VonRobin Dittrichschließen
Strafzettel auf öffentlichen Parkplätzen sind für viele Autofahrer ein Graus. Einige Unternehmen machen sich das aber zum Geschäftsmodell.
München – Viele Autofahrer in Deutschland haben bereits einmal in ihrem Leben einen Strafzettel kassiert. Besonders ärgerlich sind die Knöllchen auf Supermarkt-Parkplätzen, auf denen gar keine Parkscheibe oder ein Parkschein eingelegt werden muss. Bei einigen Firmen kann der Verstoß überaus teuer werden.
Bußgelder auf Parkplätzen mit KI: Abzocke oder „cleveres Geschäftsmodell“?
Auf vielen öffentlichen Parkplätzen ist das Parken ohne Parkschein oder Parkscheibe mittlerweile gang und gäbe. Für viele Autofahrer kann das überaus vorteilhaft sein. Kein lästiges Bezahlen mehr am Automaten, zusätzlich macht es nichts mehr aus, wenn der gezogene Parkschein verloren geht. Damit auf den Parkplätzen trotzdem gezahlt wird, überprüft eine künstliche Intelligenz jedes Nummernschild und gleicht das beim Herausfahren ab. Bei der WDR-Sendung Servicezeit wird das Geschäftsmodell unter die Lupe genommen.
In der Folge vom 27. Februar 2024 wird darüber berichtet, ob es sich bei dem Geschäftsmodell um eine praktische Methode oder Abzocke handelt. Gezeigt wird auch eine Firma, die den neuen Service anbietet. Wie diese mitteilt, werden lediglich die Kennzeichen und keine Gesichter bei der Überprüfung erfasst. Bezahlt werden kann in der Regel per App oder am Automaten, an dem nur das eigene Kennzeichen eingegeben wird.
Viele Autofahrer sehen das KI-Geschäftsmodell als Abzocke
Die Meinung der von Servicezeit befragten Menschen fällt unterschiedlich aus. Die einen finden die neue Methode gut, weil sie deutlich einfacher sei. Andere verzweifelten im Test jedoch noch an der Technik, die für einige Menschen kompliziert sein kann. Der Anwalt Arndt Kempgens gibt in der Sendung zudem an, dass „die Firmen ihr Geld ja damit verdienen, dass da Verstöße begangen werden.“ Er gibt zu bedenken, dass die Firmen es gerade darauf anlegen könnten, dass es zu Verstößen kommt, um das Bußgeld zu kassieren. Wie berichtet wird, verdienen die KI-Unternehmen ihr Geld nur mit den Strafzetteln.
Ganz frei von Fehlern scheint die KI nicht zu sein. Einem Autofahrer wurde vorgeworfen, über Nacht auf einem Parkplatz gestanden zu haben, auf dem maximal zweieinhalb Stunden Parkdauer erlaubt waren. Erst als sich der Betroffene beim Supermarkt beschwerte, konnte die Situation geklärt werden. In einer Erklärung hieß es, dass es sich um einen technischen Fehler gehandelt habe. Einer Firma zur Parkplatzüberwachung wurde in Österreich jetzt vom Gericht ein Riegel vorgeschoben.
Einfach aus dem Parkplatz wieder herausfahren, klappt bei der neuen Parkplatzmethode nicht. Es gibt zwar keine Schranken, die Autofahrer aufhalten würden, wer nicht zahlt, muss aber mit einem Bußgeld von 40 Euro rechnen. Die Kennzeichen erfahren die für die Überwachung zuständigen Unternehmen beim Kraftfahrt-Bundesamt. Wie Servicezeit berichtete, kommen dort bis zu 1,5 Millionen Abfragen pro Jahr an – im Jahr 2010 waren es noch 53.000. (rd)
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