VonSimon Monesschließen
Tschechien hat seine Verkehrsregeln verschärft. Mit dem neuen Jahr kommen neue, höhere Strafen. Übertretungen können Autofahrer teuer zu stehen kommen.
Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte sich vorher stets gut informieren. So wird in einigen europäischen Ländern eine Mautgebühr erhoben. In manchen Staaten, wie etwa Tschechien, setzt man dabei auf eine sogenannte E-Vignette. Zudem sollte man sich vor Abfahrt über die Verkehrsregeln und Bußgelder vor Ort informieren. Hier hat sich mit dem Jahreswechsel in Tschechien einiges verändert.
Verkehrsnovelle in Tschechien greift: Bis zu 3.000 Euro Bußgeld
Mit dem 1. Januar ist dort eine Verkehrsnovelle in Kraft getreten, die deutlich härtere Strafen vorsieht. Insbesondere Raser werden künftig deutlich stärker zur Kasse gebeten. „Wer außerorts um 50 km/h beziehungsweise 40 km/h innerorts zu schnell ist, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 CZK (ca. 1.000 Euro) rechnen“, erklärt der ADAC. Das entspricht dem Fünffachen des bisherigen Bußgeldes.
Teuer wird es auch, wenn man außerorts 30 km/h respektive 20 km/h innerorts zu schnell ist. Statt wie bisher bis zu 100 Euro müssen Autofahrer seit dem Jahreswechsel bis zu 400 Euro zahlen. Auch andere Verstöße werden seit der Verkehrsnovelle deutlich härter geahndet:
| Verkehrsverstoß | Bußgeld neu | Bußgeld alt | Kronen (CZK) |
|---|---|---|---|
| Alkohol am Steuer | bis zu 1.000 Euro | bis zu 800 Euro | 25.000 CZK |
| Verweigerung Alkoholtest | bis zu 3.000 Euro | bis zu 2.000 Euro | 75.000 CZK |
| Rotlichtverstoß | bis zu 1.000 Euro | bis zu 200 Euro | 25.000 CZK |
| 50 km/h zu schnell außerorts | bis zu 1.000 Euro | bis zu 200 Euro | 25.000 CZK |
| 40 km/h zu schnell innerorts | bis zu 1.000 Euro | bis zu 200 Euro | 25.000 CZK |
| 30 km/h zu schnell außerorts | bis zu 400 Euro | bis zu 100 Euro | 10.000 CZK |
| 20 km/h zu schnell innerorts | bis zu 400 Euro | bis zu 100 Euro | 10.000 CZK |
Neu ist zudem, dass sich die Bußgelder bei einem Unfall verdoppeln können. Wer also eine rote Ampel überfährt und einen Unfall baut, zahlt dann bis zu 2.000 Euro.
Punktesystem vereinfacht: Ab 12 Punkten ist in Tschechien der Führerschein weg
Zudem wurde auch das Punktesystem in Tschechien überarbeitet und vereinfacht. „Autofahrerinnen und -fahrer erhalten für Verstöße nur noch zwei, vier oder sechs Strafpunkte statt wie bisher zwei bis sieben“, schreibt der ADAC. Wer 12 Punkte auf seinem Konto hat, muss den Führerschein abgeben.
Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen




Wer eine rote Ampel missachtet, bekommt seit dem Jahreswechsel sechs statt fünf Punkte. Sind Autofahrer innerorts 20 km/h beziehungsweise 30 km/h außerorts zu schnell, sammelt vier statt bisher drei Zähler. Die meisten Vergehen, die bisher sieben Punkte brachten, schlagen nun mit nur sechs Punkten zu Buche. Deutsche Autofahrer sammeln allerdings nur dann Punkte, wenn sie in Tschechien einen Wohnsitz haben.
Tschechen erhöhen Tempolimit – aber nicht überall
Mit der Gesetzesänderung kommt es zudem zu einer Anpassung bei der Höchstgeschwindigkeit. Während ein Tempolimit in Deutschland an Verkehrsminister Volker Wissing scheitert, wird es in Tschechien nun angehoben: von 130 auf 150 km/h. Allerdings nur auf ausgewählten, modernisierten Autobahnabschnitten. Die Autofahrer profitieren davon nur selten, insgesamt sind es nur mehrere dutzende Kilometer, wo 150 km/h zulässig sind. Eine entsprechende Beschilderung weist dann darauf hin.
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Ebenfalls wichtig zu wissen: Seit dem Jahreswechsel ist die Warnweste nun auch innerorts Pflicht, wenn man nach einer Panne oder einem Unfall sein Auto verlassen will.
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