viele Fadenwürmer leben in der Erde und zapfen die Wurzeln von außen an. Manche graben sich aber komplett in die Wurzel der Pflanze ein, wodurch das Wurzelgewebe häufig anschwillt (Gallenbildung). Dort können sie sich verstecken und sind nur schwer von außen zu erreichen. Die Larven von einigen Nematoden können auch Zysten bilden, die mehrere Jahre ohne Nahrung überleben. Den kompletten Lebenszyklus verbringen Nematoden im Boden oder in der Wurzel einer Pflanze. Das macht sie neben ihrer geringen Größe besonders schwer zu entdecken und zu bekämpfen.

Nematoden sind oft so winzig, dass sie nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind.

So erkennen Sie einen Befall durch Nematoden

Neben der versteckten Lebensweise und ihren ausgefeilten Überlebensstrategien sind Nematoden leider auch in der Lage, fast jede Gartenpflanze zu befallen. Ob Tomaten, Kartoffeln, Erdbeeren, Möhren, Spinat, Erbsen oder Sellerie – nahezu keine Nutz- oder Zierpflanze ist vor den winzigen Würmern sicher. Die typischen Anzeichen für einen Befall von schädlichen Nematoden sind:

  • Verkümmerung der Pflanze
  • Welken der Blätter
  • Unregelmäßiger Pflanzenwuchs
  • Mangelnde Wasserversorgung
  • Bildung von Zysten

Besonders Landwirte bekommen die Auswirkungen der Fadenwürmer zu spüren. Ihre Ernte liegt bis zu 20 Prozent niedriger als ohne Nematoden. Aber auch Zimmerpflanzen sind nicht vor den Parasiten sicher. Durch den meist zunächst schleichenden Befall erfolgt die Diagnose oft sehr spät.

Schädlinge: Lästige Gartenbewohner und mit welchen Methoden man sie wieder loswird

