„Enttäuschend“

TÜV-Report 2026: Tesla enttäuscht – wie auch eine deutsche Premium-Marke

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Die Mängelquoten bei der Hauptuntersuchung steigen zum vierten Mal in Folge. Tesla und eine deutsche Premium-Marke enttäuschen im TÜV-Report 2026.

München – Der technische Zustand der deutschen Pkw-Flotte verschlechtert sich weiter. Wie der aktuelle TÜV-Report 2026 zeigt, fällt mittlerweile mehr als jedes fünfte Fahrzeug (21,5 Prozent) bei der Hauptuntersuchung mit „erheblichen“ oder „gefährlichen Mängeln“ durch. Das entspricht einem Anstieg um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr – bereits der vierte Anstieg in Folge seit dem Corona-Tief von 2022.

Jedes fünfte Auto fällt laut TÜV-Report mittlerweile durch die Hauptuntersuchung – Tendenz steigend. (Symbolbild)

Besonders desaströs sind die Ergebnisse für Tesla-Fahrzeuge. Das Model Y belegt den letzten Platz von 110 getesteten Fahrzeugen in der Altersklasse der 2- bis 3-Jährigen mit einer Mängelquote von 17,3 Prozent – der höchste Wert in dieser Kategorie seit zehn Jahren. Nur zwei Plätze besser schneidet das Model 3 mit 13,1 Prozent ab. „Die Tesla-Fahrzeuge beweisen zwar, dass E-Autos voll langstreckentauglich sind“, erklärt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Trotzdem enttäuschen die Tesla-Modelle beim TÜV-Report. Andere Fahrzeuge mit ähnlichen oder noch höheren Laufleistungen schneiden deutlich besser ab.“

TÜV-Report 2026: Nicht nur Tesla enttäuscht – auch ein BMW landet mehrfach ganz hinten

Neben den Tesla-Modellen enttäuscht allerdings auch der BMW 5er/6er, der gleich in zwei Altersklassen (4-5 Jahre und 8-9 Jahre) den letzten Platz belegt – und darüber hinaus einmal vorletzter und einmal drittletzter wird. Der Dacia Spring landet bei den E-Autos mit 13 Prozent Mängelquote weit hinten, während der Dacia Duster ebenfalls mehrfach (6-7 Jahre und 10-11 Jahre) als Schlusslicht auftaucht. Bei den 12-13 Jahre alten Fahrzeugen liegt der Renault Clio auf dem letzten Rang.

Diese Modelle schnitten im TÜV-Report 2026 gut ab

Gesamtsieger ist der Mazda 2 mit nur 2,9 Prozent Mängelquote bei den 2- bis 3-Jährigen. Bei den Elektrofahrzeugen überzeugen der Mini Cooper SE (3,5 Prozent), Audi Q4 e-tron (4,0 Prozent) und Fiat 500e (4,2 Prozent) mit Plätzen in den Top Ten. Mercedes wird erstmals als „Sieger Langzeitqualität“ bei den 10- bis 11-jährigen Fahrzeugen gekürt.

