Maut in Europa: In welchen Ländern gibt es eine E-Vignette?
VonSimon Mones
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Die E-Vignette bringt für Autofahrer viele Erleichterungen mit sich. Doch in welchen europäischen Ländern kann man sie nutzen?
Um eine Maut brauchen sich die deutschen Autofahrer keine Sorgen zu machen, auch wenn der ehemalige Verkehrsminister Andreas Scheuer diese gerne eingeführt hätte. Ein Gutachten soll nun klären, ob der CDU-Politiker dafür zahlen muss. In anderen EU-Staaten gehört die Maut längst zum Alltag. In einigen Ländern braucht es dafür nicht mal mehr die Vignette an der Windschutzscheibe.
Möglich macht das die sogenannte E-Vignette, also ein elektronisches Mautsystem. Beim Kauf müssen in der Regel lediglich das amtliche Kennzeichen sowie die geplante Nutzungsdauer angegeben werden. Da die Bezahlung digital gespeichert wird, brauche Autofahrer keinen Nachweis mehr. Und auch die Betreiber profitieren, denn das System ist kostengünstig, lässt sich schnell in Betrieb nehmen und gut überwachen. Es verwundert also nicht, dass immer mehr Länder umsteigen.
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Auch in einem weiteren Nachbarland ist der Sticker an der Windschutzscheibe nicht mehr zwingend notwendig: Österreich. In der Alpenrepublik können Autofahrer die E-Vignette seit 2018 erwerben. Allerdings ist diese erst 18 Tage nach Kauf gültig. Auch hier gibt es den Pickerl für die Windschutzscheibe weiterhin.
E-Vignette ist in Tschechien verpflichtend
In Tschechien wurde 2021 ebenfalls auf ein digitales Mautsystem umgestellt. Anders als in der Schweiz und Österreich wurde das Pickerl komplett eingestampft. Wer mautpflichtige Straßen nutzen will, braucht also eine E-Vignette. Einige umweltfreundliche Autos sind jedoch von der Vignettenpflicht befreit. „Dies gilt für E-Autos und Fahrzeuge mit einem Wasserstoff- oder Hybridantrieb (CO2-Emissionswert bis 50 g/km)“, schreibt die Botschaft in Berlin.
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In derSlowakei, Slowenien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien ist die E-Vignette ebenfalls erforderlich, wie der ADAC betont. „In Italien (nördlich von Mailand), Frankreich (A79 nördlich von Lyon und A4 bei Metz), Spanien (A636 im Baskenland), England (London) und Irland (Dublin) gibt es Streckenabschnitte, für die sich Reisende bereits vorab im Internet registrieren müssen“, schreibt der Automobilklub weiter.
Und auch in Portugal gibt es einige Streckenabschnitte mit elektronischen Bezahlsystemen. „Hier werden die gefahrenen Kilometer über einen zu erwerbenden Transponder oder über Kennzeichenerkennung an Mautportalen erfasst“, erklärt der ADAC. Hierfür ist eine Registrierung des Autos erforderlich.