Blattläuse auf einem Zweig
Blattläuse Blattläuse sind wohl die Blumenfeinde Nummer 1. Sie durchdringen das Pflanzengewebe und hinterlassen süße Verklebungen, die wiederum Ameisen anziehen. Blattläuse wird man zum Beispiel mit Wasser los, indem man die Blätter mit einem starken Strahl abbraust und betroffene Pflanzenteile entfernt. Auch insektizide Seifen, Schmierseifen und andere Schädlingsmittel helfen.  © Imago
Trauermücken auf einem Blatt
Trauermücken sind kleine schwarze Fliegen, die vor allem Zimmerpflanzen befallen. Sie hinterlassen ihre Larven in der Erde, die auf den ersten Blick nicht immer sichtbar sind. Gegen Trauermücken helfen klassische klebrige Fliegenfangen und Insektensprays. Auch Hausmittel wie Backpulver oder Natron, die einfach über die Erde gesiebt werden, sollen das Insekt bekämpfen. © Imago
Schnecke auf einem Blatt
Schnecken befallen vor allem Pflanzen im Garten, knabbern diese an oder fressen sie sogar auf und hinterlassen dabei ekelhafte Schleimspuren. Gegen Schnecken helfen zum Beispiel Bierfallen. Dazu stellt man eine Schale mit Bier ins Beet, die die Schnecken anzieht und worin die Tiere ertrinken. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass der Geruch mehr Schnecken anzieht, als ursprünglich da waren. Abschreckend sollen dagegen Kaffeesatz oder Holzkohle wirken, die um die Pflanzen verteilt sind.  © Claude Robidoux/Imago
Japanische Käfer auf einem Blatt
Der blau-grün-bronzefarbene Japanische Käfer frisst Blüten und Blätter von Blumen. Seine Larven sind weiße Maden, die die Wurzeln anfressen. Japanische Käfer entfernt man per Hand, indem man sie morgens – wenn sie noch wenig Energie haben – von der Pflanze abkratzt. © Imago
Raupe auf einem Blatt
Raupen sehen zwar oft putzig aus, sind allerdings schädlich für die meisten Garten- und Zimmerpflanzen, weil sie diese liebend gern fressen. Raupen kann man zum Beispiel mit natürlichen Fressfeinden beseitigen, etwa indem man Schlupfwespen ansiedelt. Diese stechen nicht, fressen aber gern Raupen und andere Schädlinge. © Karl-Heinz Schein/Imago
Spinnmilben auf einer Pflanze
Spinnmilben ernähren sich von der Flüssigkeit in Pflanzen. Dies schwächt die Pflanze, sodass die Blätter braun und welk werden. Am besten wird man diese Tierchen los, indem man Raubinsekten in den eigenen Garten einführt, die die Pflanzen selbst in Ruhe lassen. Das sind etwa Marienkäfer oder Gottesanbeterinnen. Auch eine Mischung aus 20 Litern Wasser, einer halben Tasse Buttermilch und vier Tassen Weizenmehl kann gegen diese Schädlinge helfen.  © Imago
Miniermotten hinterlassen faule Spuren
Miniermotten sind Insekten, die Blätter fressen und dabei schleimige Spuren hinterlassen. Sie setzen sich im Inneren der Pflanze ab und sind deshalb schwer zu beseitigen. Miniermotten entfernt man am besten, indem man einfach die befallenen Blätter entfernt.  © M. Wuchenauer/Imago
Bohrer auf einem Blatt
Bohrer sind Schädlinge, die die Pflanzen von innen heraus auffressen. Eine bekannte Art ist der Irisbohrer, der Iris-Pflanzen befällt und diese verfaulen lässt. Um Bohrer von der Iris fernzuhalten, sollte man die Blätter im Frühjahr entfernen, die der natürliche Lebensraum des Schädlings sind. Insektensprays helfen hier ebenfalls. Sind die Pflanzen bereits befallen, müssen sie ausgegraben, infizierte Stellen entfernt und dann die intakten Teile wieder eingepflanzt werden.  © W. Willner/Imago
Thripse in einer Blume
Thripse, auch Gewitterfliegen genannt, sind Fluginsekten, die Pflanzenteile anstechen und den Pflanzensaft aus diesen heraussaugen. Gegen diese Insekten hilft ein Besprühen oder Abduschen der Pflanze mit einer Seifenlauge. Man sollte allerdings vorher die Ballenoberfläche der Pflanze abdecken, damit die Thripse nicht dorthin flüchten können.  © Bosch Marcus/Imago
Schildläuse auf einem Stamm
Schildläuse zeigen sich als eine Art Wachsbeschichtung auf den Blättern einer Pflanze. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um kleine Insekten, die nur wie Pflanzenteile aussehen. Am besten wird man die Schildläuse los, indem man die betroffenen Blätter und Zweige entfernt. Ist der Befall noch schwach, kann man die Insekten auch mit einem in Reinigungsalkohol getränkten Wattepad abkratzen. © Becky Kirkland/Picture Alliance
Wollläuse auf einem Blatt
Wollläuse sondern Honigtau ab, der auf den befallenen Pflanzen für Schimmel sorgt und damit die Photosynthese hemmt. Die Pflanzen sterben dabei langsam ab. Um Wollläuse zu vermeiden, sollte man seine Pflanzen von vornherein nicht zu viel gießen und düngen, weil das den Stickstoffgehalt erhöht, was wiederum die Tierchen anzieht. Gibt es bereits einen Befall, muss man chemische Sprays, Insektenmittel oder Neemöl verwenden.  © Manfred Ruckszio/Imago
Weiße Fliegen auf einem Blatt
Weiße Fliegen sind – wie der Name schon sagt – kleine weiße Fliegen, die um eine Pflanze herumschwirren und sich an dieser verköstigen. Dabei hinterlassen sie klebrige Spuren, die Rußschimmel anziehen und die Pflanze zum Absterben bringen. Weiße Fliegen kann man zum Beispiel mit klebrigen Fliegenfangen beseitigen. Marienkäfer und Florfliegen sind außerdem natürliche Fressfeinde, die nützlich gegen die Weiße Fliege sein können.  © Imago
Dickmaulrüssler auf einem Blatt
Rüsselkäfer legen ihre Eier in der Erde ab und die Larven ernähren sich dann von den Wurzeln. Sobald die Käfer geschlüpft sind, knabbern sie die Blätter an. Gegen Dickmaulrüssler helfen Nematoden. Das sind Fadenwürmer, die in den Boden gesetzt werden und dort in die Larven der Schädlinge eindringen und diese zersetzen.  © Imago
Buchsbaumzünsler auf Blatt
Der Buchsbaumzünsler ist eine Art Schmetterling, der sich liebend gern in Buchsbäumen einnistet und die Blätter der Pflanzen frisst. Gegen das sehr hartnäckige Insekt soll zum Beispiel Algenkalk helfen. Die Pflanze wird damit berieselt und der Buchsbaumzünsler stirbt davon daran.  © Peter Widmann/Imago
Wühlmäuse im Feld
Zwar kein Insekt, aber trotzdem ein Schädling im Garten: Wühlmäuse ernähren sich gern von Pflanzenwurzeln und Gemüsepflanzen. Gegen Wühlmäuse kann man Fallen im Baumarkt kaufen oder man nutzt ein Hausmittel: Buttermilch. Die Flüssigkeit soll in die Wühlmaus-Gänge geschüttet werden, was die Tiere in die Flucht schlägt, weil sie den Geruch nicht mögen. Andere stark riechende Lebensmittel wie Knoblauch sollen einen ähnlichen Effekt haben.  © Kevin Sawford/Imago