Ab sofort Oldtimer: Diese 15 Automodelle bekommen 2025 das H-Kennzeichen

Eine Mercedes E-Klasse
Mercedes E-Klasse (Baureihe 210): Im Mai 1995 wurde die zweite Generation der Mercedes E-Klasse vorgestellt – und die neue, rundliche Designsprache sorgte für Aufsehen. Vor allem an die elliptischen Doppelscheinwerfer musste sich der ein oder andere erst einmal gewöhnen, die Front bekam den Spitznamen „Vieraugengesicht“. © Mercedes-Benz
Ein BMW Z3
BMW Z3: Der Z3 war der erste BMW, der komplett und ausschließlich außerhalb von Deutschland gebaut wurde – er lief ab 1995 im neuen Werk in Spartanburg (USA) vom Band. Seinen ersten Einsatz hatte er im Dienste von James Bond – er debütierte im Blockbuster „GoldenEye“. Ab Sommer 1998 bekam der Roadster auch eine Coupé-Variante zur Seite gestellt. © BMW
Ein Fiat Barchetta
Fiat Barchetta: Der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie „kleines Boot“ oder „Bötchen“. Der Zweisitzer schwamm auf der 1990er-Jahre-Roadster-Welle mit, die vor allem durch den Mazda MX-5 ausgelöst worden war. © Fiat/Stellantis
Ein Peugeot 406 Coupe
Peugot 406: Im Herbst 1995 trat der er 406 die Nachfolge des Peugeot 405 an. Das französische Mittelklasse-Fahrzeug gab es als Limousine, Kombi – und, wie hier auf dem Bild zu sehen, als Coupe-Version. © Heritage Images/Imago
Ein Ferrari F50
Ferrari F50: Mit dem F50 feierte Ferrari im Jahr 1995 das 50-jährige Bestehen des Unternehmens. Selbst, wenn man genügend Geld auf dem Konto hatte (damals rund 380.000 Euro Neupreis) war nicht garantiert, dass man den 520 PS starken V12-Mittelmotor-Supersportwagen auch bekam: Ferrari verkaufte den F50 nur an ausgewählte Kunden. Offiziell wurden bis 1997 gerade einmal 349 Exemplare gebaut. © Dreamstime/Imago
Zwei VW Sharan
VW Sharan: Der Sharan entstand in einer Gemeinschaftsentwicklung mit Ford. Als der Van im Sommer 1995 auf den Markt kam, war er zunächst nahezu baugleich mit dem Ford Galaxy. Zielgruppe waren junge Familien. © Volkswagen
Zwei Porsche 911 Turbo
Porsche 911 Turbo (993): Als Topmodell der Porsche-911er-Modellreihe 993 kam 1995 der Turbo auf den Markt. Mit dem dicken, feststehenden Flügel war er auf der Straße auch ziemlich leicht zu erkennen. © Porsche
Ein Alfa Romeo 146
Alfa Romeo 146: Der Alfa Romeo 146 kam 1995 als fünftüriges Schwestermodell des Alfa Romeo 145 auf den Markt. Besonderes Designmerkmal ist die Mischung aus Stufen- und Steilheck. ©  Alfa Romeo/Stellantis
Ein Renault Sport Spider
Renault Sport Spider: Ursprünglich wurde das Fahrzeug für den Rennsport entworfen – von Frühjahr 1995 bis Herbst 1999 wurde er aber auch als Straßenversion gebaut. Der Renault Sport Spider zählt zu den spektakulären Highlights des H-Kennzeichen-Klassiker-Jahrgangs 2025 – nur knapp 1.500 Exemplare wurden gebaut. © Renault
Ein Lancia Y
Lancia Y: Mit seinem extravaganten Design setzte sich der Lancia Y deutlich von der Kleinwagen-Konkurrenz ab. Und dazu nicht nur von außen: Im Innenraum sorgten die mittig auf dem Armaturenbrett angeordneten Instrumente für das „spezielle“ Etwas. © Lancia/Stellantis
Ein Diablo VT Roadster.
Lamborghini Diablo VT Roadster: Der Countach-Nachfolger Diablo kam bereits 1990 auf den Markt. 1993 schob Lamborghini dann mit dem VT (Visco Traction) eine Allradversion des 492 PS starken V12-Geschosses nach. Noch einmal zwei Jahre später folgte dann die Roadster-Variante. © Lamborghini
Ein Volvo V40 und ein Volvo s40
Volvo S40/V40: Mit dem S40 (Limousine) leitete Volvo ab Herbst 1995 eine neue Designsprache ein. Kurz darauf kam die besonders in Deutschland beliebte Kombi-Version V40 auf den Markt. Produziert wurden die „Schweden“ in einem Werk in den Niederlanden. © Volvo
Ein Citroën Xantia
Citroën Xantia Break: Zwei Jahre nach der Xantia-Limousine kam 1995 auch die Kombi-Variante namens Break auf den Markt. 2001 endete die Xantia-Produktion – im Iran jedoch wurde das Fahrzeug in einer einfachen Variante aber noch in Lizenz bis 2010 weiterproduziert. © Citroën/Stellantis
Ein Chrysler Grand Voyager
Chrysler Voyager: Im Frühjahr 1995 kam die dritte Generation des Chrysler Voyager auf den Markt. Den Van gab es in zwei Ausführungen: Der Grand Voyager bot durch seine größeren Abmessungen im Innenraum mehr Platz. © Chrysler Brand Heritage
Ein Fiat Brava
Fiat Brava: Bei diesem Auto kam es auf den letzten Buchstaben an: Der Fiat Brava war ein kompakter Fünftürer, der kürzere Dreitürer ging als Fiat Bravo an den Start. © Fiat/Stellantis

Folgende Fahrzeuge konnten laut TÜV-Report in ihren Altersklassen überzeugen:

Altersklasse Modell
2-3 JahreMazda 2
4-5 JahreVW Golf Sportsvan, VW T-Roc
6-7 JahreVW T-Roc
8-9 JahreMazda CX-3
10-11 JahreMercedes B-Klasse
12-13 JahreVW Touareg

Schlechtes Abschneiden von BMW und Tesla: So erklärt es der TÜV-Verband

Die Hauptprobleme bei Tesla-Fahrzeugen liegen laut TÜV-Experten bei Achsaufhängungen, Bremsscheiben und Beleuchtung. Trotz überdurchschnittlich hoher Laufleistungen von 55.000 bis 56.000 Kilometern bei der ersten HU schneiden andere Fahrzeuge mit ähnlichen Kilometerzahlen deutlich besser ab. Neben konstruktionsbedingten Mängeln spielen laut TÜV-Verband offenbar Defizite bei Service und Wartung in das Ergebnis hinein. Auch beim BMW 5er/6er spielen wartungsbedingte Probleme eine entscheidende Rolle: Das Modell verfügt über eine aktive Motorhaube zum Fußgängerschutz, deren Dämpfer alle fünf Jahre erneuert werden müssen – was häufig aber nicht erledigt wird. Zusätzlich zeigt der BMW überdurchschnittlich viele Mängel an Kardanwellen, bei der Abgasuntersuchung sowie an Federn und Dämpfern.

Steigende Mängelquoten: Hauptgrund ist die alternde Fahrzeugflotte in Deutschland

Ein zentraler Grund für die generell steigenden Mängelquoten ist die alternde Fahrzeugflotte: Das Durchschnittsalter liegt mittlerweile bei 10,6 Jahren, während es 2015 noch 9,0 Jahre waren. „In der Gesamtschau macht die Alterung des Fahrzeugbestands technische Fortschritte bei der Sicherheit zunichte“, warnt Bühler. Der TÜV-Verband fordert daher eine Modernisierung der Hauptuntersuchung, insbesondere für Elektrofahrzeuge, deren Hochvoltsysteme bisher nur oberflächlich geprüft werden. (Quelle: TÜV-Verband, eigene Recherche) (sop)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Depositphotos

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