Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wer zu wenig trinkt, schadet dem Herz – Risiko für Herzerkrankungen wie Insuffizienz steigt

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Trinken ist wichtig, nicht nur für den Körper und die Organe. Viel Trinken kann auch Erkrankungen wie einer gefährlichen Herzschwäche vorbeugen.

Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen: das sind gängige Anzeichen, wenn man zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen hat. Flüssigkeit, am besten Wasser, ist für den menschlichen Körper bekanntermaßen überlebensnotwendig, da ohne Flüssigkeit unser Körper nicht funktionsfähig ist und die Stoffwechselvorgänge nur eingeschränkt ablaufen können. Menschen, die zu wenig Wasser pro Tag trinken, erhöhen beispielsweise ihr Risiko für eine potenziell tödliche Herzschwäche, sogenannte Herzinsuffizienz. Dies bestätigt eine Studie des US National Institutes of Health, deren Ergebnisse im European Heart Journal veröffentlicht wurden.

Flüssigkeit im Körper: Warum Wasser für den Menschen so wichtig ist

Ausreichend Wasser trinken tut dem gesamten Körper gut und entlastet vor allen Dingen das Herz. (Symbolbild)

Der Körper eines Erwachsenen besteht aus etwa 65 Prozent, der eines Säuglings sogar aus ca. 80 Prozent Wasser. Ohne eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr kann unser Körper im wahrsten Sinne nicht richtig funktionieren: Es braucht Flüssigkeit bzw. Wasser, um feste Bestandteile der Nahrung als gelöste Nährstoffe zu den Zellen zu transportieren. Wir benötigen Flüssigkeit im Körper, damit unser Körper nicht überhitzt: Wasser ist sozusagen unser Kühlmittel.

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Gefahr für einen Herzinfarkt: Sieben Angewohnheiten erhöhen Ihr Risiko

Frau am Computer unter Stress mit Kopfschmerzen
Stress ist ein nicht zu vernachlässigender Auslöser für einen Herzinfarkt. Steht ein Mensch unter psychischer Belastung und fühlt sich permanent gestresst, aufgrund von Arbeit, der Familie oder Partnerschaft, steigt der Blutdruck an. Ein hoher Blutdruck stellt einen Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall dar. Reagiert der Körper kurzzeitig mit diesen Symptomen auf Stress, muss dadurch nicht zwangsläufig eine gesundheitliche Gefahr verbunden sein. Hält der Stresspegel jedoch an und wird chronisch, hat dies dauerhaft Auswirkungen auf verschiedene Körperfunktionen, den Blutdruck und das Immunsystem. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein Herzinfarkt sind nicht selten die Folge, laut Deutsche Herzstiftung. (Symbolbild) © AndreyPopov/Imago
Frau mit Schlafproblemen
Schlafmangel erschöpft nicht nur enorm, es wirkt sich auch negativ auf die Konzentration, das Immunsystem und das Herz-Kreislauf-System aus. Wer dauerhaft zu wenig schläft, schüttet vermehrt Stresshormone aus, die den Körper belasten und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt begünstigen können. Zu spätes Zubettgehen, ausgedehnte, abendliche Zeit am Smartphone, Konfliktgespräche oder aufwühlende Spielfilme vor dem Schlafengehen können zu Einschlafproblemen und unruhigen Nächte führen. Laut Studien erhöht sich dadurch das Risiko für die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen um über 45 Prozent. Ein erholsamer Schlaf von im Durchschnitt sieben bis acht Stunden ist für einen gesunden Körper und das Herz unabdingbar. (Symbolbild) © Monkey Business 2/Imago
Frau greift nach Hamburger
Die Ernährung ist tatsächlich ein wesentlicher Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Für Menschen, die sehr fett- und kalorienreich essen, erhöht sich die Gefahr für Übergewicht, was wiederum ein Risikofaktor für die Entstehung eines Herzinfarkts ist. Durch eine Anpassung der Ernährung mit Fokus auf mehr sekundäre Pflanzenstoffe in Obst, Gemüse, Kaffee und Tee sowie regelmäßig Vollkorn und Eiweiß auf dem Speiseplan, sinkt die Gefahr für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt signifikant. (Symbolbild) © NomadSoul/Imago
Rinderbraten mit Gemüse und Kartoffeln
Mahlzeiten wie ein herzhaftes Roastbeef, mit Gemüse und Kartoffeln in Butter geschwenkt, bedeuten ebenfalls ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt. Je regelmäßiger Sie gesättigte Fette wie in tierischen Lebensmitteln zu sich nehmen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr LDL-Cholesterinspiegel erhöht. Damit verbunden ist die Gefahr von Gefäßablagerungen durch das überschüssige Blutfett, ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose, Thrombosen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. © Monkey Business/Imago
Mann mit Übergewicht auf der Couch mit Chips
Wer sich kaum bewegt, viel Zeit im Sitzen oder Liegen verbringt und wenig an die frische Luft geht, setzt sich einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Kommt dann noch eine ungesunde Ernährung mit fettem und süßem Essen sowie Arteriosklerose hinzu, steigt die Gefahr für beispielsweise einen Herzinfarkt noch zusätzlich. Je weniger sich jemand bewegt, desto eher kann es zu Übergewicht und den damit verbundenen Folgeerkrankungen wie Diabetes, hoher Blutdruck und Herzschwäche kommen. Wer regelmäßig Sport treibt, kann das eigene kardiovaskuläre Risikoprofil für koronare Herzkrankheiten um fast 50 Prozent reduzieren. (Symbolbild) © Monkey Business 2/Imago
Rauchen erhöht das Risiko für viele Krankheiten.
Auch Rauchen gilt als Risikofaktor für die Entstehung eines Myokardinfarkts. Laut einer Studie steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, mit jeder weiteren Zigarette um über sechs Prozent. Regelmäßiger Tabakkonsum fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Symbolbild) © dpa/(Symbolbild)
Alkohl
Bereits geringe Mengen an Alkohol können zu Herzrhythmusstörungen führen, wie eine Studie des Herz- und Gefäßzentrums am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) belegt. Schon ein kleines Glas Wein oder ein Bier pro Tag können Vorhofflimmern auflösen. Zudem führt Alkohol im Körper dazu, dass der Blutdruck ansteigt, was bei regelmäßigem Konsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt erhöht. © Ezequiel Gimà nez/IMAGO