So beugen Sie Nematoden in Ihrem Garten vor

Am besten beugen Sie Nematoden vor, indem Sie Anbaupausen und Fruchtwechsel betreiben. Beim Fruchtwechsel bauen Sie jede Saison ein anderes Obst oder Gemüse an, während bei Anbaupausen die gesamte Fläche ein paar Monate lang ruht. Auf diese Weise erholt sich die Erde und die Nematoden verschwinden. Denn die meisten Nematoden-Arten haben sich auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert. Verschwinden diese Pflanzen aus dem Beet, finden sie keine Nahrung mehr. 

Außerdem sollten Sie Ihren Boden generell gesund halten. Halten Sie den pH‑Wert im Auge und sorgen Sie für genug organische Substanz im Boden. In gesunder Erde leben viele Bakterien und Pilze, die schädliche Parasiten automatisch in Schach halten. Zudem sind kräftige und vitale Pflanzen immer noch der sicherste Schutz gegen Krankheiten und Schädlinge aller Art.

Wenn eine Pflanze sichtbar stark von Nematoden befallen ist, entfernen Sie diese am besten sofort aus dem Boden und entsorgen die Reste im Biomüll. Werfen Sie infizierte Pflanzen besser nicht auf den Kompost, da manche Nematoden-Arten dort jahrelang überleben können. Wenn Sie den Kompost dann später in einem neuen Beet ausbringen, sind die Schädlinge gleich wieder da.

So bekämpfen Sie schädliche Nematoden

Zur Bekämpfung von Nematoden sind chemische Mittel seit ein paar Jahren nicht mehr erlaubt. Die Chemiekeulen haben zu große Auswirkungen auf umliegende Pflanzen und die Artenvielfalt im Boden. Da Nematoden hitzeempfindlich sind, ist theoretisch die Verwendung eines Dampfgeräts möglich. Für Hobbygärtner ist der Aufwand allerdings meist zu hoch.

Eine Möglichkeit zur Eindämmung bieten aber bestimmte Pflanzen. Zum Beispiel lassen sich Nematoden der Gattung Pratylenchus sehr effizient mit Tagetes eindämmen. In den Wurzeln der Studentenblume befinden sich Substanzen, die Nematoden abtöten. Die Fadenwürmer dringen in die Wurzeln der Tagetes ein, kommen damit in Kontakt und sterben ab.
Weitere Pflanzen zur Bekämpfung von Nematoden sind ​Senf, Zinnie oder Ringelblume. Achten Sie dabei jedoch immer darauf, die richtige Pflanze für die spezifischen Nematoden zu wählen.

