Angesprochen auf eine Studie des Umweltbundesamts aus dem vergangenen Jahr, wonach ein Limit von 120 Kilometern pro Stunde die Treibhausgasemissionen um einen Umfang senken könnte, der dem von etwa 6,7 Millionen Tonnen CO₂ entspricht, sagte Wissing den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Da geistern so viele Zahlen rum.“ Es sei aber wichtig, „dass nur Maßnahmen, die akzeptiert werden, auch Erfolg“ haben könnten.
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Wissing lehnt Tempolimit weiter ab: „Das wollen die Leute nicht“
Und genau diese Akzeptanz sieht der FDP-Poltiker bei einem Tempolimit nicht: „Wenn flächendeckend auf Autobahnen ein Tempolimit von 120, auf Landstraßen von 80 und innerorts von 30 gilt, hat das in Deutschland keine Akzeptanz. Das wollen die Leute nicht.“
So würde die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn seiner Meinung auch dazu führen, dass wieder mehr Autofahrer den direkten Weg über die Dörfer wählen würden. Für die Anwohner sei das mit mehr Lärm verbunden, vor dem sie durch die gebaute Infrastruktur geschützt werden sollten.
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Verkehrssektor ist das Sorgenkind des Klimaschutzes: Wissing setzt auf Bio-Kraftstoffe
„Das überzeugt mich nicht. Deshalb gehen wir andere Wege, um den Verkehr klimafreundlich zu gestalten“, betonte der Bundesverkehrsminister. Eine dieser Lösungen sei der neue Bio-Kraftstoff HVO 100. Die Maßnahmen sind bei weitem aber nicht genug. Mitte März erklärte das Umweltbundesamt, der Verkehrssektor sei das „Sorgenkind des Klimaschutzes“. Insgesamt seien die Ziele für 2030 erreichbar, im Verkehrssektor würden diese aber verfehlt. Auch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) erklärte, dass in Deutschland viele Chancen liegen gelassen würden.
Dazu zählt auch das von Wissing abgelehnte Tempolimit. Eine Forderung, anders als von dem FDP-Politiker behauptet, die auch ein Großteil der Deutschen unterstützt. Bei einer Umfrage wollte das Bundesumweltamt wissen, ob ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen kommen solle. 42 Prozent antworteten: „Ja, auf jeden Fall.“ Weitere 22 Prozent sprachen sich eher dafür aus. Bei einer Umfrage von Civey im Auftrag von T-Online im vergangenen Jahr stimmten ebenfalls rund zwei Drittel der Befragten einem generellen Tempolimit zu. Damals erklärte Wissing noch, für eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung gebe es zu wenig Schilder.