Bis zu 1.000 Euro

Neue Verkehrsnovelle: Rasen in Tschechien wird teurer

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Tschechien hat seine Verkehrsregeln verschärft. Mit dem neuen Jahr kommen neue, höhere Strafen. Übertretungen können Autofahrer teuer zu stehen kommen.

Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte sich vorher stets gut informieren. So wird in einigen europäischen Ländern eine Mautgebühr erhoben. In manchen Staaten, wie etwa Tschechien, setzt man dabei auf eine sogenannte E-Vignette. Zudem sollte man sich vor Abfahrt über die Verkehrsregeln und Bußgelder vor Ort informieren. Hier hat sich mit dem Jahreswechsel in Tschechien einiges verändert.

Verkehrsnovelle in Tschechien greift: Bis zu 3.000 Euro Bußgeld

Mit dem 1. Januar ist dort eine Verkehrsnovelle in Kraft getreten, die deutlich härtere Strafen vorsieht. Insbesondere Raser werden künftig deutlich stärker zur Kasse gebeten. „Wer außerorts um 50 km/h beziehungsweise 40 km/h innerorts zu schnell ist, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 CZK (ca. 1.000 Euro) rechnen“, erklärt der ADAC. Das entspricht dem Fünffachen des bisherigen Bußgeldes.

Wer sich in Tschechien nicht an die Verkehrsregeln hält, muss seit dem Jahreswechsel tiefer in die Tasche greifen. (Symbolbild)

Teuer wird es auch, wenn man außerorts 30 km/h respektive 20 km/h innerorts zu schnell ist. Statt wie bisher bis zu 100 Euro müssen Autofahrer seit dem Jahreswechsel bis zu 400 Euro zahlen. Auch andere Verstöße werden seit der Verkehrsnovelle deutlich härter geahndet:

VerkehrsverstoßBußgeld neuBußgeld altKronen (CZK)
Alkohol am Steuerbis zu 1.000 Eurobis zu 800 Euro25.000 CZK
Verweigerung Alkoholtestbis zu 3.000 Eurobis zu 2.000 Euro75.000 CZK
Rotlichtverstoßbis zu 1.000 Eurobis zu 200 Euro25.000 CZK
50 km/h zu schnell außerortsbis zu 1.000 Eurobis zu 200 Euro25.000 CZK
40 km/h zu schnell innerortsbis zu 1.000 Eurobis zu 200 Euro25.000 CZK
30 km/h zu schnell außerortsbis zu 400 Eurobis zu 100 Euro10.000 CZK
20 km/h zu schnell innerortsbis zu 400 Eurobis zu 100 Euro10.000 CZK

Neu ist zudem, dass sich die Bußgelder bei einem Unfall verdoppeln können. Wer also eine rote Ampel überfährt und einen Unfall baut, zahlt dann bis zu 2.000 Euro.

Punktesystem vereinfacht: Ab 12 Punkten ist in Tschechien der Führerschein weg

Zudem wurde auch das Punktesystem in Tschechien überarbeitet und vereinfacht. „Autofahrerinnen und -fahrer erhalten für Verstöße nur noch zwei, vier oder sechs Strafpunkte statt wie bisher zwei bis sieben“, schreibt der ADAC. Wer 12 Punkte auf seinem Konto hat, muss den Führerschein abgeben.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Wer eine rote Ampel missachtet, bekommt seit dem Jahreswechsel sechs statt fünf Punkte. Sind Autofahrer innerorts 20 km/h beziehungsweise 30 km/h außerorts zu schnell, sammelt vier statt bisher drei Zähler. Die meisten Vergehen, die bisher sieben Punkte brachten, schlagen nun mit nur sechs Punkten zu Buche. Deutsche Autofahrer sammeln allerdings nur dann Punkte, wenn sie in Tschechien einen Wohnsitz haben.

Tschechen erhöhen Tempolimit – aber nicht überall

Mit der Gesetzesänderung kommt es zudem zu einer Anpassung bei der Höchstgeschwindigkeit. Während ein Tempolimit in Deutschland an Verkehrsminister Volker Wissing scheitert, wird es in Tschechien nun angehoben: von 130 auf 150 km/h. Allerdings nur auf ausgewählten, modernisierten Autobahnabschnitten. Die Autofahrer profitieren davon nur selten, insgesamt sind es nur mehrere dutzende Kilometer, wo 150 km/h zulässig sind. Eine entsprechende Beschilderung weist dann darauf hin.

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Ebenfalls wichtig zu wissen: Seit dem Jahreswechsel ist die Warnweste nun auch innerorts Pflicht, wenn man nach einer Panne oder einem Unfall sein Auto verlassen will.

Rubriklistenbild: © CTK Photo/Imago

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