Generell haben Hobbygärtner kaum eine Chance, alle Nematoden abzutöten. Meist ist es nur möglich, die Anzahl zu verringern. Regelmäßiges Bekämpfen sorgt für eine dauerhaft niedrige Population. Diese schädigt Pflanzen glücklicherweise kaum.

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Nematoden sind unverzichtbar für Ihren Boden

Doch längst nicht alle Nematoden sind schädlich für Pflanzen. Viele Fadenwürmer sind ein ganz normaler Teil des Ökosystems in Ihrer Gartenerde. Manche von Ihnen sind sogar unerlässliche Helfer bei der Kompostierung von organischem Material und tragen so zur Bodenbildung bei. Ein weiterer Grund, warum Chemiekeulen gegen Nematoden heutzutage verboten sind.

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Nematoden: Nützliche Helfer im Kampf gegen Schädlinge

Nematoden leben oft als Parasiten: Das ist für viele Gärtner ärgerlich. Doch die parasitäre Lebensweise können Sie sich auch zunutze machen. Während manche Gattungen Pflanzenwurzeln anknabbern und aussaugen, machen andere das Gleiche mit Insektenlarven. Wenn Sie einen Schädlingsbefall in Ihrem Garten feststellen, können Sie dort gezielt Nematoden ausbringen, anstatt zur Giftspritze zu greifen. Das ist umweltfreundlich, gut für Ihre Pflanzen – und für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. Denn die hier eingesetzten Nematoden können die Körpertemperaturen von warmblütigen Lebewesen wie Menschen, Hunden oder Katzen nicht überleben.

Am beliebtesten ist ihre Anwendung gegen Dickmaulrüssler und Engerlinge. Aber auch gegen Trauermücken sind die kleinen Würmchen sehr effizient. Die Nematoden sind allerdings nur gegen die Larven der jeweiligen Schädlinge nützlich. Sie nisten sich bei den Wurzeln der befallenen Pflanzen ein. Anschließend verschaffen sie sich Zugang zu den Larveneiern und töten die eigentlichen Bewohner ab. Ein Nachteil: Den Kampf mit bereits ausgewachsenen Schädlingen können sie nicht aufnehmen.

Nematoden gegen Trauermücken: So gehen Sie vor

Gegen Trauermücken helfen Nematoden der Gattung Steinernema Feltiae, die oft unter dem Namen „SF Nematoden“ verkauft werden. Diese können Sie im Internet oder in manchen Baumärkten bestellen. Achten Sie dabei auf die Packungsgrößen. Seriöse Händler geben stets an, wie viel Erde Sie mit der entsprechenden Menge an Nützlingen behandeln können. Sie bekommen dann per Post ein Plastiktütchen mit einem weißen Pulver geliefert. Dies ist ein Tongranulat, in dem die deaktivierten Würmchen vergraben sind. Wenn Sie Wasser zugeben, löst sich das Granulat auf und die Nematoden erwachen zum Leben. Setzen Sie die Tierchen nicht sofort ein, lagern Sie das Tütchen unbedingt an einem kühlen Ort. Es ist jedoch deutlich besser, die Nützlinge so bald wie möglich auszubringen. So gehen Sie dabei vor:

  1. Feuchten Sie die Erde im Beet oder in den Töpfen im Voraus an.
  2. Lösen Sie die Nematoden in Wasser auf.
  3. Verteilen Sie das Wasser beim Gießen gleichmäßig über das gesamte betroffene Beet. Behandeln Sie bei Topfpflanzen auch solche, die noch nicht befallen sind.
  4. Nun sollten Sie die Erde feucht halten, solange Sie Trauermücken herumfliegen sehen.

