Weder Gras noch Nelke

Fünf Vorteile der Grasnelke – warum die Pflanze einen Platz in Ihrem Garten verdient

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Die hübsche Grasnelke ist die Blume des Jahres 2024. Es gibt auch sehr praktische Argumente, den robusten Bodendecker in den Garten oder auf den Balkon zu pflanzen.

Die Loki Schmidt Stiftung engagiert sich für den Erhalt seltener Pflanzen und Tiere und hat die Grasnelke (Armeria maritima) zur „Blume des Jahres 2024“ gekürt. Die heimische Wildpflanze ist vielleicht nicht jedem bekannt, weil die immer seltener werdenden Magerrasen und Salzwiesen ihr bevorzugter Lebensraum sind. Da die Grasnelke ein pflegeleichtes Allround-Talent ist, bietet sich jedem Hobbygärtner allerdings eine gute Möglichkeit, der bedrohten Art ein neues Zuhause zu bieten. Denn die Grasnelke sieht nicht nur gut aus, sie bringt auch für den Garten oder den Balkon sehr nützliche Eigenschaften mit sich:

1. Die Grasnelke ist ein ausdauernder Blüher

Die Grasnelke (Armeria maritima) bildet als Bodendecker hübsche Polster.

Schon ab Mitte Mai zeigen zahlreiche aus dem Polster wachsende Blütenstände die Schönheit der Wildblume. Die weiß-, rosa- bis purpurfarbenen Blütenköpfe entfalten sich je nach Sorte und Standort bis in den Oktober. Die Grasnelke lässt sich im März aussäen oder im März und April als Jungpflanze ins Beet setzen.

2. Die insektenfreundliche Pflanze zieht Bienen an

Während ihrer ausgedehnten Blütezeit versorgt die Pflanze mit ihren duftenden Blüten zahlreiche Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge, wie den Grasnelken-Glasflügler, mit Nektar und Pollen. Der Violette Bläuling legt gern seine Eier an der beliebten Raupennahrungspflanze ab. Die Grasnelke blüht umso länger, wenn man die welken Blütenstände abknipst.

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3. Die Grasnelke kommt mit Trockenheit gut zurecht

Die Grasnelke wird wegen ihres Vorkommens an vielen Stränden West- und Nordeuropas auch Strand-Grasnelke genannt. Sie ist in der Lage, sowohl mageren als auch salzigen oder mit Schwermetallen belasteten Böden standzuhalten. Mit ihren langen Wurzeln ist sie robust und vollkommen frosthart, mag aber gern einen sonnigen, nährstoffarmen Standort – ideal sind Steingärten. Windig darf es auch sein, das ist sie von den Küsten gewöhnt. Auch im Kübel kann die Pflanze gut draußen überwintern.

4. Als Bodendecker verdrängt die Grasnelke Unkraut

Der niedrige, polsterartiger Wuchs der Grasnelke und ihre schmalen und spitzen Blätter erinnert an Gras, aber der Schein trügt. Die Pflanze ist weder ein Gras noch eine Nelke, sondern ein Bleiwurzgewächs. Mit der Zeit bildet die Pflanze dichte Teppiche und ist so ein praktischer immergrüner Bodendecker, der Unkraut unterdrückt.

Heimliche Hitze-Stars: Die zehn schönsten Bodendecker für Sonne und Trockenheit

Heidenelkenblüten (Dianthus deltoides)
Heidenelken (Dianthus deltoides) gibt es in zahlreichen Rosétönen. Sie sind sehr vermehrungsfreudig. © Zoonar/Imago
Zauneidechse zwischen Feld-Thymian (Thymus pulegioides)
Feld-Thymian oder Quendel ist ein prächtig blühendes Beispiel für einen sonnenliebenden Bodendecker mit geringem Wasserbedarf – und außerdem noch ein feines Küchengewürz. © alimdi/Imago
Gelbe Mittagsblumen (Delosperma cooperi)
Und täglich um die Mittagszeit grüßt die Mittagsblume (Delosperma cooperi) mit ihren aufgehenden Blüten – je mehr Sonne, desto üppiger. Dank der dickfleischigen Blätter kommt sie sehr lange ohne Wasser klar. © imagebroker/Imago
Katzenminze mit lavendelblauen Blüten im sommerlichen Staudenbeet
Sie ist trockenheitstolerant und mag Staunässe gar nicht: Von Mai bis September geizt die hochgewachsene Katzenminze (Nepeta) nicht mit ihren lavendelblauen Blüten. © Harald Lange/Imago
Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
Den Fingerstrauch (Potentilla fruticosa) gibt es weiß-, orange- oder rosablühend. Mit bis zu einem Meter Höhe ist der bis zum Herbst Blüten tragende Strauch immer ein Hingucker. Zur Gießkanne muss man nur greifen, wenn er im Kübel wächst. © blickwinkel/Imago
Hummel an Blüte von Nickender Fetthenne (Sedum rupestre)
Die Nickende Fetthenne (Sedum rupestre) ist auch für Hummeln und andere Insekten sehr attraktiv. Die robuste Staude kommt zudem als Begrünung auf heißen Dächern gut klar. © Wirestock/Imago
Pink und rosa blühender Polsterphlox (Phlox subulata)
Polster-Phlox (Phlox subulata) ist nicht ohne Grund sehr beliebt in Steingärten: Eine anspruchslose Staude, die gut an trockenen, sonnigen Standorten gedeiht. © AFLO/Imago
Blau blühender Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata)
Wie viele Ehrenpreis-Arten ist der Ährige Ehrenpreis (Veronica spicata) mit seinen Blütenkerzen nicht nur sehr attraktiv, sondern auch einem trockenen Boden und praller Sonne gut gewachsen. © Shotshop/Imago
Kriechendes Schleierkraut (Gypsophila repens)
Das Kriechende Schleierkraut (Gypsophila repens) ist sehr filigran und wie seine hochwüchsigen Verwandten sehr wärmeliebend. Die natürliche Bewässerung durch den Regen reicht ihm aus. © agefotostock/Imago
Filziges Teppich-Hornkraut (Cerastium tomentosum)
Das Filzige Teppich-Hornkraut (Cerastium tomentosum) fühlt sich in praller Sonne am wohlsten. Die Gießkanne kann man sich in der Regel ebenfalls sparen. © Zoonar/Imago

5. Ideal für die Dachbegrünung

Einem Balkongärtner bietet dieser Punkt keinen Vorteil. Wer ein eigenes Grundstück hat, kann die Grasnelke aber ausgezeichnet auf einem Gründach anbauen. Ein solches gilt als effektive Gegenmaßnahme für Starkregen und Hitzephasen mit Trockenheit, da das Regenwasser wie in einem Schwamm zurückgehalten wird. Langsam verdunstendes Wasser kühlt die Umgebung deutlich merkbar ab. Die Grasnelke verträgt den kargen Lebensraum gut und verbessert so das Klima.

Rubriklistenbild: © Julian Denstorf/Loki Schmidt Stiftung

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