Herzinsuffizienz: Wenig Trinken kann zu Nierenversagen und Herzstillstand führen

Darüber hinaus ist Wasser ein wichtiges Transportmittel für Ausscheidungsprozesse. Unsere Nieren brauchen Flüssigkeit, um täglich ca. 1700 Liter Blut zu reinigen. Wie in einer Kläranlage werden wertvolle und schädliche Substanzen aus dem Blut herausgefiltert und mittels Wasser über den Harn abgegeben. Das gereinigte Blut fließt dann wieder in den Blutkreislauf und versorgt die Organe mit Nährstoffen. Wasser wird zudem auch über die Haut beim Schwitzen, beim Atmen über die Lunge sowie beim Verdauen über den Darm abgegeben. Ohne Wasser geht auf lange Sicht nichts mehr. Würden wir aufhören zu trinken, würden die Nieren nach einer Weile ihre Funktion einstellen, es käme zu Nierenversagen und der daraus resultierende Überschuss an Kalium im Blut würde zum Herzstillstand führen. Zu wenig Flüssigkeit im Körper schadet auf lange Sicht den Organen.

Bei diesen Stoffwechselprozessen verliert ein Erwachsener im Durchschnitt pro Tag etwa zwei bis drei Liter Körperflüssigkeit. Daher ist es wichtig, diese Menge an Flüssigkeit – am besten Wasser – dem Körper täglich durch Trinken zuzuführen. Es gibt gute Tipps, wie Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen können.

Herzinsuffizienz: Was passiert bei dieser Herzschwäche?

Zwar ist diese Erkrankung nicht vielen in der deutschen Bevölkerung ein Begriff. Und doch zählt sie zur zweithäufigsten Todesursache bei Frauen und vierthäufigsten Todesursache bei Männern. Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung, die sich über Jahre entwickeln und mit der Zeit rapide verschlechtern kann. Bei der Herzinsuffizienz (Insuffizienz steht für Funktionsschwäche und ungenügende Leistungsfähigkeit eines Organs) ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Das hat Symptome wie Luftnot oder stark geschwollene Beine zur Folge. Es gibt laut Herzspezialisten vier Alarmzeichen, die auf eine Herzinsuffizienz hindeuten können.

Herzinsuffizienz: Viel Trinken senkt laut Studie das Risiko für eine Herzschwäche

In der Studie des US National Institutes of Health untersuchte Dr. Natalia Dmitrieva, Hauptautorin der neuen Studie, mit ihrem Forschungsteam 12.000 Erwachsene. Die Studienteilnehmer lebten in Amerika und waren zwischen 45 und 66 Jahre alt. Für die Studie stand den Wissenschaftlern vom jeweiligen Patienten 25 Jahre an dokumentierten Gesundheitsdaten zur Verfügung.

Zu Beginn der Studie litt keiner der Probanden an Diabetes oder einer Herzinsuffizienz. Von den insgesamt 12.000 Untersuchten entwickelten über 1.366 Patienten, das heißt mehr als elf Prozent, eine Herzinsuffizienz. Das Team untersuchte diese Gruppe auf den Natriumspiegel im Blut, der bei einem niedrigen Flüssigkeitsgehalt im Körper ansteigt.

Dr. Natalia Dmitrieva und ihr Team schließen darauf: zu wenig Flüssigkeit bzw. Flüssigkeitszufuhr im Körper könnte Veränderungen am Herzen und eine Herzinsuffizienz zur Folge haben. Das Herz benötigt Flüssigkeit, um effizient pumpen zu können.

Zwei bis drei Liter pro Tag Wasser ist wichtig für unser Herz

„Ähnlich wie bei der Reduzierung der Salzzufuhr sind ausreichender Wasserkonsum und Flüssigkeitszufuhr Möglichkeiten, unser Herz zu unterstützen und das langfristige Risiko für Herzerkrankungen zu verringern“, sagt Dr. Natalia Dmitrieva. Die Forscher empfehlen daher eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von anderthalb bis zwei Liter für Frauen und zwei bis drei Liter für Männer.

Abgesehen von der ausreichenden Flüssigkeitszufuhr für den Körper, können andere Indikationen ebenfalls zu Herzschwäche und zu einer Herzinsuffizienz führen: Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes, Herzmuskelentzündung, angeborener Herzfehler, Arteriosklerose, Long Covid als Folge einer Corona-Infektion und übermäßiger Alkoholkonsum.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Gustafsson/Imago

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