Bei einem starken Befall von Trauermücken kann es zwei bis drei Wochen dauern, bis die Nematoden alle Larven abgetötet haben. Bei nur wenigen Trauermücken, sind diese meist schon nach ein paar Tagen verschwunden.

Anwendungsfertiges Pulver mit deaktivierten Nematoden

So bekämpfen Sie Dickmaulrüssler mit Nematoden

Dickmaulrüssler sind nachtaktive Käfer, die in fast jedem Garten vorkommen. Sie fressen große Kerben in die Blätter von Stauden und Gehölzen, sind aber bei geringer Population noch leicht zu tolerieren. Sie sollten jedoch handeln, wenn die Population größer wird. Das gilt vor allem für die weißen, dickfleischigen Larven des Käfers. Sie knabbern in der Erde bevorzugt die Wurzeln von Pflanzen an, wodurch diese leicht absterben. Im Handel gibt es Nematoden, mit denen Sie gegen die Larven vorgehen können. Eine Art befällt sogar die ausgewachsenen Käfer:

Gegen die Larven: Heterorhabditis bacteriophora
Die Heterorhabditis Nematoden gegen die Larven der Dickmaulrüssler sind ähnlich zu verwenden wie die SF Nematoden gegen Trauermücken. Hier erhalten Sie ebenfalls ein Plastiktütchen mit Tongranulat und deaktivierten Fadenwürmern. Lösen Sie dieses in Wasser auf und gießen Sie damit die betroffene Erde. Halten Sie die Erde stets gut feucht, solange die Nematoden aktiv sind. Der beste Zeitpunkt für den Einsatz ist hier zwischen Mitte April und Anfang Juni, oder von September bis Mitte Oktober.

Gegen die Käfer: Steinernema carpocapsae
Die Nematoden gegen die erwachsenen Käfer werden meist in Form von speziellen Fangbrettern verkauft. Die Rillen in diesen Brettern sind mit einem Gel bestrichen, das Nematoden enthält. Sie legen das Brett einfach unter die befallenen Gehölze, auf die Erde. Wenn die Käfer sich tagsüber darunter verstecken, dringen die Nematoden in sie ein und töten sie. Die Anwendung ist allerdings nur zwischen Mai und September sinnvoll, wenn die ausgewachsenen Käfer unterwegs sind.

Elf Pflanzen, die Läuse, Fliegen und andere Schädlinge in die Flucht schlagen

Ringelblume (Calendula officinalis)
Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist ein Hingucker, riecht aber recht streng. Zumindest Fadenwürmer (Nematoden), Drahtwürmer und Läuse mögen das nicht. © Pond5 Images/Imago
Dill vor Beet mit Weißkohlköpfen
Vor allem gegen den Kohlweißling ist Dill ein wertvoller Helfer. Der Geruch soll aber auch verstörend auf Blattläuse und die Möhrenfliege wirken.  © Panthermedia/Imago
Indische Basilikum (Ocimum sanctum), Tulasi
Das Indische Basilikum (Ocimum sanctum) oder Tulasi wirkt erwiesenermaßen gegen mehrere Blattlausarten. © Depositphotos/Imago
Knoblauch (Allium sativum) mit Brutzwiebeln
Einer für alle: Knoblauch (Allium sativum) verschreckt angeblich Mäuse, Blattläuse, Thrispe, Spinnmilben, Weiße Fliege und viele mehr. Auch als Sud sehr wirkungsvoll. © imagebroker/Imago
Ysop-Blüten
Kraut mit Beschützerinstinkt: Ysop (Hyssopus officinalis) ist eine Insektenweide, die Kohlweißlinge, Blattläuse und Schnecken fernhält. © blickwinkel/Imago
Pfefferminze (Mentha piperita)
Pfefferminze ist scheinbar ein Universalmittel gegen Schädlinge: Spinnmilben, Kohlweißling, Mäuse und angeblich sogar Ratten nehmen dank des hohen Mentholgehalts Reißaus. © CTK Photo/Imago
Rot-gelb blühende Tagetes
Zu Recht ein Klassiker in der Mischkultur: Tagetes töten über ein Wurzelgift Nematoden im Boden. Sie lenken außerdem Schnecken und Kohlweißling vom Gemüse ab.  © Pond5 Images/Imago
Oregano Origanum vulgare
Bienenweide, Gewürzpflanze und Schädlingsschreck: Die im Oregano enthaltenen Öle Carvacrol und Thymol vertreiben beispielsweise Thripse, Küchenschaben oder die Gurkenblattlaus. © Panthermedia/Imago
Thymian (Thymus vulgaris)
Im Thymian enthaltenes Thymol meiden Blattläuse, und sogar Schnecken sollen auf Abstand bleiben. © imago stock&people
Hand pflückt Kapuzinerkresseblüte
Die Senföle der Kapuzinerkresse schlagen manch Ameise, Raupe oder Weiße Fliege in die Flucht. Sie lenkt Blattläuse und Schnecken von anderen Pflanzen ab. © Westend61/Imago
Lavendel und Goldgarbe in Beet
Lavendel bildet einen Schutzwall gegen Blattläuse, Ameisen und mitunter Schnecken. © blickwinkel/Imago

