Stimmt das?

Tempolimit in Deutschland: Wissing glaubt nicht an eine Mehrheit

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Braucht Deutschland ein Tempolimit für den Klimaschutz. Volker Wissing findet, nein. Angeblich, weil die Bürger dieses nicht akzeptieren würden.

Kommt das Tempolimit in Deutschland oder nicht? SPD und Grüne sind ebenso wie eine Mehrheit der Deutschen dafür. Oder etwa doch nicht? Dieser Meinung scheint zumindest der Bundesverkehrsminister Volker Wissing zu sein und hat eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung wiederholt abgelehnt.

Angesprochen auf eine Studie des Umweltbundesamts aus dem vergangenen Jahr, wonach ein Limit von 120 Kilometern pro Stunde die Treibhausgasemissionen um einen Umfang senken könnte, der dem von etwa 6,7 Millionen Tonnen CO₂ entspricht, sagte Wissing den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Da geistern so viele Zahlen rum.“ Es sei aber wichtig, „dass nur Maßnahmen, die akzeptiert werden, auch Erfolg“ haben könnten. 

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Wissing lehnt Tempolimit weiter ab: „Das wollen die Leute nicht“

Und genau diese Akzeptanz sieht der FDP-Poltiker bei einem Tempolimit nicht: „Wenn flächendeckend auf Autobahnen ein Tempolimit von 120, auf Landstraßen von 80 und innerorts von 30 gilt, hat das in Deutschland keine Akzeptanz. Das wollen die Leute nicht.“

Volker Wissing hat sich einmal mehr gegen ein allgemeines Tempolimit ausgesprochen.

So würde die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn seiner Meinung auch dazu führen, dass wieder mehr Autofahrer den direkten Weg über die Dörfer wählen würden. Für die Anwohner sei das mit mehr Lärm verbunden, vor dem sie durch die gebaute Infrastruktur geschützt werden sollten.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Verkehrssektor ist das Sorgenkind des Klimaschutzes: Wissing setzt auf Bio-Kraftstoffe

„Das überzeugt mich nicht. Deshalb gehen wir andere Wege, um den Verkehr klimafreundlich zu gestalten“, betonte der Bundesverkehrsminister. Eine dieser Lösungen sei der neue Bio-Kraftstoff HVO 100. Die Maßnahmen sind bei weitem aber nicht genug. Mitte März erklärte das Umweltbundesamt, der Verkehrssektor sei das „Sorgenkind des Klimaschutzes“. Insgesamt seien die Ziele für 2030 erreichbar, im Verkehrssektor würden diese aber verfehlt. Auch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) erklärte, dass in Deutschland viele Chancen liegen gelassen würden.

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Dazu zählt auch das von Wissing abgelehnte Tempolimit. Eine Forderung, anders als von dem FDP-Politiker behauptet, die auch ein Großteil der Deutschen unterstützt. Bei einer Umfrage wollte das Bundesumweltamt wissen, ob ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen kommen solle. 42 Prozent antworteten: „Ja, auf jeden Fall.“ Weitere 22 Prozent sprachen sich eher dafür aus. Bei einer Umfrage von Civey im Auftrag von T-Online im vergangenen Jahr stimmten ebenfalls rund zwei Drittel der Befragten einem generellen Tempolimit zu. Damals erklärte Wissing noch, für eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung gebe es zu wenig Schilder.

Rubriklistenbild: © Hannes P Albert/dpa

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