TÜV-Report 2026: Tesla enttäuscht – wie auch eine deutsche Premium-Marke
VonSebastian Oppenheimer
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Die Mängelquoten bei der Hauptuntersuchung steigen zum vierten Mal in Folge. Tesla und eine deutsche Premium-Marke enttäuschen im TÜV-Report 2026.
München – Der technische Zustand der deutschen Pkw-Flotte verschlechtert sich weiter. Wie der aktuelle TÜV-Report 2026 zeigt, fällt mittlerweile mehr als jedes fünfte Fahrzeug (21,5 Prozent) bei der Hauptuntersuchung mit „erheblichen“ oder „gefährlichen Mängeln“ durch. Das entspricht einem Anstieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr – bereits der vierte Anstieg in Folge seit dem Corona-Tief von 2022.
Besonders desaströs sind die Ergebnisse für Tesla-Fahrzeuge. Das Model Y belegt den letzten Platz von 110 getesteten Fahrzeugen in der Altersklasse der 2- bis 3-Jährigen mit einer Mängelquote von 17,3 Prozent – der höchste Wert in dieser Kategorie seit zehn Jahren. Nur zwei Plätze besser schneidet das Model 3 mit 13,1 Prozent ab. „Die Tesla-Fahrzeuge beweisen zwar, dass E-Autos voll langstreckentauglich sind“, erklärt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Trotzdem enttäuschen die Tesla-Modelle beim TÜV-Report. Andere Fahrzeuge mit ähnlichen oder noch höheren Laufleistungen schneiden deutlich besser ab.“
TÜV-Report 2026: Nicht nur Tesla enttäuscht – auch ein BMW landet mehrfach ganz hinten
Neben den Tesla-Modellen enttäuscht allerdings auch der BMW 5er/6er, der gleich in zwei Altersklassen (4-5 Jahre und 8-9 Jahre) den letzten Platz belegt – und darüber hinaus einmal vorletzter und einmal drittletzter wird. Der Dacia Spring landet bei den E-Autos mit 13 Prozent Mängelquote weit hinten, während der Dacia Duster ebenfalls mehrfach (6-7 Jahre und 10-11 Jahre) als Schlusslicht auftaucht. Bei den 12-13 Jahre alten Fahrzeugen liegt der Renault Clio auf dem letzten Rang.
Diese Modelle schnitten im TÜV-Report 2026 gut ab
Gesamtsieger ist der Mazda 2 mit nur 2,9 Prozent Mängelquote bei den 2- bis 3-Jährigen. Bei den Elektrofahrzeugen überzeugen der Mini Cooper SE (3,5 Prozent), Audi Q4 e-tron (4,0 Prozent) und Fiat 500e (4,2 Prozent) mit Plätzen in den Top Ten. Mercedes wird erstmals als „Sieger Langzeitqualität“ bei den 10- bis 11-jährigen Fahrzeugen gekürt.
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Folgende Fahrzeuge konnten laut TÜV-Report in ihren Altersklassen überzeugen:
Altersklasse
Modell
2-3 Jahre
Mazda 2
4-5 Jahre
VW Golf Sportsvan, VW T-Roc
6-7 Jahre
VW T-Roc
8-9 Jahre
Mazda CX-3
10-11 Jahre
Mercedes B-Klasse
12-13 Jahre
VW Touareg
Schlechtes Abschneiden von BMW und Tesla: So erklärt es der TÜV-Verband
Die Hauptprobleme bei Tesla-Fahrzeugen liegen laut TÜV-Experten bei Achsaufhängungen, Bremsscheiben und Beleuchtung. Trotz überdurchschnittlich hoher Laufleistungen von 55.000 bis 56.000 Kilometern bei der ersten HU schneiden andere Fahrzeuge mit ähnlichen Kilometerzahlen deutlich besser ab. Neben konstruktionsbedingten Mängeln spielen laut TÜV-Verband offenbar Defizite bei Service und Wartung in das Ergebnis hinein. Auch beim BMW 5er/6er spielen wartungsbedingte Probleme eine entscheidende Rolle: Das Modell verfügt über eine aktive Motorhaube zum Fußgängerschutz, deren Dämpfer alle fünf Jahre erneuert werden müssen – was häufig aber nicht erledigt wird. Zusätzlich zeigt der BMW überdurchschnittlich viele Mängel an Kardanwellen, bei der Abgasuntersuchung sowie an Federn und Dämpfern.
Steigende Mängelquoten: Hauptgrund ist die alternde Fahrzeugflotte in Deutschland
Ein zentraler Grund für die generell steigenden Mängelquoten ist die alternde Fahrzeugflotte: Das Durchschnittsalter liegt mittlerweile bei 10,6 Jahren, während es 2015 noch 9,0 Jahre waren. „In der Gesamtschau macht die Alterung des Fahrzeugbestands technische Fortschritte bei der Sicherheit zunichte“, warnt Bühler. Der TÜV-Verband fordert daher eine Modernisierung der Hauptuntersuchung, insbesondere für Elektrofahrzeuge, deren Hochvoltsysteme bisher nur oberflächlich geprüft werden. (Quelle: TÜV-Verband, eigene Recherche) (sop)