Engerlinge in Beet und Rasen: Wann sind Nematoden sinnvoll?

Der umgangssprachliche Begriff Engerling steht für eine breite Palette an Käferlarven. Diese sehen zwar alle weißgrau, dick und fleischig aus – entwickeln sich aber trotzdem zu unterschiedlichen Käfern.
Während die Engerlinge von Maikäfern, Junikäfern und Gartenlaubkäfern Schädlinge sind, gehören die Larven von Nashornkäfern und Rosenkäfern zu den Nützlingen im Garten. Letztere sind in Deutschland sogar durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Das heißt: Es ist verboten, „sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“.
Bevor Sie die Engerlinge in Ihrem Beet oder unter Ihrem Rasen mit Nematoden bekämpfen, fragen Sie sich also unbedingt: Um welche Art von Käferlarven handelt es sich überhaupt? Hier gibt es außerdem große Unterschiede bei dem geeigneten Zeitpunkt der Bekämpfung gibt.

Wenn sich schädliche Engerlinge zu sehr in Ihren Beeten ausbreiten, können Sie diese auch mit Nematoden bekämpfen. Hier bieten sich vor allem die Arten Heterorhabditis bacteriophora und Heterorhabditis downsei an. Beide Arten kommen in Plastiktütchen, die Sie in Wasser auflösen, um damit das befallene Erdreich zu gießen. Wie bei den anderen Nematoden-Arten, ist hier wichtig, die Erde im Wirkungszeitraum stets feucht zu halten. Die Bodentemperatur sollte außerdem stabil über 12 Grad Celsius liegen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Nematoden

Was sind Nematoden?

Nematoden sind winzige Würmer, die in feuchten Umgebungen leben. Sie ernähren sich oft parasitär von Tieren oder Pflanzen, andere Arten fressen zum Beispiel Mikroben.

Wie sehen Nematoden aus?

Nematoden sehen aus wie kleine Würmer. Sie sind aber meist so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Unter dem Mikroskop erscheinen sie farblos oder weiß gefärbt.

Wann sollte man Nematoden ausbringen?

Der beste Zeitpunkt zum Ausbringen von Nematoden hängt stark von der jeweiligen Art der Nematoden und des zu bekämpfenden Schädlings ab. Lesen Sie vor der Anwendung unbedingt die Packungsbeilage und lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten. Pauschal lässt sich lediglich sagen, dass die Erde feucht und nicht kälter als 12 Grad Celsius sein sollte.

Quellen

https://www.dlr.rlp.de/Internet/global/Themen.nsf/959755734FCB912AC1256FC100528C42/$FILE/Virus%C3%BCbertragende-Nematoden-Rheinland-Pfalz.pdf
https://orgprints.org/id/eprint/6115/2/6115-02OE478-lk-nrw-frankenberg-2004-nematoden-broschuere.pdf
https://av.tib.eu/media/15483

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